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    Lohr

    Ein musikalisches Ausnahmeprojekt

    ToTom, Gabriel, David, Shirley und Alyssia (von links) erlernen mit Freude ein Blasinstrument in der Bläserklasse.
    ToTom, Gabriel, David, Shirley und Alyssia (von links) erlernen mit Freude ein Blasinstrument in der Bläserklasse. Foto: Frank Zagel

    Die größte Anzahl Blasinstrumente spielender Kinder im Vergleich der bayerischen Schulen ist an der Lohrer Gustav-Woehrnitz-Mittelschule anzutreffen. Das betont die sichtlich stolz über ihre mehr als 120 musizierenden Schüler sprechende Schulleiterin Susanne Rinno.

    Am Donnerstagabend zeigten die Bläserklassen beim Benefizkonzert, das neue Instrumente finanzieren hilft, ihre Fähigkeiten einem etwa 250-köpfigen Publikum. Der starke Applaus zeigte, dass das gut ankam.

    Wachsendes Selbstvertrauen und mehr Mut hat Rinno seit dem Start des Projektes im Jahr 2005 bei den Schülern erlebt. "Unsere Bläserklassen sind ein fester Bestandteil des Unterrichts", erklärt Rinno im Gespräch vor dem Konzert. Schüler haben zu Beginn des Schuljahres die Wahl, am herkömmlichen Musikunterricht teilzunehmen oder ein Blasinstrument zu erlernen. "Unsere Schüler fangen oftmals bei Null an", sagt Rinno.

    Musikschule hilft mit

    Hauptverantwortlich für die über die Jahrgangsstufen verteilten Bläserklassen ist Kerstin Schwarzkopf. Bereits seit ihrem 12. Lebensjahr spielt die Lehrerin Trompete. Zu den schulischen Unterrichtsstunden am Instrument kommt individueller Einzelunterricht, der von Musiklehrern der Lohrer Musikschule gegeben wird. Diesen zahlen die Eltern der Kinder selber. Staatliche Zuschüsse gibt es für dieses Ausnahmeprojekt keine, betont Rinno. Nach der Schulzeit haben die Schüler die Möglichkeit, das geliehene Instrument für einen günstigen Preis zu erstehen.

    "Es ist ein besonderer Moment für die Kinder, wenn sie die ersten Töne herausbekommen", berichtet Schwarzkopf von den ersten Versuchen der Schüler. Diese beginnen meistens ab der fünften Klasse mit dem Unterricht.

    Tolle Trompete, mächtige Tuba

    Der 15-jährige Gabriel spielt schon im fünften Jahr mit. "Ich habe mehrere Blasinstrumente ausprobiert", sagt der Neuntklässler, "das Tenor-Saxofon passte gut zu mir." Auch sein Klassenkamerad David begann in der 5. Klasse ohne Vorerfahrungen – er entschied sich ebenso für das Tenor-Saxofon. Seine Mutter müsse ihn zwar zur privaten Probe ermuntern, Spaß mache ihm das aber schon.

    Shirley aus der 9. Klasse entschied sich für die Trompete, weil sie einen Bekannten hatte, der dieses Instrument spielte. Besonders die Melodien der Trompete faszinieren die 14-Jährige. Auf alle Fälle möchte sie auch nach ihrer Schulzeit weiter ihr Instrument spielen.

    "Mächtig" findet Tom aus der 8. Klasse seine Tuba. "Sowohl vom Klang, als auch vom Aussehen", sagt der 14-Jährige. Davor lernte er das Tenorhorn. Die Spielweise sei ähnlich, das Mundstück anders, erklärt Tom sein Instrument.

    Das Konzert wurde von Musikern der Band Swinging Lohr begleitet, die auch nach der Pause musizierten. Den Anfang bestritt die Bläserklasse der fünften Jahrgangsstufe mit einigen Winterliedern. Mit den höheren Klassen steigerte sich auch deutlich hörbar das Niveau.

    Sowohl die Auswahl der Stücke, als auch die Darbietungen konnten stets eine musikalische Schippe nachlegen. Den Höhepunkt boten die von Gerry Kunkel dirigierten achten und neunten Klassen unter großem Applaus mit der Polka "Ho Ruck Bumm", einem Blues-Stück und "Viva la Vida" von der Gruppe Coldplay. Die von Kerstin Schwarzkopf beschriebenen "leuchtenden Augen" waren an diesem Abend tatsächlich allerorts anzutreffen.

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