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    Karlstadt

    Die Persönlichkeit durch Theater bilden

    Theater auf hohem Niveau hat an der Karlstadter Realschule Tradition. Foto: Günter Roth

    Ab Beginn des neuen Schuljahrs im September sollen Fünftklässler an der Karlstadter Realschule die Möglichkeit haben, eine spezielle Theaterklasse zu besuchen. Nicht als Wahlfach, nicht als Arbeitsgemeinschaft am Nachmittag, sondern weitgehend im Rahmen des normalen Stundenplans. In einem Pressegespräch stellten der Schulleiter Thorsten Stöhr und die verantwortliche Lehrerin Kristina Ackermann das Konzept vor.

    Grundsätzlich wird es in der Theaterklasse keine zusätzlichen Unterrichtsstunden geben. Die beiden veranschlagten Theaterstunden werden stattdessen aus dem Fach Deutsch und einem musischen Fach wie Musik, Werken oder Sport genommen. Der Unterricht erfolgt grundsätzlich im Klassenverband. Was auf den ersten Blick wegen der fehlenden Deutschstunde als Mangel aufgefasst werden könnte, sieht Schulleiter Stöhr durch die stattdessen erfolgende Arbeit mit der Sprache im Theaterunterricht leicht ausgeglichen.

    Kreativität und Teamkompetenz stärken

    Ackermann, die schon seit über 12 Jahren erfolgreiche Schultheaterarbeit leistet, sieht zusätzlich die besondere Chance, die Persönlichkeitsbildung der jungen Leute zu fördern. Diese könnten wesentliche soziale und kommunikative Kompetenzen in Bezug auf Teamarbeit, Selbstvertrauen, Durchhaltevermögen und Zuverlässigkeit erlernen. Kreativität und ästhetische Bildung würden sich auch positiv auf den musischen Bereich auswirken. So würden vermeintliche Defizite in Deutsch durch den Theaterunterricht mehr als aufgewogen.

    Benotet werden Unterrichtsbeiträge und die künstlerische Leistung. Foto: Günter Roth

    Schließlich würden gerade im Lehrplan für Deutsch gezielte Wortschatzarbeit, situationsgerechter Sprachgebrauch und Rollenspiel explizit gefordert, so Ackermann. Für die späteren Schuljahre erhofft sich die Lehrerin eine höhere Lern- und Leistungsbereitschaft aufgrund eines durch soziales Lernen gestärktes Klassenklima.

    Zum Leistungsansatz sagt Schulleiter Stöhr, dass es keine zusätzlichen Belastungen für die Schüler geben werde. Es seien keine Stegreifaufgaben oder gar Schulaufgaben im Fach Theater vorgesehen. Stattdessen werde es zusätzliche Bemerkungen im Zeugnis und eine Bewertung geben, die sich aus praktisch-künstlerischen Leistungen und mündlichen Beiträgen des Unterrichtsprozesses zusammen setzt.

    Mitmachen kann ab September 2019 jedes Kind der fünften Jahrgangsstufe, das für das Theaterspiel aufgeschlossen ist, Vorkenntnisse sind nicht gefordert. 

    Anmeldungen erwünscht

    Wenn sich bei der Schulanmeldung in diesem Frühjahr ausreichend viele Schüler melden und eine eigene Theaterklasse gebildet werden kann, wird die Realschule Karlstadt die erste dieser Art im Landkreis und die dritte staatliche Schule in Unterfranken dieser Art sein. Die grundlegende Erfahrung hat der Schule auf diesem Gebiet bereits mehrere Preise und öffentliche Anerkennungen eingebracht. Besonderes Glanzlicht war bisher immer der öffentliche Auftritt im Karlstadter Theater in der Gerbergasse, mit dem ein guter und fruchtbarer Kontakt besteht.

    Die Theatergruppe bleibt erhalten, auch wenn es eine eigene Theaterklasse gibt. Foto: Günter Roth

    Das Kultusministerium billigt und fördert die Entwicklung solcher besonderen Schulprofile ausdrücklich, weil man festgestellt hat, dass sie den Nebeneffekt haben, auch in anderen Fächern eine Leistungssteigerung zu erwirken. Sowohl Thorsten Stöhr als auch die Kristina Ackermann betonen, dass durch die Theaterklasse die bisherigen Arbeitsgemeinschaften, wie die Theatergruppe, nicht beeinträchtigt werden.

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