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    Marktheidenfeld

    Drei große 100. Geburtstage

    Willibald Liebler (rechts) begutachtet als Kreisbaumeister die Pläne für den Neubau der Berufsschule an der Friedenstraße mit Georg Seitz, dem Direktor der Berufsschule (Aufnahme aus den frühen 1950er Jahren). Foto: Robert Volk

    In diesen Wochen jähren sich die Geburtstage von drei Kommunalpolitikern zum 100. Mal. Erinnert werden soll aus diesem Anlass an Eduard Deubert, Willibald Liebler und Otwin Hörning.

    Eduard Deubert war von 1960 bis zu seinem Tod 1965 Bürgermeister der Gemeinde Zimmern. Foto: Repro Michael Deubert

    Eduard Deubert war Bürgermeister der Gemeinde Zimmern. Er wurde am 23. Oktober 1919 in Rettersheim geboren. Im Hauptberuf war er bei der AOK beschäftigt, zunächst in deren Geschäftsstelle in Marktheidenfeld, dann in der Zentrale in Würzburg. Seine politische Heimat war die SPD. 1960 wurde er zum Bürgermeister der Gemeinde Zimmern gewählt. "Nach kurzer, schwerer Krankheit und Empfang der heiligen Sterbesakramente", ist auf dem Sterbebildchen zu lesen, starb Eduard Deubert an seinem 46. Geburtstag, dem 23. Oktober 1965, in einem Würzburg Krankenhaus.

    Hauptleistungen während Deuberts kurzer Amtszeit von 1960 bis 1965 waren eine geordnete Ortserweiterung und der Ausbau der Straßen der Gemeinde Zimmern. Für die Ortserweiterung wurden Bauleitpläne erstellt. Das neue Wohngebiet erschloss der Neue Weg, der nach dem Tod des Bürgermeisters in Eduard-Deubert-Straße umbenannt wurde.

    Lieblers Rückkehr in die unterfränkische Heimat

    Geboren am 8. November 1919 in Erlenbach, kam Willibald Liebler nach der Volksschule in die Benediktiner-Abtei Münsterschwarzach. Dort sollte er das Maurer-Handwerk erlernen und auf ein klösterliches Leben vorbereitet werden. Während des Zweiten Weltkriegs wurde er als Soldat 1941 in Nordafrika schwer verwundet. In München, wohin er ins Lazarett und zur Genesung gebracht worden war, lernte er seine Frau kennen. Er heiratete sie wenige Wochen vor Kriegsende. In München studierte Liebler auch an der Staatsbauschule.

    Liebler kehrte zurück in die unterfränkische Heimat und fand Anstellung beim Landkreis Marktheidenfeld, wurde Kreisbaumeister.

    Als Zeitzeuge der Baulandumlegungen in Marktheidenfeld am Ende der 1940er und am Anfang der 1950er Jahre erinnert sich Robert Volk, am Ende seines Berufslebens Geschäftsleitender Beamter der Stadt Marktheidenfeld. 1950 habe Liebler einen Bautechniker gesucht und er, Volk, habe sich gemeldet. Volk betont: Es dürfe die wichtige Rolle Lieblers bei den Baulandumlegungen zu Beginn der 1950er Jahre nicht verkannt werden. Vorbereitet und umgesetzt worden seien die Verfahren der Baulandumlegung von Willibald Liebler. "Er war in dieser Zeit die treibende Kraft, der Motor unserer Stadtentwicklung", fasst Robert Volk zusammen.

    Viele öffentliche Gebäude tragen Lieblers planerische "Handschrift". Genannt seien stellvertretend in Marktheidenfeld aus den 1950er Jahren die Landwirtschaftsschule an der Würzburger Straße (jetzt städtische Kindertagesstätte Lohgraben), die (ehemalige) Berufsschule an der Friedenstraße und das Pfarrheim St. Laurentius, erbaut als Pfarrjugendheim. Beim Neubau des Kreiskrankenhauses und des Kreisaltenheimes an der Baumhofstraße, 1968 eröffnet, gehörten zu den Dienstaufgaben Lieblers die Ausschreibungen sowie die Bau(ober)leitung.

    Liebler war kommunalpolitisch aktiv: 1948 bis 1952 und 1960 bis 1966 war er Mitglied des Kreistags, 1960 bis 1977 Mitglied des Stadtrats, dort mehrere Jahre Vorsitzender der CSU-Fraktion.

    1978 rief er mit Kreisheimatpfleger Leonhard Scherg zur Gründung des Historischen Vereins Marktheidenfeld und Umgebung auf, wurde von der Gründungsversammlung zum Vorsitzenden gewählt. 1995 stellte er das Amt aus Altersgründen zur Verfügung und wurde zum Ehrenmitglied ernannt.

    Als "Kriegsversehrter" gründete Liebler auch die Versehrtensportgruppe Marktheidenfeld und war lange deren Vorsitzender, zuletzt Ehrenvorsitzender. Durch Mitgliedschaft unterstützte er viele weitere Vereine, zum Beispiel die Kolpingfamilie, den Gesangverein 1906, das Rote Kreuz, den Kulturkreis.

    Für seine Verdienste erhielt er zahlreiche Ehrungen, darunter 1978 den Ehrenring und 1992 den Großen Ehrenring der Stadt Marktheidenfeld.

    Im Alter von 82 Jahren ist Willibald Liebler an Mariä Himmelfahrt, 15. August, 2002 gestorben.

    Eine Fortsetzung folgt.

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