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    MARKTHEIDENFELD

    Eine Diva im Fasskeller

    Einladung ans Publikum zum Mitsingen: Antje Hagen in der Rolle als US-amerikanische Operndiva Georgie stellte zusammen mit dem Jazzpianisten Jan Weigelt ihr Programm „Diva meets Christmas“ vor.
    Einladung ans Publikum zum Mitsingen: Antje Hagen in der Rolle als US-amerikanische Operndiva Georgie stellte zusammen mit dem Jazzpianisten Jan Weigelt ihr Programm „Diva meets Christmas“ vor. Foto: Martin Harth

    Eine vorweihnachtliche Besinnlichkeit besonderer Art durften die Besucher des Marktheidenfelder Theaters „Fasskeller“ unter dem Hotel „Anker“ in der Obertorstraße miterleben.

    Auf die Bühne trat die Sängerin Antje Hagen in ihrer Rolle als US-amerikanische Operndiva Georgie. Dort traf sie auf Jan Weigelt, ihren Jazzpianisten in ansteckender Weihnachtslaune. Was die beiden gebürtigen Nordlichter zum Thema Christmas-Rummel und Weihnachts-Stimmung zu bieten hatten, war aller Ehren wert.

    Ihr Programm zerfällt in zwei Teile. Zunächst versuchen sie sich auf das Programm für eine Weihnachtsgala zu einigen, zu deren Zeuge die leider etwas wenigen Zuhörer dann nach der Pause wurden. Und nicht nur das: Antje Hagen machte ihre Gäste auch zu Akteuren in ihrem Programm.

    Flotter Jazz

    James setzte sich also an sein Klavier, das Jan Weigelt eben bestens beherrscht und über weite Teile des Programms mit jazzigem Drive zu beleben versteht. Er ist in bester Weihnachtslaune, die ihm die Diva nicht verderben kann. Sie möchte sich nicht mit süßlichem Kitsch abgeben, die hehre Welt der Oper hat es ihr angetan.

    Das Programm „Diva meets Christmas“ lebte von der wandlungsfähigen Mezzo-Sporanstimme der an der Würzburger Musikhochschule ausgebildeten Sängerin Antje Hagen. Sie beherrscht ihr Fach von der lässigen Diseuse bis zu den Arien-Kolaraturen.

    Die Welt der Oper, meinte die Diva, sei zu Weihnachten angemessen, Arien wie die der Gräfin aus Mozarts „Hochzeit des Figaro“ – über Frauen, die leiden. Aber was sie auch probte, ihre Pianist improvisierte immer wieder weihnachtliche Melodien und hielt ihr schließlich humorvoll die Leimroute der Operette hin. So kam sie schließlich bei „Santa Claus is coming to town“ an und dem Duft von Selbstgebackenem und heißen Maronen.

    Besuch vom Weihnachtsmann

    Dann folgte mit der Pause der Szenenwechsel: Flugs stand der Weihnachtsbaum auf der Bühne und Pianist James schlüpfte in das weihnachtsrote Paillettensakko. Die Diva trat in großer Robe vor das Publikum und mit der ganzen Strahlkraft ihrer wunderbaren Stimme zelebrierte sie eine Weihnachtsrevue mit vornehmlich amerikanischen Weihnachtsliedern, die man hierzulande nur wenig kennt. Dabei schuf sie neben heiteren Momenten auch wirkliche Besinnlichkeit. Und sollte es einmal zu süßlich geworden sein, dann jazzte es James auf seinem E-Piano einfach wieder ein wenig weg.

    Antje Hagen wendete sich dem Publikum zu, schuf „Yes we can“–Motivation und teilte Hölzer zum Rhythmus-Schlagen und Schellenkränze für die Glöckchen-begleitete Schlittenfahrt aus. Gelockert durch Stimmübungen war bisweilen das Mitsingen ausgeteilter Texte gefragt, bis sich schließlich das Publikum zum „We wish you a merry Christmas“ im Kanon steigerte.

    Alles in allem boten Antje Hagen und Jan Weigelt eine gekonnte, intelligente Unterhaltung zum Weihnachtsfest, witzig, hintergründig und zum Mitmachen.

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    Von unserem Mitarbeiter Martin Harth

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