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    Retzstadt

    Die Angst geht um in Franken

    Volker Backert und sein Gitarrist Franco Corleone sorgten für Gänsehaut im Retzstadter Bürgertreff mit Krimis des oberfränkischen Autors. Foto: Günter Roth

    Viel Blut, viele Leichen und eine ganz gehörige Portion Grusel hatten die Damen vom Retzstadter Büchereiteam für ihre Gäste im vollbesetzten Bürgertreff vorgesehen. Der Krimiautor Volker Backert trat aber nicht alleine auf, vielmehr hatte er zur Verstärkung der düsteren Stimmung seinen Gitarristen Franco Corleone mitgebracht, der seinerseits in den Lesepausen für die notwendige Gänsehaut sorgen sollte.

    Im wilden Oberfranken, speziell in Coburg, sind die Sitten ganz offensichtlich rauer als im milden Unterfranken. Da treibt beispielsweise ein dämonischer Serienmörder sein Unwesen. Nicht nur dass er arme zarten Mägdlein meuchelt, er hinterlässt zudem bei jedem seiner Opfer eine zynische Visitenkarte: er ritzt das bekannte Symbol vom "Haus des Nikolaus" in die bloße Haut der Dahingeschiedenen. Das Ganze geht natürlich mit viel, sehr viel Blut ab und setzt den "Superbullen" Kommissar Charlie Herrmann,  den Chef der "Soko Franken", ganz gehörig unter Druck. Mit dem ihm eigenen Ermittlungsstil packt er den Fall an und es gibt bald eine Festnahme. Doch dann geschieht ein weiterer Mord.

    Der Autor setzt in seinem Krimi weniger auf sublimen, hintergründigen Spannungsaufbau, vielmehr geht er seine Geschichte direkt, impulsiv und prägnant an. In seinen Einführungsworten bezeichnet er auch seine Erzählung als "härter, schwärzer, schneller" mit einer Vorliebe für Sex & Crime und Rock'n Roll. Gelegentlich legt er dann auch mal eine recht derbe Gangart ein. Handfest, fast schon sachlich verläuft ebenfalls die Liebesgeschichte mit der Profilerin vom Landeskriminalamt. Neben diesem Erstlingswerk "Das Haus des Nikolaus" las Backert auch aus seinen drei weiteren Büchern "Todesfessel", "Hardrock" und "Rhein-Main-Bestie".

    Seine - zumindest theoretischen - kriminalistischen Erfahrungen sammelte der Autor als Mitarbeiter im Sozialamt Coburg, wo er als Abteilungsleiter für öffentliche Sicherheit viel mit Presse und Polizei zu tun hatte. In die Hintergründe der Fälle arbeitete er sich mit gründlicher Recherche ein. Das Buch "Das Haus vom Nikolaus" wurde 2012 von der Bayerischen Staatsbibliothek auf die Bestenliste "Best of Regionalkrimis" gesetzt.

    Den musikalischen Kontrapunkt zu den mörderischen Geschichten setzte "Franco Corleone" mit seiner Gitarre. Zum Auftakt durfte natürlich der Klassiker aller Krimimusik "Mecky Messer" mit fränkischer Adaption nicht fehlen. Daneben gab es auch bekannte Songs von den Rolling Stones, Birds oder den Doors mit "Rider on the Storm".

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