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    ERLENBACH

    Die Erlenbacher ließen es krachen

    Die Erlenbacher Böllerschützen lassen es krachen beim ersten Böllerschützen-Spessarttreffen in Erlenbach. Mit einem Salut, langsamen und schnellen Reihen, starteten 40 Böllerschützen in wunderschöner Tracht aus Bischbrunn, Birkenfeld, Marktheidenfeld, Erlach, Zellingen und Lengfurt das erste Spessarttreffen. Bis zum Schluss eine Zitterpartie, erst der Regen in der vergangenen Woche hob wenige Tage vorher das Böllerverbot im Landkreis Marktheidenfeld aufgrund der akuten Waldbrandgefahr auf.

    Immer streng nach Kommandos

    Beim Böllerschießen wird nicht einfach wild drauf losgeschossen, sondern das Ganze läuft streng nach Kommandos ab. Auf Kommando wird erst mal gemeinsam geladen – sprich: Das Schwarzpulver wird in den Lauf eingefüllt (je nach Kaliber etwa 20 bis 40 Gramm). Danach folgt das gemeinsame Verdämmen: Dazu schlagen die Schützen mit einem Verdämmhammer auf einen Ladestock, wodurch das Schwarzpulver verdichtet wird. „Die Verdichtung ist die Voraussetzung dafür, dass es zur Explosion kommt“, erklärte Schatzmeister Wolfgang Thoma.

    „Zündhütchen setzen“ lautet das nächste Kommando: Das Zündhütchen wird auf den Prallteller aufgesetzt, der sich am Ende des Zündkanals befindet. Nach dem Befehl zum Fertigladen wird schließlich der Hahn gespannt und der Handböller nach oben gehalten.

    Zuletzt folgt das Schusskommando. Geschossen wird in ganz bestimmten Reihenfolgen. Der Kommandant legt die Schussfolge fest. In Erlenbach war dies: Salut (alle schießen gleichzeitig), schnelle oder langsame Reihe (nacheinander wird in verschiedenem Tempo geschossen), Doppelschlag (zwei Schützen schießen in schneller Folge nacheinander, die folgenden jeweils im Abstand von zwei Sekunden).

    Der Rückschlag beim Böllerschuss ist enorm. Deshalb halten die Schützen den Böller normalerweise auch mit beiden Händen.

    Null-Promille-Grenze

    „Unser Böllertreffen dient der reinen Brauchtumspflege und der Geselligkeit“, sagt Wolfgang Thoma, einer der zehn Böllerschützen in Erlenbach. Zwar wurde beim Böllertreffen kräftig gefeiert – für die Böllerschützen gab es vor dem Schießen allerdings nur alkoholfreie Getränke, denn beim Schießen gilt die Null-Promille-Grenze.

    Die Böllerschützen haben sich viel vorgenommen: „Wir sind ein sehr junger Verein und schießen erst seit einem Jahr“, bestätigt Edwin Liebler. Sie können sich aber gut vorstellen, regelmäßig bei besonderen Anlässen zu schießen. Die Erlaubnis zum Schießen müssen sich die Schützen von der Gemeinde und der Polizei holen. Auch im Landratsamt muss das Schießen gemeldet sein. Das Böllerpulver unterliegt nämlich dem Sprengstoffgesetz, jeder Schütze muss Inhaber einer Erlaubnis nach dem Sprenggesetz sein und eine Beschussbescheinigung besitzen. Die Böllergeräte müssen turnusmäßig alle fünf Jahre dem Beschussamt zur Nachprüfung vorgeführt werden.

    Wegen des großen Erfolgs und der gute Resonanz wollen die Erlenbacher Böllerschützen das Treffen schon im nächsten Jahr wiederholen. Auch der Termin steht schon fest: immer am zweiten Wochenende im September.

    Weitere Informationen zu den Böllerschützen unter www.schiuetzen.jimdo.com

     

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