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    Karlstadt

    Eine göttliche Komödie auf dem Karschter Olymp

    Showdown auf dem Olymp: Schlüsselszene aus der mitreißenden Komödie "Götter wie du und ich" der Theater AG der Realschule Karlstadt, die am heutigen Freitag um 19.30 Uhr im Theater in der Gerbergasse letzmalig zu sehen ist. Von links: Lilian Fischediek als Athene, Johanna Günther als Hera, Julius Schmidt als Zeus, Aron Schmidt als Ares, René Schellenberg als Hephaistos, Lisa Jaturat als Aphrodite, Svenja Frey als Apoll, Antonia Baier als Artemis, Bruno Stöhr als Hermes und Luna Rosel als Jenny. Foto: Robert Emsden

    Gegen Schuljahresende nahmen es unter der Regie von Kristina Ackermann gut 20 Realschüler auf sich, das Stück "Götter wie du und ich" - auf der Grundlage von Beate Haekl - im Theater in der Gerbergasse auf die Bühne zu bringen. Bereits bei der Premiere konnten sich die Theaterbesucher von den beachtlichen Leistungen der jungen Schauspieler überzeugen, die mit viel Können und Esprit zu Werke gingen.

    Eingeleitet wird die unterhaltsame Komödie durch einen köstlichen Videotrailer, der die Aussage enthält "Genau hier auf dem Hügel des Saupurzels, fernab jedweder von Hundehaufen gesäumten Spaziergängerrouten… wurde der einst heilige Olymp wieder aufgebaut!"

    Frustrierte Götter

    Zur Geschichte: Um endlich wieder – wie damals in der Antike – von den Menschen verehrt zu werden, wenden sich die  frustrierten und zerstrittenen griechischen Götter an die irdische Medienmonopolistin Bianca Ringer (Jennifer Kennerknecht) und fordern ihre eigene Fernsehshow. Doch diese steht auf germanische Mythologie und lehnt das Ansinnen kaltschnäuzig ab. Götterbote Hermes (Bruno Stöhr) versucht zu vermitteln und so wird in Kooperation mit der engagierten jungen Journalistin Jenny (Luna Rosel) eine Video-Dokumentation über die Götter gemacht.

    Die Realität offenbart jedoch, dass das Leben der Sippschaft um Muttergöttin Hera (Johanna Günther) und um den einst so zeugungswütigen Zeus keinesfalls harmonisch ist. Wie auf der Erde haben Streit, Eitelkeiten, Intrigen und Liebesaffären Hochkonjunktur. Doch könnte nicht gerade eine solche negative Reality-Reportage die nach hohen Einschaltquoten lechzende  Medienmonopolistin am Ende nicht doch interessieren? Und so tummeln sich auf der Bühne allerlei irdische und göttliche Gestalten.

    Germanische Linientreue

    In ihrer Besessenheit schwört Ringer ihre weiblichen Adepten Kriemhild (Leonie Voll) und Brünhild (Hannah Gehrsitz) auf germanische Linientreue ein. Und nur mit Widerwillen lässt sich Jennys Freund Florian (Niklas Schad) in eine Lederhose zwängen, in bayerischer Mundart schulen und für die germanische Fraktion instrumentalisieren, was ihm bei seiner Freundin Jenny keine Sympathien einbringt.

    Und auf der göttlichen Gegenseite gibt es ebenfalls reichlich Potential für Zoff. Eher pflegeleicht die intellektuelle Athene (Lilian Fischediek), die bildungsferne Küchenmamsell Hebe (Julia Gerhard) und Artemis (Antonia Baier) als Göttin der Jagd. Von Natur aus streitsüchtig dagegen Ares (Aaron Schmidt), der nur zu gerne seinen übelreichenden Hinkebein-Bruder, den Schmied Hephaistos (René Schellenberg), mit Unflätigkeiten übersät. Auch bei Apoll (Svenja Frey), dem Gott der Muse, fehlt es nicht an Eitelkeit. Und nicht ganz unbeteiligt an manchen fleischlichen Versuchungen ist freilich auch die schöne Aphrodite (Lisa Jaturat).

    Überhaupt geht es immer wieder darum, mitten im  üppigen hormonellen Wildwechsel gegebenenfalls rechtzeitig "Die Bäume hochzukommen". Bleibt zu hoffen, dass ungeachtet dieses  Tohuwabohus das Gute am Ende doch siegen wird. Als Souffleuse und in der Rolle einer Reporterin und eines Nachrichtensprechers zu sehen ist Alina Fichtinger. Als zuverlässige Techniker erwiesen sich Marius Hoffmann und Philip Lutz.

    Die letzte Vorstellung von "Götter wie du und ich" findet an diesem Freitag, 12. Juli, um 19.30 Uhr im Theater in der Gerbergasse statt. Der Eintritt ist frei. Freiwillige Spenden werden am Ende dankbar entgegengenommen und kommen der Realschul-Theater-AG zugute.    

    Bearbeitet von Robert Emsden

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