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    Gemünden

    Die Botschaft der Liebe mit ins Leben nehmen

    "Stärker als die Angst": Unter diesem Titel stand das Konzert des Evangelische Freundeskreises Hof in der Klosterkirche der Kreuzschwestern in Gemünden. Foto: Rita Gress

    "Stärker als die Angst" titelte das Konzert des 26-köpfigen Evangelischen Freundeskreis Hof (EFH) am Sonntag in der bis auf den letzten Platz gefüllten Klosterkirche der Kreuzschwestern in Gemünden. Laut den jungen Musikern wollen sie mit Mut machenden Liedern und Erzählungen hinein nehmen in die ausgestreckten Arme Gottes. "Es soll in dem Konzert nicht um Angst gehen, sondern um Jesus Christus, der unsere Angst besiegt hat", verdeutlichte Heidrun Seiferth, musikalische Leiterin von Chor und Band, eingangs des knapp zweistündigen Vortrags.

    "Wir kennen die Angst alle, sie ist zum Grundgefühl unserer Tage geworden. Sie durchzieht alle Lebensbereiche, raubt Lebensqualität und kann krank machen. Doch wir verschweigen oder überspielen sie." Angst zu haben sei nicht "in". Aus eigener Erfahrung könne sie bezeugen, dass Gott sie nie enttäuscht habe in ihrem Leben, so Seiferth. Dasselbe Zeugnis legten auch die Solisten ab in sehr emotional interpretierten Liedern christlicher Liedermacher, bekannten Kirchenliedern und persönlichen Erfahrungsberichten.

    "In guten Zeiten lässt es sich leicht Halleluja singen", sagte eine junge Choristin. Sie berichtete über die Schwersterkrankung ihres dreijährigen Sohnes. "Wir sind dankbar für jeden Tag, der uns miteinander geschenkt ist." Bei allem Schmerz habe sie Kraft aus ihrem Glauben gewonnen. "Gezweifelt an ihm habe ich nie." Ein Sänger berichtete, wie seine berufliche Situation ihn in tiefe Depression und schließlich in die Arbeitsunfähigkeit zwang. Bis heute sei die Angst sein täglicher Begleiter. Kraft gewinne er aus Glauben und Gebet. Die Zukunftspläne einer damals 18-jährigen Sängerin wurden vom Tod ihres Freundes zerstört. Sprüche wie "die Zeit heilt die Wunden" hätten ihr nicht geholfen. Doch sie sagt: "Niemals habe ich Gott so nahe erfahren wie in dieser Zeit."

    Rapsong zu Drogen und Alkohol

    Der Chor stimmte an zu "Alles hat seine Zeit – das Schweigen und Klagen, Trauer und Schmerz, Tränen und Fragen. Je größer der Schmerz, desto weniger brauche ich Worte, sondern Liebe, die mich hält." Ein EFH-ler rappte mit seinem Song "Tausend Mal gefallen, gelogen, gestorben. Ich war ein Haufen Müll." Er beschrieb den Absturz in Alkohol und Drogen. "Gott schickte mir die richtigen Leute über den Weg. Meinen Schritt zu Jesus habe ich nie bereut."

    Auf Großleinwand präsentierte der EFH das Ergebnis seiner Umfrage unter der Bevölkerung zum Thema Angst. Bei Jungen und Alten stand die Furcht vor dem Tod ("was passiert danach?") und Krankheit an erster Stelle. Sei eine Familie mit letzterer konfrontiert, stehe man oft ratlos daneben, so Seiferth. Warum? "Weil wir es gewohnt sind, uns selbst zu helfen. Wir haben für alles eine Versicherung. Wir haben Gott abgeschafft in unserem Leben und dabei unsere Seele verloren." Eine Seniorin bedrückte die Frage: "Was wird sein, wenn ich mich nicht mehr alleine versorgen kann?" Sie wolle niemand zur Last fallen. Der Chor antwortete mit dem von Friedrich Silcher-Choral "So nimm denn meine Hände und führe mich."

    Angst machende Themen sind laut der Umfrage auch die aktuelle Entwicklung in der Welt, Terror, Verrohung, eine zunehmende Islamisierung und Digitalisierung. Bei jungen Menschen sind es unter anderem die Furcht vor schlechten Noten, Prüfungsangst, Fehler zu machen, Außenseiter zu werden. "Wir dürfen auch schwach sein und unser Herz vor Jesus ausschütten", so Seiferth. "Irgendwann werden wir gefragt: Hast du geliebt, geglaubt, dein Leben von mir erneuern lassen?" Wer Gott im Leben gehöre, habe auch im Sterben Heimat bei ihm.  "Dann hören Sorgen und Ängste auf." Die Moderatorin wünschte, die Botschaft der Liebe mit hinaus zu nehmen.

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