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    Lohr

    Echoes ist die einzige Pink-Floyd-Unplugged-Band weltweit

    Für Schlagzeuger Steffen Maier steht noch immer die Freude an der Musik an vorderster Stelle. Die Unplugged-Konzerte "Barefoot to the Moon" bescherten der Tribute Band einen Höhenflug. Foto: Damir Klaushofer

    Die Band Echoes gilt als erste Pink-Floyd-Tribute-Band im deutschsprachigen Raum. Mit ihrer als einzigartig eingestuften Unplugged-Show "Barefoot to the Moon" haben die Musiker ihre eigene Nische gefunden – nicht einmal Pink Floyd selber spielte Unplugged-Shows.

    Gegründet wurden die Echoes in Aschaffenburg. Neben Michael Unger und Martin Hofmann spielt auch der international bekannte Leadgitarrist und Sänger Oliver Hartmann mit, der durch das Metal-Projekt Avantasia bekannt wurde. Die beiden Gründungsmitglieder sind der ehemalige Aschaffenburger Paul Ahrens, der nach Hamburg zog und Schlagzeuger Steffen Maier, der in Sailauf, im Landkreis Aschaffenburg lebt und Inhaber einer Eventagentur ist. Mit ihm unterhielt sich Frank Zagel vor dem Auftritt am 18. Januar in der Lohrer Stadthalle telefonisch.

    FRAGE: Seit wann gibt es die Band Echoes und warum habt ihr Euch für eine Pink-Floyd-Tribute-Band entschieden?

    STEFFEN MAIER: Unser erstes Konzert unter dem Namen Echoes war 1995. Wir haben damals in verschiedenen Cover-Bands in der Region gespielt. Im Set war auch ein Block mit Pink Floyd-Nummern. Einmal erhielten wir das Angebot, nur Lieder von Pink Floyd zu spielen. Ich erinnere mich, dass das beim Publikum super ankam. Paul und ich habe uns danach überlegt, ob wir nicht ein komplettes Konzert mit Songs von Pink Floyd machen. Allerdings waren die anderen Mitglieder nicht so begeistert. So gründeten wir 1993 Echoes und konzentrierten uns ausschließlich auf Pink Floyd.

    Mittlerweile gibt es einige Pink-Floyd-Cover-Bands. The Australian Floyd Show füllt riesige Hallen. Hat sich die Konkurrenz erhöht oder pflegt ihr Kontakte untereinander?

    Wir waren die erste Pink-Floyd-Tribute-Band im deutschsprachigen Raum und sind jetzt die einzige Unplugged-Band weltweit. Ja, der Wettbewerb wurde schon größer. Bei den großen Cover-Bands handelt es sich um Maschinerien. Das sind alle professionelle Musiker, die unentwegt auf Tour sind. Eine solche Tribute-Band wollten wir ja nie werden. Mehr als 50 Konzerte im Jahr spielen wir nicht. Oliver ist der einzige hauptberufliche Musiker bei uns, alle anderen haben weitere Projekte. Allerdings hätten wir auch nie gedacht, dass das solche Ausmaße wie zur Zeit annimmt. Der Spaß soll erhalten bleiben, die Musik würde sonst ihren Reiz verlieren.

    Mit "Barefoot to the Moon" habt ihr mit euren Unplugged- Shows erfolgreich eure eigene Nische gefunden. Wie kam es dazu?

    Oh ja, von dem Erfolg waren wir echt überrascht. Eigentlich steckt da ja der Widerspruch im Konzept. Pink Floyd unplugged – das kann doch eigentlich nicht funktionieren. Ich habe mal in einem Interview mit Nick Mason, dem Schlagzeuger von Pink Floyd, gelesen, dass er bedauert, nie Unplugged gespielt zu haben. Da dachte ich, dass das doch irgendwie gehen muss. Im Jahr 2005 durften wir bei einem Konzert im Aschaffenburger Hofgarten rein akustisch spielen. Das Experiment verlief teilweise sehr gut, teilweise aber auch gar nicht. Es war schwer die Keyboard- und Gitarrenflächen zu füllen, die den typischen Floyd-Sound ausmachen. Erst mit einem Streichorchester gelang es uns dann die Klangkathedralen mit Cellos und Geigen zu füllen. Wir werden da auch auf alle Fälle nachlegen und das Unplugged- Konzept erweitern.

    Könnten zukünftig auch Songs aus der psychedelischen Frühphase mit Syd Barrett in Unplugged- Versionen in die Setlist mit aufgenommen werden?

    Ich bin der einzige in der Band, der mit dieser Phase vertraut ist. "Set the Controls for the Heart of the Sun" haben wir schon im Programm. Es gäbe da noch weitere Nummern. Allerdings sind wir eine basisdemokratische Band.

    Also liegt der Schwerpunkt in der kommerziellen Phase ab "Dark Side of the Moon"?

    Nicht unbedingt, wir würden uns da schon ran wagen, wenn es passt. Mal abwarten.

    David Gilmour, der Gitarrist und Sänger von Pink Floyd, bestritt 2001 ein Unplugged-Konzert als Solokünstler. Eine Inspiration?

    Ich bin sehr froh, dass ich das Konzert nicht kannte. Erst Jahre später bin ich darauf gestoßen, angehört habe ich mir die Song nur vereinzelt. In diese Nachahmungsfalle konnten wir also erst gar nicht tappen. So haben wir alles selbst erarbeitet. Wir sind dann auch auf die Idee gekommen, die typischen Hintergrundgeräusche auf unsere eigene Weise zu kreieren. Bei "Shine on you Crazy Diamond" haben wir singende Weingläser benutzt. Es gibt für unsere Konzertbesucher noch einige Überraschungen zu entdecken.

    Hattet ihr schon mal persönliche Kontakte aus dem Pink-Floyd-Umfeld?

    Nein, zu den Originalmusikern bestehen keine Kontakte. Allerdings weiß ich, dass Oliver dem Tourmanager von Avantasia unsere DVD in die Hand drückte, der wiederum das Umfeld von Nick Mason kennt. Vielleicht hat Nick Mason unsere DVD erhalten. Den Versuch haben wir zumindest unternommen (lacht).

    Welches ist dein Lieblings-Arrangement bei den "Barefoot to the Moon"-Konzerten?

    Bei "Welcome to the Machine" ist es uns gut gelungen, die düstere Atmosphäre mit Cellos zu transportieren. Beim Publikum kommt "High Hopes" immer sehr gut an.

    Was bedeutet die Musik von Pink Floyd für dich persönlich?

    Als ich das erste Mal den Song "Wish you were here" hörte, war das ein unvergessliches Aha-Erlebnis. "Dark Side of the Moon" hatte ich noch auf Schallplatte, da war ich etwa zwölf Jahre alt. Pink Floyd ist eine der größten Bands der Welt und ihre Musik wird man wohl in 200 Jahren noch hören.

    Bearbeitet von Frank Zagel

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