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    Lohr

    Der Bayerstürmer: Horrorwittchen goes Google

    Der Bayerstürmer (Logo) Foto: Zeichnung Achim Greser

    Auf T-Shirts herumgetragen, als Aufkleber herumgefahren, entdeckt man es oft: das Horrorwittchen-Graffito, Valentin Ludes' künstlerische Antwort auf die Schneewittchen-Statue Peter Wittstadts vor der Stadthalle.

    Horrorwittchen: Das Graffito von Valentin Lude in der Unterführung zwischen Hauptfriedhof und Wombach ist mit einer Plastiktafel geschützt Foto: Roland Pleier

    Das Original freilich liegt abseits der Touristenströme, fast versteckt in der Fußgängerunterführung vom Friedhof nach Wombach. Wer es noch nicht entdeckt hat, dem hilft sogar Google-Maps auf die Sprünge: Auf der digitalen Karte ist Horrorwittchen, das Original, als Sehenswürdigkeit ausgewiesen.  

    Fotografiert hat es ein gewisser "Udo V" (Nachname unbekannt). Datiert ist auf September 2016. Ob Udo das Foto damals aufgenommen oder eingestellt hat, entzieht sich meiner Google-Kenntnis - spielt aber auch keine Rolle. 

    Horrorwittchen auf Google-Maps Foto: Screenshot Roland Pleier

    Ein Foto mit Makel

    Denn das Foto weist Makel auf. Hatte doch ein Dillettant schon damals das Original geschändet, einen schwarzen Strich quer durch die sieben Zwerge gezogen und damit den Eindruck vermittelt, als wären die allesamt an einem Seil aufgereiht. Auch das Horrorwittchen selbst ist verunstaltet. Dieser ruchbare Pfusch wurde - ebenso wie spätere Greueltat - längst entfernt. Um Trittbrettfahrer zu desillusionieren: Inzwischen ist es durch eine Plastiktafel geschützt. Übersprühen also zwecklos.

    Wittstadts Wittchen ist freilich auch auf Google-Maps zu finden. Von diesem Horrorwittchen-Vorbild sind fünf Fotos eingestellt - eines davon offenkundig aus einem fahrenden Auto geknipst.  Schneewittchen Nummer drei, das auf der Parkbank in der Anlage, ist gar sechsmal abgebildet. 

    Moenus, Samariter und Nikolaus im internetten Niemandsland

    Dagegen fristet unser Moenus am ZOB-Kreisel sein Dasein im internetten Niemandsland: Sein Standort ist ein weißer Fleck auf der Google-Karte - ein Schicksal, das der vollbärtige Schmunzler Richard Rothers, aufgestellt 1975, mit Werken weiterer renommierter Künstler teilt. So vermisse ich zum Beispiel Hinweise auf Hermann Amrheins Samariter, der schon seit  1966 vor dem Alten Spital kniet, und den Heiligen Nikolaus von Julian Walter, der sich seit 2006 am Schnurrgärtle in Sendelbach auf seinen Bischofsstab stützt. 

    Gut, 1966 gab's Google noch nicht. 40 Jahre später dann aber schon. Vielleicht ist es nur eine Frage der Zeit, bis Amrhein-Liebhaber, Kunstfreunde oder Sandhasen ihre Schätze auch touristisch verkaufen ...

    Schamloser Blick ins Schlafgemach

    Tja, in aller Bescheidenheit sei erwähnt, dass mein Turm durch eine trutzige Schachfigur markiert wird. Und, was soll ich sagen? 13-mal ist mein Heim in voller Pracht abgebildet, dazu noch mit reichlich Dreingaben von meinem Treppenhaus. Weitere Fotos gewähren sogar Einblicke in meinen intimsten Bereich, bis hinein ins Schlafgemach. Von Schutz der Privatsphäre kann da nicht die Rede sein. 

    Zum "Lied des Türmers", von dem es auch ein Foto gibt, hab ich auch einiges zu sagen. Aber davon ein andermal. Bis dahin wünsche ich Euch schöne Tage und gute Laune. Euer Bayerstürmer

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