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    Marktheidenfeld

    Die Dinge selbst in die Hand nehmen

    Suzan Baker und Dennis Lüddicke begeisterten ihr Publikum im Pfarrheim St. Laurentius.
    Suzan Baker und Dennis Lüddicke begeisterten ihr Publikum im Pfarrheim St. Laurentius. Foto: Martin Harth

    Sie kommen offenbar wirklich gerne nach Marktheidenfeld, das Singer-Songwriter-Duo Suzan Baker und Dennis Lüddicke. Sie hätten gute Erinnerungen an ihre bereits mehrfachen Konzerte auf den Bühnen im Städtchen am Main, sagte die Sängerin am Samstagabend. Es waren wieder gut 80 Gäste in das Pfarrheim St. Laurentius gekommen, um sich von dem oberfränkisch-thüringischen Paar in gefühl- und temperamentvolle, musikalische Welten entführen zu lassen.

    Im Mittelpunkt standen erneut virtuose Gitarrenklänge und Songs, die etwas sagen wollen. Dass Bakers eigene Schöpfungen wie der zarte Liebessong "Agape" oder die symbolhaften Lieder "Regenbogen" oder "Caterpillar" neben den durchaus raffinierten Arrangements bekannter Pop-Hymnen im Programm bestehen können, spricht für das große Können des Duos. John Farnhams "You Are the Voice", Stevie Wonders "Master Blaster (Jammin‘)" oder "Don’t Stop Believin‘" von Journey sind wirkliche Hausnummern in der Charts-Geschichte der 1980er Jahre.

    In drei Sprachen – Englisch, Spanisch und Deutsch - dichtet Baker ihre Texte. Zusammen mit Dennis Lüddicke macht sie diese mit überzeugender Präsenz zu meisterlichen Songs auf der Bühne. Ihr Partner beherrscht dabei viele Nuancen des Spiels auf der Gitarre von Folk, Pop und Jazz über sanft schwingenden Reggae bis hin zu spanischen und lateinamerikanischen Rhythmen.

    Als Baker während des Marktheidenfelder Auftritts eine Saite ihres Instruments wechseln musste, machte Lüddicke aus der misslichen Situation einfach das Beste: Kurzerhand lud er das Publikum zum Mitsingen ein, mit einer mitreißenden Solo-Interpretation von Bob Marleys Ballade "No Woman, No Cry".

    Suzan Baker will mit ihrer Musik unterhalten, dabei aber auch Botschaften vermitteln. Sie scheute sich nicht, ihren christlichen Glauben musikalisch zu bekennen und spontan ihren Song "Holy Daddy" anzustimmen, als sie im Publikum ihre Freunde vom Hospizverein Main-Spessart erkannte. Deren Arbeit schätze sie und dies kam besonders in der spanischen Erinnerung an eine früh verstorbene Freundin "Niña Mia" zum Ausdruck.

    Das Programm von Suzan Baker und Dennis Lüddicke spiegelte auf seien Weise viele Farben des Lebens wider, nicht umsonst lautete ein spanischer Titel "La Vida Es Colorida". Leidenschaftliches Schmachten kam mit mexikanischer Folklore über unerfüllte Liebe ins Spiel. Aber es gab auch die heiteren Seiten wie den Sommerhit "Mister Radio". Mit einem Thema beschäftigte sich so mancher Text: "Lo Que Se Llama Amor" – das, was sich Liebe nennt.

    Verbindend blieb Bakers Appell, sein eigenes Leben bewusst zu leben, die Schöpfung zu bewahren und die Dinge selbst in die Hand zu nehmen und nicht nur auf die Anderen zu deuten. Denn die Welt sei einfach schön, bekannte die Sängerin ihren Optimismus und dafür war ihr der große Applaus ihres Publikums sicher.

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