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    Arnstein

    Einzige Tauchschule in MSP: Unter Wasser zur Balance finden

    Alexandra Zühlke in Ägypten während der Tauchausbildung. Foto: Ralf Sekui

    Der Landkreis Main-Spessart ist keine Hochburg der Tauchschulen. Kein Wunder angesichts der eher spärlich vorhandenen Gewässer, die sich zum Tauchen eignen. Trotzdem hat sich die vor fünf Jahren in Arnstein gegründete Tauchschule "Balance Diving" erfolgreich etabliert – weil sie ungewöhnliche Prinzipien pflegt. "Wir machen einiges anders als die anderen", sagt Inhaber Ralf Sekui. Mitbewerber gebe es übrigens genug, sagt er, in den Landkreisen Schweinfurt und Würzburg.

    Ralf Sekui, Inhaber der Tauchschule Balance Diving.  Foto: Markus Rill

    Die meisten böten Einsteiger-Kurse mit einem Tauchlehrer und "vier, fünf oder mehr Anfängern" an, so Sekui. Davon hält er nicht viel. "Ich schule grundsätzlich nur ein oder zwei Leute gleichzeitig." Das ermögliche eine an das Lerntempo der Teilnehmer angepasste Ausbildung und gewährleiste die Sicherheit. Er könne einen solchen drei-, viertägigen Kurs zwar "nicht für 250 Euro anbieten", aber seine Kunden seien zufrieden. Und bestimmt ein Drittel seiner Neukunden seien Frauen und Männer, die von anderen Tauchschulen enttäuscht worden seien. "Wer sich vorher in einer Gruppe gehetzt fühlte, weiß es zu schätzen, wenn nun auf ihn oder sie individuell eingegangen wird."

    Große Bandbreite

    Außerdem biete er eine breitere Palette an als andere Tauchschulen: Sporttauchen, Tauchen für Kinder, Familien und Menschen mit Behinderung sowie "technisches Tauchen" (dazu gehört alles, was über das übliche Sporttauchen hinausgeht: größere Tiefen, aber auch Höhlen-, Eis- und Wracktauchen). Acht freiberufliche Tauchlehrer aus Main-Spessart arbeiten für "Balance Diving", vier weitere in Aschaffenburg und Nordrhein-Westfalen. Dies ermögliche, dass jeder sein Spezialgebiet habe.

    Alexandra Zühlke mit Equipment im Tauchshop. Foto: Markus Rill

    Sekuis Partnerin Alexandra Zühlke beispielsweise ist dafür ausgebildet, mit Menschen mit körperlicher oder geistiger Behinderung zu tauchen. Auch mit Kindern und Familien geht meistens Zühlke – mit weiteren Tauchlehrern – ins Wasser. Und den Laden mit Tauchequipment führt sie ebenso. "In der Saison von Mai bis September ist dann schon sehr viel zu tun", sagt sie.

    Absehbar war das nicht, als Sekui die Tauchschule eröffnete. Eigentlich war sie eher ein Nebenprodukt seiner Tätigkeit als Management-Coach für Wirtschaftsunternehmen. Da referierte er vor Gruppen über Menschenführung und Kommunikation und flüchtete dann vor diesem Stress in die Welt unter Wasser. "Ich hatte zwei Burn-Outs und habe beim Tauchen wieder zur Ruhe und zu mir selbst gefunden", sagt der 53-Jährige.

    Innere Einkehr nach dem Burn-Out

    Diese Gelegenheit zur inneren Einkehr wollte er auch den Managern anbieten, weshalb er sich zum Tauchlehrer ausbilden ließ und die ersten Kurse anbot. Die Tauchschule ist nun ebenso in sein Coaching-Unternehmen eingebunden wie "Energie gegen Stress", in dem Sekui Hypnose, Reiki und andere Techniken zum Stressabbau anbietet. Der Name "Balance Diving" sowie das Yin & Yang-Symbol im Firmenlogo signalisieren das Ziel des inneren Gleichgewichts.

    Ab und zu geht's in den Arnsteiner Badesee, auch wenn er eigentlich nicht tief genug ist fürs Sporttauchen. Foto: Ralf Sekui

    Zu einer Sporttaucher-Ausbildung gehören ein theoretischer Teil sowie das Tauchen im Pool und im Freigewässer. Plätze für die praktische Ausbildung gibt es in Main-Spessart nicht im Überfluss. Zum Waldschwimmbad Triefenstein hat Sekui einen guten Draht, in Gemünden kann er im Frei- oder Hallenbad ausbilden. "In anderen Bädern ist ein-, zweimal im Jahr eine Tauchschule von außerhalb des Landkreises, deshalb lassen sie uns dort nicht hinein", sagt er. Bei den Freigewässern habe er sich "für jeden infrage kommenden See" eine Genehmigung eingeholt. Der Arnsteiner See vor seiner Haustür sei aber beispielsweise wegen der geringen Wassertiefe nicht geeignet. "Aber zum Eis- oder Nachttauchen gehen wir da rein."

    Am liebsten tauchen Rekui und Zühlke sowieso in Ägypten. "Zwei-, dreimal im Jahr" fliegen sie dorthin, das nächste Mal zum Jahreswechsel. Vor Ort bieten sie auch Weiterbildung für Fortgeschrittene an. "Aber weil wir nicht wie viele andere Schulen als Reiseveranstalter auftreten, passen die Preise für unsere Kunden", verspricht Ralf Sekui. Auf Werbung versteht sich der gebürtige Würzburger. Allein von der Tauchschule lebt er derzeit aber nicht. Ralf Sekui bietet weiterhin Coaching für Manager an. Aber auch da ist er von Kursen mit großen Gruppen abgekommen und favorisiert 1:1-Coaching. Yin und Yang.

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