• aktualisiert:

    Lohr

    Die Lohrer Hausfrauen sind "ein Aushängeschild"

    Über 7400 Euro Spenden hat die letzte Straßensammlung gebracht, konnte Hausfrauen-Gruppensprecherin Adele Hauck (rechts) Iris Aulenbach von der Welthungerhilfe bekanntgeben. Foto: Thomas Josef Möhler

    Die Gruppe Lohrer Hausfrauen, die für die Welthungerhilfe sammelt, hat am Mittwoch ihr 35-jähriges Bestehen gefeiert. In diesem Zeitraum kamen über 557000 Euro zusammen. Von Bürgermeister Mario Paul gab es Urkunde und Scheck, von der Welthungerhilfe eine Medaille.

    Gruppensprecherin Adele Hauck erinnerte im Gewölbekeller des neuen Rathauses an die Anfänge der Gruppe 1984 mit acht Hausfrauen, die sich zum gemeinsamen Musizieren trafen und etwas gegen die Hungersnot in Äthiopien unternehmen wollten. Inzwischen gehören 29 Frauen zur Gruppe, elf seien seit 1984 gestorben.

    Kreis von Gleichgesinnten

    Seit 1985 arbeite die Gruppe zweigleisig: Es gebe eine Gruppe von Sammlerinnen, die bei der Straßensammlung im Oktober für die Welthungerhilfe unterwegs seien, und eine Gruppe von Bastlerinnen, die schöne Dinge für den Adventsverkauf herstellten, dessen Erlös für den Lohrer Verein "Das goldene Herz" gedacht sei.

    "Wir sind ein Kreis von Gleichgesinnten, ein stabiles Team, aber kein Verein, es gibt keine Beiträge", betonte Hauck. "Wer vieles macht, macht manches falsch, wer gar nichts macht, macht alles falsch."

    Nach Haucks Angaben kamen bei der diesjährigen Straßensammlung 7412 Euro für die Welthungerhilfe zusammen, 5149 Euro in 33 Sammelbüchsen, der Rest auf dem Spendenkonto der Hausfrauen. Bei der Aktion im Oktober sei Bürgermeister Mario Paul einer der erfolgreichsten Sammler gewesen, verriet Cornelia Völker, die durch die Veranstaltung führte.

    Anpacken statt wegsehen

    Der Lohrer Rathauschef sagte, aus Afrika kämen häufig erschreckende Nachrichten. Die einen reagierten darauf mit der fatalistischen Geisteshaltung, man könne sowieso nichts ändern. "Es gibt aber auch andere Menschen, die nicht wegsehen, sondern anpacken", so Paul.

    Die Hausfrauengruppe sei "wahrlich keine Eintagsfliege" geblieben. Ihr Wirken sei im positiven Sinne ansteckend. Das Geld sei in nachhaltig wirksame Projekte geflossen: 1986 bis 2001 in Hilfe gegen die Hungersnot in Äthiopien und für den Brunnenbau im Senegal, 2002 bis 2016 für Brunnenbau und Schulspeisung in Mali und seither in ein Schulprojekt in Burundi.

    Die Lohrer Hausfrauen sind nach Pauls Worten ein "Aushängeschild für Lohr". Er hoffe, dass sie zahlreiche Nachahmer fänden. Paul überreichte stellvertretend für die Gruppe eine Urkunde und einen Scheck an Adele Hauck.

    "Es ist keine Selbstverständlichkeit, wenn sie bei Wind und Wetter mit den Sammeldosen draußen stehen", meinte Iris Aulenbach, bei der Welthungerhilfe Referentin beim Team Engagement & Online-Marketing. Adele Hauck hängte sie als Dank für die 35 Jahre eine Medaille um. Seit 2016 unterstütze die Hausfrauengruppe ein Projekt in Burundi, wo die Hälfte der Bevölkerung mangelernährt sei. Die Welthungerhilfe fördere mit diesem Projekt Kantinen in Kindergärten und Grundschulen und erreiche dabei 140 000 Kinder. In den Kantinen werde die warme Mahlzeit von Eltern zubereitet, die Nahrungsmittel kämen aus Schulgärten. Ferner unterstütze die Welthungerhilfe Kleinbauern in der Region, deren Produkte für einen fairen Preis gekauft würden.

    Festschrift gestiftet

    Ihre 35-jährige Geschichte stellt die Hausfrauengruppe in einer Festschrift dar, die ebenso wie das Werk zum 30-jährigen Bestehen von der Lohrer Firma G-Medien gestiftet wurde. "Wir haben das gerne gemacht", sagte Petra Genheimer, "die Hausfrauen sind mit viel Liebe und Herzblut dabei".

    Bürgermeister Mario Paul überreichte Hausfrauen-Gruppensprecherin Adele Hauck eine Urkunde und einen Scheck der Stadt Lohr. Foto: Thomas Josef Möhler

    Bearbeitet von Thomas Josef Möhler

    Fotos

      Kommentare (0)

        Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!