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    Lohr

    Der Bayerstürmer: Schneewittchen und die AfD

    Der Bayerstürmer (Logo) Foto: Zeichnung Achim Greser

    Aufgemerkt, ihr Freunde der Lohrer (Schnee)Wittchen-Ampel: Unser Mühlrad hat wieder ein bisschen Oberwasser bekommen. Den Großstädtern sei dank!

    Dann gar nicht weit von hier, in Fulda, gibt es jetzt schon wieder amtlich nicht vorgesehene Ampeln: und zwar solche mit dem Heiligen Bonifatius. Bei der zeigt der Bischof in rot mit erhobenem Kreuz oder grün mit Pilgerstab loslaufend, ob Fußgänger stehen müssen oder gehen dürfen. Sogar das Domradio verkündete diese frohe Botschaft Mitte August und zitiert das Bistum Fulda, die dies als "tolle Idee zum Fuldaer Stadtjubiläum" würdigt. Und in Bayreuth wird zurzeit darüber diskutiert, Ampeln zum Festspielhaus mit einer Richard-Wagner-Karikatur auszustatten.

    Nur unsere Regierung macht sich in die Hosen

    Hab ich mir auf die Schenkel geklopft vor Lachen. In fast ganz Deutschland stoßen dergleichen Ideen auf Wohlgefallen, nur unsere unterfränkische Regierung macht sich dabei in die Hosen. Doch es kommt noch schlimmer. Dieser Tage nämlich beschäftigte sich der Ferienausschuss des Würzburger Stadtrats mit einem ähnlichen Thema. Zwei CSU-Stadträte empfahlen den Barockbaumeister Balthasar Neumann (1687–1753) als Ampelmännchen in Residenznähe

    Doch Würzburg braucht keine weitere Attraktion, befand die Stadtverwaltung und der Ferienausschuss folgte dieser Empfehlung mehrheitlich und ohne Diskussion. 600 Meter weiter am Peterplatz, wo die Regierung von Unterfranken sitzt, dürfte man aufgeatmet haben, dass dieser Kelch an ihr vorüberging. Schließlich pochte sie bisher unerbittlich auf die Einhaltung der Richtlinien bei „Fußgängersignalgebern“. 

    Warum nicht Kilian oder Burkard?

    Wobei mich eins gewundert hat: Das Pendant zu Bonifatius wäre doch eigentlich der Heilige Kilian. Und wenn nicht der, dann der Heilige Burkard, den Bonifatius zum ersten Bischof von Würzburg ernannte. Jener Burkard, der Abt im Kloster Neustadt war und als Einsiedler bei Homburg starb. 

    Vielleicht haben die Würzburger ja Schiss bekommen – wir wollen's ja nicht hoffen –, damit den Protest von AfDlern zu provozieren: Der Kilian war schließlich iroschottischer Missionar, der Burkard ein Landsmann des Angelsachsen Bonifatius – also alles Ausländer. 

    Dieses Problem hätten wir Lohrer freilich nicht: Unser Schneewittchen war ja zweifelsfrei - fabulologisch bewiesen – eine Spessarterin. In diesem Sinne: ein schönes Wochenende, Euer Bayerstürmer

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