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    Main-Spessart

    Durchgehende Schnellbuslinie im Maintal und mehr Rufbusse

    Mehrere Linien steuern den Busbahnhof in Würzburg an. Dort starten die Busse des ÖPNV in viele Richtungen der Region. Foto: Thomas Obermeier

    Eine neue Ära versprechen Landrat Thomas Schiebel und Nahverkehrsbeauftragte Monika Mützel ab dem 1. November für den öffentlichen Personennahverkehr. Denn dann gehen die neuen Linien in Main-Spessart an den Start und auch weitere Verbesserung treten in Kraft. Daran haben Mützel und ihr Team in Abstimmung mit dem politischen Entscheidungsträgern Kreistag und Kreisausschuss anderthalb Jahre gearbeitet. Seit 31. Juli steht nun fest, welche Unternehmen künftig mit Bussen für den Nahverkehr im Landkreis unterwegs sind.

    Sichtbarste Änderung für die Nutzer wird sein, dass die Liniennummern am 1. November kürzer werden, dann genügen drei Ziffern statt bisher vier. Wichtige Neuerung sind zudem mehr Abfahrten auf allen und Taktverkehre auf vielen Linien. Auf der Hauptachse Lohr – Marktheidenfeld – Würzburg werden die heutigen Linien 8050 und 8078 zur durchgehenden Schnellbuslinie ausgebaut. Das Rufbusangebot wird ausgedehnt, es gibt deutlich mehr Fahrten am Wochenende und mehr Zu- und Rückfahrten von den Schulen. Zudem soll der Anschluss zwischen Bus und Bahn besser klappen.

    Busunternehmen bekommen künftig eine Pauschale

    Ein wesentlicher Unterschied ist die Bezahlung der Busunternehmer. Bisher bekamen diese das Fahrgeld der Passagiere und von den Schülerkarten sowie Ausgleichszahlungen. Im neuen Nahverkehrsplan wurden die Buslinien im Kreis nun zu sieben Linienbündel zusammengefasst und so ausgeschrieben. Künftig tragen die Busunternehmer kein Risiko mehr, weil sie für ihre Leistungen unabhängig vom Fahrgastaufkommen pauschal vom Landkreis bezahlt werden.

    Beim nötigen europaweites Ausschreibungsverfahren gingen Angebote von zehn Bietern und Bietergemeinschaften ein, mit Ende der Einspruchsfrist am 30. Juli stehen nun die Gewinner fest. Die Vergabe gilt für die nächsten vier bis zehn Jahre. Der Landkreis ist dabei stolz darauf, dass sich vor allem die mittelständischen Busunternehmer aus der Region durchsetzten. Anders ausgedrückt: Die Änderungen sind überschaubar.

    Wer hat die sieben Bündel gewonnen?

    Das Linienbündel 1 ging an die Bietergemeinschaften Reichert (Geschäftsführer Franz Hock) und Sommer Reisen (bisherige Betreiber). Es umfasst die bisherigen Linien 8065 Karlstadt-Würzburg, 8067 Lohr-Halsbach, 8096 Lohr-Steinfeld-Ansbach und die neue Linie 616 Thüngen-Retzbach-Zellingen.

    Das Bündel 2 ging an Wandervogel Reisen (Wolfgang Väth), bisher wurden die Linien 8091 Marktheidenfeld-Karlstadt und 8093 Marktheidenfeld-Zellingen  von Wandervogel und Grasmann betrieben.

    Das Bündel 3 wurde zusammen mit dem Bündel 6 an die Firma Grasmann vergeben. Zum Bündel 3 gehören die Linien 8050 Lohr-Marktheidenfeld, 8051 Marktheidenfeld-Wertheim, 8094 Marktheidenfeld-Bergrothenfels und 8078 Marktheidenfeld-Würzburg mit bisher fünf Betreibern (Grasmann, Auro, OFV, Geser, Wandervogel, Schneider). Das Bündel 6 umfasst die Linien 8069 Marktheidenfeld-Bischbrunn, 8071 Marktheidenfeld-Schollbrunn, 8072 Wertheim-Schollbrunn, und 8074 Bischbrunn-Wertheim mit den derzeitigen Betreibern OVF, Auro und Schneider.

    Beim Bündel 4 (Gemünden) erhielt die Bietergemeinschaft aus OFV, Omni-Reisen und DRB den Zuschlag (bisher OVF und Karl). Es handelt sich die Linien 8053 Stadtverkehr Gemünden, 8060 Gemünden-Karlstadt, 8063 Gemünden-Harrbach-Hofstetten, 8154 Gemünden Seifriedsburg, 8197 Gemünden-Gräfendorf.

    Das Bündel 5 ging an das Verkehrsunternehmen Manfred Karl (Geschäftsführer Franz und Rudolf Hock), bisher beschickten es die OVF und Firma Grasmann. Es sind die "Spessartlinien" 8045 Lohr-Heigenbrücken, 8046 Lohr-Rothenbuch, 8049 Gemünden-Lohr und 8049 Lohr-Ruppertshütten.

    Bündel 7 (Arnstein) wurde an das Verkehrsunternehmen Schraud (bisheriger Betreiber) vergeben. Die Linien sind 8099 Karlstadt-Thüngen-Arnstein, 8114 Arnstein-Binsbach/Opferbaum, 8138 Arnstein-Opferbaum, 8140 Karlstadt-Arnstein.

    Neue Nummerierung der Linien

    Wegen länger laufender Verträge sind neun Linien noch nicht Teil der neuen Linienbündel. Das ist der Stadtverkehr 8052 Marktheidenfeld, die drei Linien der Stadtwerke Lohr (8036, 8037, 8038) sowie 8055 Gemünden-Obersinn, 8067 Karlstadt-Lohr, 8068 Karlstadt-Würzburg, 8073 Marktheidenfeld-Böttigheim, 8134 Arnstein-Schweinfurt.

    Die künftigen dreistelligen Liniennummern haben immer eine "6" als erste Ziffer, gefolgt von der Nummer des Linienbündels und der Nummer innerhalb das Bündels. So wird aus der 8065 Karlstadt-Würzburg die 610 (erste Linie im ersten Linienbündel) und aus dem Stadtverkehr Gemünden (Linienbünden sechs) die Linie 645.

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