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    Lohr

    Der Bayerstürmer: Zoff mit Karli

    Der Bayerstürmer (Logo) Foto: Zeichnung Achim Greser

    Im Grunde hat er ja recht, mein Freund Karli aus Gemünne: Personalia bestimmen die Nachrichtenlage dieser Tage - im Großen wie im Kleinen. Aber was er diesmal über uns Lohrer lästert, das kann ich so nicht stehen lassen. 

    Zuvorderst mokiert sich der Karli über den Karrieresprung Ursula von der Leyens von einer deutschen Verteidigungsministerin zur Präsidentin der Europäischen Kommission. „Für mich ist es, als ob ich nach Hause komme – ich wollte immer für Europa arbeiten“, zitiert er sie und frotzelt: Diesen Eindruck habe man bisher schon gewinnen können.

    "Von der Leyen wird nach der Bundeswehr nun Europa voranbringen, womöglich mit aller Kraft, sodass der Staatenbund alsbald durch die stürmischen politischen Weltmeere pflügt wie die Gorch Fock, der Stolz der Bundesmarine", lästert der Karli weiter. "Das Kriegsschiff flott zu machen, ist die jetzt die Aufgabe von Annegret Kramp-Karrenbauer, die beweisen soll, dass sie auch Schiffe bauen kann." Einmal in Fahrt, hat sich der Karli hineingesteigert: "Den nächsten Karrieresprung im Bundeskabinett machen müsste folgerichtig Verkehrsminister Andreas Scheuer, der sich mit dem Maut-Kabinettstückchen für Höheres qualifiziert hat", schlussfolgert er. "So etwas wie ein Generalsekretär der Nato oder der Vereinten Nationen vielleicht oder ein Bundesbankchef." Gute Ideen fürs Kabarett hat er schon ... 

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    Auf regionaler Ebene war ich dann aber wieder ganz bei meinem Freund aus Gemünne: "Bei den Main-Spessarter Personalia würde man sich höchstens wundern, wenn nicht die CSU oder die Freien Wähler den nächsten Landrat stellten." Als Kandidaten gesetzt sind ja bekanntlich Sabine Sitter aus Gräfendorf für die CSU und Christoph Vogel aus Karbach für die Freien. An diesem Samstag nun gibt die SPD kund, wen sie ins Rennen um die Nachfolge Thomas Schiebels schickt. "Wenn das nicht gerade– wie von der Leyen oder Scheuer – ein auffällig gewordenes Mitglied des Bundeskabinetts ist, dürfte ihr oder ihm allerdings kaum ein großer Erfolg beschieden sein", witzelt der Karli. Denn SPD-Landratskandidaten würden in Main-Spessart ja "traditionell links liegengelassen".  

    Ich denke, das kann man so stehen lassen. In der 48-jährigen Geschichte des Landkreises Main-Spessart wurde immerhin schon achtmal gewählt. Zweimal CSU-Mann Erwin Ammann und dann immer Freie Wähler: erst Armin Grein, dann Thomas Schiebel. 

    Die Grünen „werden natürlich mit jemandem antreten“, wurde Kreisvorsitzender Gerhard Kraft diese Woche zitiert. Karli erinnert sich: Das hatte er auch schon im November 2013 zur Landratswahl 2014 angekündigt. Dabei sei er selbst der letzte grüne Landratskandidat gewesen – 2008! 

    Karlis Fazit: Zur Sommerpause steht also nur fest, dass 1. die CSU einen Wahlkampf mit Anstand und Sitter führen will, dass 2. die Freien Wähler einen noch relativ unbekannten Vogel haben, und dass 3. die SPD wieder einmal versuchen wird, der Stichwahlgeber zu sein.

    Dass ich jetzt im Clinch liege mit dem Karli, das hängt mit seinem Blick auf unser angebliches Geruchsproblem zusammen. "Hat vielleicht Schneewittchens Deo versagt?", erdreistet sich der Gemünnemer Spötter zu fragen. Und weil unsere Zweite Bürgermeisterin Christine Kohnle-Weis dies als Belastung insbesondere für Menschen beschrieb, die Probleme mit den Atemwegen haben, keucht der Karli: "Soll dort wirklich das neue Zentralkrankenhaus gebaut werden?" Das schlägt dem Fass dann noch die Krone ins Gesicht. Davon kann ich mich nur öffentlich distanzieren. Euer Bayerstürmer

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