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    Gemünden

    Einbahnstraße in Marktheidenfeld ignoriert und Passanten beleidigt

    Das Amtsgericht in Gemünden. Foto: Michael Mahr

    Das war für einen Lohrer ein teures "Was bist du für ein Ar...". Wegen Beleidigung muss er nun 2100 Euro bezahlen. Gegen einen entsprechenden Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Würzburg hatte der Autofahrer Einspruch eingelegt. In der Hauptverhandlung nahm er diesen jedoch zurück, nachdem Richterin Katrin Heiduck und die Staatsanwältin deutlich machten, dass er kaum mit einer milderen Strafe rechnen kann.

    Das war geschehen: Montag, 26. August. In und um Marktheidenfeld herrscht auf den Straßen dichter Verkehr. Viele Autofahrer nervt das. So auch den gelernten Parkettleger, der mit seiner Freundin im Auto unterwegs ist. Doch, anstatt sich in Geduld zu üben, schert er bei nächster Gelegenheit aus der Kolonne aus und fährt entgegen der erlaubten Fahrtrichtung durch eine Einbahnstraße. Hier wird die schwere Limousine mit dem Stern auf der Motorhaube von einem Passanten gestoppt. Er macht den Fahrer auf seinen Fehler aufmerksam und droht mit einer Anzeige. Zum Beweis fertigt der Mann ein Foto von dem Auto samt Fahrer. Das brachte ihm die beleidigenden Worte: "Was bist du für ein Ar...", ein.

    Fahrer fühlte sich "öffentlich bloßgestellt"

    "Das war im Eifer des Gefechts", spielte der 38-Jährige sein Tun in der Verhandlung runter. Er war verärgert, betonte er, weil ihn sein Kontrahent "einfach angehalten, ein Foto gemacht" und ihn damit "öffentlich bloßgestellt hat".

    Auf die Frage der Richterin, was er sich von seinem Einspruch gegen den Strafbefehl erwarte, wünschte er sich ein verringertes Strafmaß. "Das ist schon etwas hoch für eine Beleidigung", meinte der Angeklagte. Dagegen hielt ihm die Staatsanwältin vor, dass er bereits zwei Vorahndungen wegen Verkehrsvergehen im Bundeszentralregister hat, sie deshalb weder von der im Strafbefehl festgelegten Anzahl der Tagessätze noch von deren Höhe abweichen wird. Einen Schritt weiter ging Strafrichterin Heiduck, die den Mann darauf hinwies, dass nach Anhörung der geladenen vier Zeugen auch ein höheres Strafmaß herauskommen könne und sogar ein Fahrverbot.

    "Bei einem Strafbefehl geht die Staatsanwaltschaft von einem einsichtigen und reuigen Täter aus", so die Richterin. Sollte die Beweisaufnahme ein anderes Bild ergeben, falle das Strafmaß höher aus. "Bevor es noch schlimmer wird, nehme ich den Einspruch zurück", meinte der Autofahrer schließlich kleinlaut. Damit ist der Strafbefehl über 30 Tagessätze zu 70 Euro rechtskräftig.

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