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    MARKTHEIDENFELD

    Eine ganze Latte von Straftaten

    Seinen 22. Geburtstag wird er in seiner Zelle in der Justizvollzugsanstalt Ebrach verbringen: der Kleinkriminelle aus Marktheidenfeld, den die Polizei Ende August nach einer halsbrecherischen Verfolgungsjagd dingfest gemacht hat.

    Inzwischen hat die Staatsanwaltschaft Anklage gegen ihn erhoben. Daraus ist ersichtlich, dass Martin M. (Name von der Redaktion geändert) so einiges auf dem Kerbholz hat.

    Neunfachen Betrug, elffaches Fahren ohne Fahrerlaubnis, Diebstahl, Untreue, Fälschung beweiserheblicher Daten, gefährliche Körperverletzung, vorsätzlicher gefährlicher Eingriff in den Straßenverkehr, Sachbeschädigung, Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte – die Staatsanwaltschaft listet eine ganze Reihe von Straftaten auf, die Martin M. zur Last gelegt werden.

    Allein bei den Vermögensdelikten entstand ein Schaden von insgesamt knapp 3800 Euro, so die Staatsanwaltschaft.

    Gravierendster Betrugsfall

    Den gravierendsten Betrugsfall, der ihm vorgeworfen wird, führt die Staatsanwaltschaft aus: Martin M. soll sich eine EC-Karte geliehen haben mit der Behauptung, 50 Euro abheben zu wollen. Tatsächlich aber habe er dann 1000 Euro abgehoben.

    In den sechs Wochen von Mitte Juli an soll er elfmal Auto gefahren sein, ohne dass er eine Fahrerlaubnis hatte. Ende August war dann Schluss damit. Bei dieser letzten Fahrt sei Martin M. mit zwei Begleitern unterwegs gewesen und der Polizei aufgefallen wegen „überhöhter Geschwindigkeit“, so schildert es die Staatsanwaltschaft. Martin M. habe versucht, die Polizeistreife, die ihm folgte, abzuhängen. Dabei sei es beinahe zu zwei Unfällen mit Polizeifahrzeugen gekommen, die als Verstärkung angefordert worden waren.

    Die Verfolgungsfahrt endete schließlich auf der Ortsumgehung von Faulbach im Landkreis Miltenberg. Dort soll der Beschuldigte ein Polizeifahrzeug seitlich gerammt haben mit der Folge, dass sich sein eigenes Auto um 180 Grad drehte und an der Leitplanke liegen blieb. Zwei Polizeibeamte erlitten jeweils ein Schleudertrauma, der Beifahrer zusätzlich eine Schienbeinprellung. Martin M. brach sich bei dem Fahrmanöver das Schlüsselbein.

    Den Schaden am Polizeiauto beziffert die Staatsanwaltschaft mit 8623,68 Euro; der VW von Martin M. hatte Totalschaden.

    Derzeit sitzt Martin M. wegen einer vorausgegangenen Jugendstrafe ein, teilte die Staatsanwaltschaft mit. Die Untersuchungshaft sei deshalb ausgesetzt. Die aktuellen Fälle werden frühestens im Februar 2016 vor dem Schöffengericht des Amtsgerichts Würzburg verhandelt.

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