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    Karlstadt

    Der Spielplatz-Chef: Markus Bauer macht Kinder glücklich

    Markus Bauer von der Tiefbau-Abteilung in der Karlstadter Stadtverwaltung ist zuständig für die Spielplätze im Stadtgebiet und den Stadtteilen. Das Bild zeigt ihn mit neuen Spielgeräten in Laudenbach. Foto: Markus Rill

    Im Büro von Markus Bauer in der Karlstadter Stadtverwaltung gibt's unzählige Kataloge von Spielgeräte-Herstellern; das Angebot reicht von einfachen Wipptieren bis zu meterhohen Schlössern aus Holz für 300 000 Euro. Der Mitarbeiter der Abteilung Tiefbau ist zuständig für 28 Spielplätze in der Kernstadt und den Stadtteilen. Die müssen alle sicher sein, sollen alle attraktiv sein. Bauers Faustregel lautet: "Es sollte überall eine Rutsche und eine Schaukel geben, etwas zum Klettern und eine Sandkiste." Und: "Es sollte sowohl für Drei- bis Sechsjährige als auch für die Sieben- bis Zwölfjährigen etwas geboten sein."

    Über 28 Spielplätze den Überblick zu behalten, ist nicht einfach. Schon eine herausstehende Schraube oder ein morsches Stück Holz könnte eine Verletzung eines Kindes verursachen. "Seit zehn Jahren bin ich nun verantwortlich. Bisher ist zum Glück noch nie etwas Ernsthaftes passiert", sagt Bauer. "Toi toi toi." Das ist freilich nicht nur Glück. Die Firma Röder aus Wiesenfeld ist damit beauftragt, die Spielplätze regelmäßig zu überprüfen.

    Die Sicherheit wird mehrfach überprüft

    Wöchentlich werden die Spielplätze einer visuellen Inspektion unterzogen. "Probleme werden uns sofort gemeldet. Manchmal muss ein Spielgerät bis zur Reparatur gesperrt werden." Alle drei Monate erfolgt eine intensivere, "operative Inspektion". "Dabei wird auch mal in die Geräte reingeschaut, die Mitarbeiter klettern selbst, überprüfen den Verschleiß und den Fallschutz", so Bauer. Und einmal im Jahr erfolgt die Hauptuntersuchung, bei der jedes Spielgerät gecheckt wird, alle Teile untersucht werden. "Damit wird ein externer, qualifizierter Spielplatzprüfer beauftragt." 

    Nach dieser Untersuchung erhält Bauer ein Protokoll mit Hinweisen und gegebenenfalls einem Aufgabenkatalog. Im vergangenen Jahr benötigte das Prüfer-Team "etwa drei, vier Tage", um die Karlstadter Spielplätze zu untersuchen.

    Die Sicherheitsanforderungen sind seit Einführung der DIN EN 1176 im Jahr 1998 ungleich höher als früher. "Da gab es so etwas wie Fallschutz oft gar nicht", sagt Bauer. Heute ist bis zu einer Höhe von 1,50 Metern eine Rasenfläche ausreichend, bei höheren Geräten muss ein Fallschutz aus Sand, Hackschnitzel oder weichem Kunststoff (ähnlich wie bei einer Laufbahn) vorhanden sein. 

    Einige Ideen sind schwer umzusetzen

    Die Vorschriften der für Spielanlagen maßgeblichen DIN-Vorschrift 1176 stehen auch der Umsetzung mancher Idee im Wege. Die Karlstadter Stadträte hatten sich einen Wasserspielplatz gewünscht. Dies sei womöglich mit einem natürlichen Bach umsetzbar, so Bauer. Aber wenn extra eine Wasserspielplatz zum Matschen angelegt werde, sei "Badewasserqualität vorgeschrieben, Trinkwasserqualität erwünscht". Das würde aufwändig und teuer.

    Auch die Kosten für die Spielgeräte sind erheblich. Für den Platz am Main in Laudenbach wurde ein Netz-Klettergerät angeschafft: Kostenpunkt rund 15 000 Euro. Um es zu installieren, musste zunächst der leicht abschüssige Platz eingeebnet werden. Die tragenden Pfeiler  sitzen in Fundamenten, der Fallschutz besteht aus Hackschnitzeln. "Zum Kaufpreis  kamen nochmal Kosten von 10 000 Euro dazu", erklärt Bauer. Viel günstiger gab es das daneben aufgestellte Balancier-Gerät, das der Bauhof mit Holz aus dem Stadtwald hergestellt hat – das kostete nur die Arbeitszeit.

    Derlei hausgemachte Lösungen wünscht sich der Stadtrat öfter: Ein Hügel mit einer Hangrutsche und ein Kriechtunnel wurden beispielsweise für die gewünschte neue Spielfläche "Am Brücklein" angeregt. Markus Bauer sagt dazu: "Natürlich haben wir selbst als Kinder gern mit einfachen Mitteln gespielt. Aber wenn so etwas öffentlicher Spielplatzgrund ist, müssen die Sicherheitsbestimmungen eingehalten werden. Mal sehen, ob sich das umsetzen lässt."

    Kosten spielen eine Rolle

    Sein finanzieller Spielraum ist nicht üppig: Vergangenes Jahr beschloss der Stadtrat, 70 000 Euro statt der zuvor üblichen 32 000 Euro in die Karlstadter Spielplätze zu investieren. Für 2019 wurden 50 000 Euro in den Haushalt eingestellt. Davon wurden bereits ein neuer Spielturm in der Von-Querfurt-Straße finanziert und die Neuerungen in Laudenbach bezahlt. "In die Spiegelstraße Gambach kommt ein neuer Sandkasten, für die Plätze an der Kläranlage und in Mühlbach gibt's Sonnensegel", so Bauer. "Und an der Stadtmauer kommt noch ein neues Spielgerät hin." Dann sind die Möglichkeiten für dieses Jahr schon ausgeschöpft.

    Grundsätzlich seien die Spielplätze in Karlstadt "zahlreich und attraktiv", ist Bauer überzeugt. Aber wenn er in fremden Städten unterwegs ist, schaut er gerne mal die Spielplätze an. "Zur Inspiration", sagt er. Seine eigenen Kinder sind nun schon zu alt für Rutschen und Sandkästen.

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