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    Frammersbach

    Ein Hauch von Berlin

    Ein Hauch von Burlesque mit der „feschen Lola“ alias Èva Fejèr. Foto: Horst Born

    Zum Varieté ist die ehrwürdige Aula der Grund- und Mittelschule in Frammersbach am Mittwoch- und Donnerstagabend avanciert. Èva Fejèr unternahm zusammen mit Gästen auf der Bühne eine anspruchsvolle musikalische Zeitreise mit Musik von 1910 bis 1990 zur besten Sendezeit ab 20 Uhr. An beiden Abenden lockte das anspruchsvolle, vielseitige Programm je gut 100 begeisterte Zuhörer auf den Heuberg.

    Die unterhaltsamen Abende standen unter der Schirmherrschaft von Bürgermeister Christian Holzemer. Der Erlös aus dem Eintritt und dem Getränke- und Essensverkauf geht an die Bergwacht und an die Freiwillige Feuerwehr.

    Mit 83 noch auf der Bühne

    Die große Dame des Varieté Èva Fejèr entstammt ursprünglich der Berliner Szene. Mit mittlerweile 83 Jahren ist so noch bei bester Stimme und verzaubert teilweise anrüchig, lasziv und gewagt im Outfit ihr Publikum. Mit dem Programm Déjà-vu erinnerte die studierte Kartographin an eine schreckliche, aber auch schöne Zeit, wie sie sagt. »Schön, weil wir jung waren.« Die gebürtige Ungarin studierte in Berlin Kartographie und arbeite als Kartographin 28 Jahre an der technischen Universität in der Hauptstadt. Daneben widmete sie sich erfolgreich dem Chanson. Seit 35 Jahren hat sie die deutsche Staatsbürgerschaft, fühlt sich als Europäerin und nennt Bayern als ihre neue Heimat.

    Galant führte Conférencier Jürgen Stopp durch die zweistündigen Darbietungen auf der Bühne. Stimmungsvoll ging es mit dem Klaviersolo von Richard Scherer los. Mit dem Gassenhauer »Big Spender« stieg Fejèr im passenden Kostüm und der Peitsche in der Hand ein. Richard Scherer begleitete sie am Klavier, Bass spielte Klaus Deja. Im ersten Teil des Abends dominierten Lieder von Friedrich Hollaender und George Gershwin. Klar, dass Fejèr die Liebe mit »Ich bin von Kopf bis Fuß auf Liebe eingestellt« oder auch »Ich bin die fesche Lola« sowie »Johnny wenn du Geburtstag hast« aus dem Kultfilm der »Blaue Engel« huldigte. Mit diesen Liedern wurde das ganze »Milieu« salonfähig gemacht und sie wurden bald weltweit in den großen Konzertsälen gesungen.

    Puppentheater und Sprachkurs

    Varieté steht auch für Vielseitigkeit – das zeigte auch das Programm in Frammersbach. Einen echten Hörgenuss bot Karin Scherer mit ihrer eindrucksvollen Stimme bei »Wonderful World« und »Over the rainbow«. Passend fügte sich Kolja Liebscher mit seinem Puppentheater in das Programm mit der Brautschau des Kaspers ein. Eine schmissige Boogie-Woogie-Einlage gab die kleine Greta aus Kassel als Schmankerl am Klavier.

    Jumelage: Sylvia Ludwig unternahm mit dem Publikum singend einen Französischkurs und spielte lustig auf die 30-jährige Partnerschaft mit Orbec in der Normandie an. Im zweiten Teil nahm sie das ungarische Nadasch ins humorvolle Visier. Zum Nil nach Ägypten ging es mit Èva Fejèr in die Bar »Zum Krokodil« ehe Laura Biedermann, Walter Scherer und Jochen Rüth mit dem Instrumentaljazzsong »Sentimental Journey« in die Pause schickte.

    Nach der Pause gab es Rock, Pop, Chansons und Musikstücke aus der Zeit von 1950 bis 1990 zu hören. Den Abschluss bildete das gemeinsame »Über sieben Brücken musst du gehen« von Karat. Zum Gelingen des Abends trugen Stefan Aull, Jürgen Stopp und Udo Büdel an der Technik bei. Backstage waren Anja Neudeck und Leila Ouaz tätig und für das Catering war Stefan Geiger verantwortlich. Dazu brachte sich die Juze-Crew mit ein.

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