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    Gemünden

    Die Scherenburg in Gemünden bekommt eine neue Zufahrt

    Aus Sicherheitsgründen müssen die Scherenburgfestspiele für ihre geplante feste Spielstätte hinter der Ruine einen Weg anlegen. Nicht allen Stadträten gefällt das.
    In violetter Farbe dargestellt ist die Tieferlegung der hinter der Scherenburg geplanten Zuschauertribüne. Gelb zeigt den ursprünglichen Plan. Foto: Architekturbüro Kraus

    Nach wie vor polarisiert das Scherenburgtheater im Stadtrat Gemünden. Am Montag hatte sich der zehnköpfige Bauausschuss mit einer weiteren Änderung des Bauantrags zu befassen, den der Gesamtstadtrat schon am 7. Mai 2018 grundsätzlich und mit 21 gegen drei Stimmen befürwortet hatte. Neu ist nun, dass die Scherenburgfestspiele Main-Spessart gGmbH eine Zufahrt als zusätzlichen Rettungsweg bauen muss. Außerdem wird die Zuschauertribüne noch tiefer in den Hang hinter der Burgruine versetzt.    

    "Positive Änderungen"

    Peter Interwies, der Bausachbearbeiter der Stadtverwaltung, warb um die Zustimmung des Bauausschusses, da die Änderungen nur positiv zu werten seien. Waren die Zuschauertribüne und das Funktionsgebäude (Garderoben, Sanitäranlagen, Lager) schon nach der bisherigen Planung von der Stadt aus nicht zu sehen, so nun auch kaum noch von den "neuralgischen Punkten" auf der linksmainischen Seite und aus Richtung Langenprozelten. Der neue Burgweg soll von der Zufahrt zum Ronkarz-Garten aus zum Freilichttheater führen. 

    Das war Richard Rauscher (Freie Wähler/Freie Bürger) zu vage: "Wird die Burg verschandelt oder nicht? Sieht man was oder nicht?" Er kritisierte auch, dass die genaue Wegeführung noch nicht ermittelt ist. Irmgard Pröschl (SPD) störte sich daran, dass der Weg hinter der Burg zum Durchgang zwischen der neuen Tribüne und der Bühne und damit während der Theatersaison gesperrt wird. Ihr Fraktionskollege Ferdinand Heilgenthal lehnt die geplante Zufahrt ab: zu extreme Hanglage, Zerstörung der Ansicht des Ronkarzgartens.

    Vehemente Einsprüche überraschen

    Die vehementen Einsprüche überraschten Peter Interwies und Bürgermeister Jürgen Lippert: Der Weg werde sich schnell eingrünen und wäre auch für die städtischen Veranstaltungen auf der Burg von Nutzen. Matthias Kübert (Bündnis für Bürgernähe), wie auch Kilian Blum (CSU), befürwortete den Weg, er entlaste die anderen, problematischen Zufahrten (Mühltorberg, Wald) und sei eine Verbesserung der Gesamtsituation: "Ich verstehe die ganze Diskussion nicht." 

    Matthias Risser (CSU) hingegen sprach von seinem sensiblen Bereich, dessen Idylle zerstört werde, und bezweifelte, dass die Grundeigentümer des geplanten Wegs informiert sind. Das bestritt Bürgermeister Lippert gereizt: "Glauben Sie etwa, wir sind bescheuert?"

    Schließlich befürwortete der Bauausschuss die geplanten Änderungen gegen die Stimmen von Ferdinand Heilgenthal, Richard Rauscher und Matthias Risser. 

    Einhellige Zustimmung zu sechs Bauanträgen

    Den weiteren sechs Bauanträgen stimmte der Bauausschuss einmütig zu, darunter:

    Ein Abhol- und Caterer-/Lieferservice gründet sich im Baumgartenweg 62, wofür eine Treppenanlage vom Baumgartenweg her und zwei Parkplätze auf dem Grundstück von der Zeilbaumweg-Zufahrt her entstehen.

    Im Wernfelder Kapellenweg erhält ein Haus einen Anbau sowie Nebengebäude, und die Stadt verkauft dem Bauherrn einen 80-Quadratmeter-Streifen zwischen Straßen und Grundstück.

    In Seifriedsburg kann in der Valentinusstraße neben der Kirche auf einem abgeräumten Grundstück ein neues Einfamilienhaus mit Carport entstehen.

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