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    Hohenroth

    Ein selbstbestimmtes Leben für Menschen mit Behinderung

    Überzeugten sich von der Arbeit in den Werkstätten der SOS-Dorfgemeinschaft Hohenroth, hier in der Kerzenzieherei (von links): MdB Angelika Glöckner, SPD-Landratskandidatin Pamela Nembach und MdB Bernd Rützel mit Alexander Seith (Bereichsleiter Arbeit) im Hintergrund.
    Überzeugten sich von der Arbeit in den Werkstätten der SOS-Dorfgemeinschaft Hohenroth, hier in der Kerzenzieherei (von links): MdB Angelika Glöckner, SPD-Landratskandidatin Pamela Nembach und MdB Bernd Rützel mit Alexander Seith (Bereichsleiter Arbeit) im Hintergrund. Foto: Florian Sauer

    Ein klasse Gesetz, das in allen Bereichen deutliche Verbesserungen für Betroffene und Angehörige gebracht hat - das war der Tenor bei der Diskussion zur bisherigen Umsetzung des Bundesteilhabegesetzes (BTHG), zu der der SPD-Bundestagsabgeordnete Bernd Rützel eingeladen hatte. Zusammen mit der behindertenpolitischen Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion, Angelika Glöckner, diskutierten rund 20 Gäste, überwiegend vom Fach, die Neuerungen des Gesetzespaketes, heißt es in einer Pressemitteilung.

    „Menschen mit Behinderungen sollen ein selbstbestimmtes, eigenverantwortliches Leben führen können – so wie alle anderen auch. Das ist der Grundgedanke von Inklusion. Und das ist das Ziel des Bundesteilhabegesetzes, das seit 2016 schrittweise umgesetzt wird“, erklärte Rützel einleitend. Konkret wurde Angelika Glöckner, die in ihrem Impulsreferat noch einmal wesentliche Aspekte des BTHG skizzierte: Kern des Gesetzes war die Herauslösung der Eingliederungshilfe für Menschen mit Behinderungen aus dem „Fürsorgesystem“ der Sozialhilfe. Damit haben Betroffene seither deutlich mehr finanziellen Spielraum.

    Mehr Teilhabe am Arbeitsleben

    Viel Lob gab es für die Verbesserungen beim Zugang zum Arbeitsmarkt von Dieter Körber, Geschäftsführer der Mainfränkische Werkstätten GmbH. Schon die Wahlfreiheit zwischen Arbeit in einer Werkstatt für behinderte Menschen (WfbM), bei einem anderen Leistungsanbieter oder auf dem ersten Arbeitsmarkt sei eine gute Sache. Letzteres stelle quasi die Königsdisziplin dar, die mit dem „Budget für Arbeit“ eine gute Förderung bekomme. Mit ihr werden Arbeitgeber mit Lohnkostenzuschüsse von bis zu 75 Prozent unterstützt, wenn sie Menschen mit wesentlicher Behinderung beschäftigen.

    Ergänzend dazu werden die Kosten für die notwendige Anleitung und Begleitung an der Arbeitsstelle übernommen. Werkstätten für behinderte Menschen leisten großartige Arbeit, aber sie müssen durchlässig sein, sowohl in Richtung regulärer Arbeitsmarkt als auch zurück in die Werkstatt – war die einhellige Meinung.  Um die 300 Unternehmen in der Region konnten mittlerweile für das Inklusionsprojekt "INklusiv! Gemeinsam arbeiten" gewonnen werden, und auch ein Rückkehrrecht sei garantiert.

    Ein ganz wichtiges Puzzelteil, um passgenaue Unterstützung bei der Vielzahl an Leistungsangeboten und Hilfestellungen zu erhalten, ist die Beratung, die mit der „Ergänzenden Unabhängigen Teilhabeberatung“ (EUTB) gestärkt wurde. Silvia Glassen, die das EUTB-Stützpunktbüro in der Gemündener Altstadtpassage betreut, erklärte, dass sie innerhalb eines Jahres bereits über 330 Beratungsgespräche geführt habe.

    Ein kurzer Besuch der Dorfgemeinschaft Hohenroth durfte im Besuchsprogramm von Angelika Glöckner nicht fehlen. Auch dort gab es Lob der Bewohner-Beiräte für das BTHG. Nach einem Dorfrundgang mit Alexander Seith (Bereichsleiter Arbeit) war die Sozialpolitikerin voll des Lobes für die vorbildliche Gemeinschaft.

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    Bearbeitet von Michaela Moldenhauer

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