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    Gemünden

    Der Öko-Kreis Gemünden ist auf Facebook nicht willkommen

    Facebook lässt es bislang nicht zu, dass der Öko-Kreis Gemünden eine eigene Fanseite einrichtet. Der Öko-Kreis fühlt sich im Kommunalwahlkampf benachteiligt.
    Robert Neudek, Vorsitzender des Öko-Kreises Gemünden, wäre auf Facebook gerne wieder als Öko-Kreis unterwegs. Aber Facebook senkt bei der Wahlgruppierung den Daumen. Foto: Björn Kohlhepp

    Vor etwa drei Jahren hat Facebook das Benutzerkonto des Öko-Kreises Gemünden gesperrt und später gelöscht. Vor der Kommunalwahl haben Robert Neudek, Öko-Kreis-Vorsitzender, und seine Frau Karin Hartmann-Neudek im Dezember versucht, auf Facebook eine Fanseite unter dem Namen "Öko-Kreis Gemünden" einzurichten. Aber Facebook lässt das nicht zu. "Wir vermuten jetzt, dass der Name Öko-Kreis auf einer schwarzen Liste steht", sagt Karin Hartmann-Neudek. Der Öko-Kreis, quasi die Grünen von Gemünden, auf einer schwarzen Liste?

    Der Öko-Kreis hat schon zwei Protestschreiben an Facebook gerichtet, eines im Dezember über ein Online-Formular, das andere am 20. Januar per Brief. Ergebnis bislang: "Du kriegst einfach keine Reaktion von denen", sagt Robert Neudek. Heutzutage gehört eine Facebook-Seite für viele Parteien dazu, auch lokale Wählergruppen präsentieren sich dort. Der Öko-Kreis sieht sich hier im Kommunalwahlkampf benachteiligt. Im Brief an Facebook heißt es: "Ein Ausschluss dieser Wählervereinigung wäre als ein Akt willentlicher politischer Diskriminierung anzusehen."

    Hinweis auf die aktuelle Öko-Test in der Stadtbibliothek war zu viel

    Die Facebook-Aktivitäten des Öko-Kreises fingen im vorigen Wahlkampf, also vor rund sechs Jahren, an. Robert Neudek eröffnete den Account für den Öko-Kreis und betrieb ihn. Es war das Logo der Wahlgruppierung und ein Bild von Gemünden zu sehen. So diskutierte der Öko-Kreis Gemündener Themen fleißig mit. Immer mal wieder verwies Neudek über das Öko-Kreis-Konto auch auf die neueste Ausgabe der Zeitschrift Öko-Test, die die Wählergruppierung der Stadtbibliothek Gemünden sponsert. Irgendwann nach einem solchen Post, so erzählen es Neudek und seine Frau, war der Account gesperrt. "Verstoß gegen Werberichtlinien" habe es geheißen, erinnern sie sich. Das Benutzerkonto sei noch eine Weile sichtbar gewesen und irgendwann abgeschaltet worden.

    Als sie jetzt im Dezember eine Fanseite für den Öko-Kreis einrichten wollten, wie sie beispielsweise auch die Main-Post oder der Karli Keiler für Gemünden betreibt, kam Karin Hartmann-Neudek nicht weiter. "Irgendwann wurde ich rausgeschmissen", erzählt sie. Sie habe die Seite zunächst anlegen können, aber dann sei sie wieder gelöscht worden. "Sobald der Name Öko-Kreis auftaucht, gehen bei Facebook sämtliche Warnlampen an", vermutet ihr Mann. Offenbar sortiere irgendein Algorithmus die Gemündener Ökos aus. "Ich kann's ja nicht anders nennen. Wie soll ich's denn nennen?", fragt sich Karin Hartmann-Neudek.

    PR-Agentur: Jeder mit einem Facebook-Konto kann eine Fanseite einrichten

    Auf Anfrage der Redaktion bei Facebook meldet sich Didem Akbas von der PR-Beratungsfirma APCO Worldwide, die Facebook im Bereich Pressearbeit unterstützt. Sie teilt mit, dass jede Person mit einem Benutzerkonto eine Seite, wie sie der Öko-Kreis wünscht, erstellen könne. Zunächst brauche man aber ein persönliches Facebook-Konto. Es gehe aber nicht, dass ein normales Benutzerkonto eine Organisation repräsentiere. Woran es aktuell beim Öko-Kreis hapert, darauf geht die PR-Frau jedoch nicht ein.

    Einstweilen nutzt der Öko-Kreis-Vorsitzende Robert Neudek sein privates Facebook-Konto für Botschaften an die potenziellen Wähler.

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