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    Eisenguss Hasloch ist insolvent – Arbeitsplätze bedroht?

    Das Traditionsunternehmen ist wegen Umsatzeinbrüchen in Schieflage geraten. Doch wie konnte es dazu kommen und wie viele Mitarbeiter sind betroffen?
    Das Unternehmen Eisenguss Hasloch ist aufgrund von Umsatzeinbrüchen zahlungsunfähig. Foto: Tilo Keller

    Eisenguss Hasloch – eine Eisengießerei in der südwestlichsten Ecke von Main-Spessart - ist in unruhiges Fahrwasser geraten. Oder, um im Bild zu bleiben, das Unternehmen hat sich die Finger verbrannt. Denn immense Umsatzrückgänge aus dem vergangenen Jahr haben die Firma in die jetzige Notlage geführt. Dem Unternehmen blieb deshalb nichts anderes übrig, als Insolvenz anzumelden. Dafür hat die Firma, mit vollem Namen Eisenguss Hasloch Smart Foundry GmbH, beim Amtsgericht Würzburg einen Antrag auf Eröffnung eines Eigenverwaltungsverfahrens gestellt.

    Durch ein spezielles Insolvenz-Planverfahren wolle man versuche, das Unternehmen nachhaltig zu sanieren, die Geschäftsführung bleibt dabei im Amt und ein Verkauf soll verhindert werden. "In Folge der Probleme in der gesamten Gießereiindustrie hatte auch die EGH 2019 mit dramatischen Umsatzeinbrüchen zu kämpfen", sagt Rechtsanwalt Sebastian Braun auf Nachfrage der Redaktion. Dies habe jetzt zur Zahlungsunfähigkeit geführt. Der Sanierungsexperte und Partner der Kanzlei "Reinhart Kober Großkinsky Braun" wird das Unternehmen unterstützend begleiten. Er stellt klar: Eine Sanierung in der jetzigen Marktsituation ist alles andere als einfach.

    89 Angestellte und weitere Leiharbeitskräfte bangen um ihre Jobs

    Dennoch sieht Braun einige Alleinstellungsmerkmale, die dem Haslocher Unternehmen aus der Krise helfen sollen. "Die EGH steht für eine hohe Geschwindigkeit der Auftragsbearbeitung und verfügt über eine sehr moderne Gießereianlage." Doch der Erfolg der Sanierung hänge nun davon ab, wie sich Kunden, Lieferanten, mögliche Gesellschafter und die Mitarbeiter verhalten werden. Man sei aber in guten Gesprächen, bestätigte Rechtsanwalt Braun.

    Aktuell beschäftigt Eisenguss Hasloch 89 Mitarbeiter und bis zu 50 Leiharbeitskräfte. Deren Löhne und Gehälter sind derzeit über das Insolvenzgeld der Bundesagentur für Arbeit gesichert. Wie es dauerhaft weitergeht sei laut Braun aber noch unklar. Der in den letzten Tagen eingeschränkte Geschäftsbetrieb soll in den nächsten Tagen wieder voll aufgenommen werden. "Wir sind jetzt dabei, das Unternehmen auf Herz und Nieren zu prüfen", sagt Sebastian Braun. Es gehe nun darum, den Geschäftsbetrieb zu sichern und zu stabilisieren. Erst danach kümmere man sich um die "Vergangenheitsbewältigung".

    Früherer Eigentümer KurtzErsa will das Unternehmen unterstützen

    Auch der ehemalige Eigentümer des Unternehmens, der KurtzErsa Konzern, will die Eisengießerei weiter unterstützen. Der Kreuzwertheimer Technologiekonzern hatte die EGH 2018 an die Rheinische Mittelstandsbeteiligungs GmbH verkauft. Als Gläubiger will KurtzErsa dem Haslocher Unternehmen aber Hilfe leisten, heißt es in einer Pressemitteilung. Der Nutzen einer solch modernen Gießereianlage soll nun nicht aufgegeben werden. Im Übrigen ist die Geschäftsführung bereits in Gesprächen mit der IG Metall.

    Das erklärte Ziel des Unternehmens ist es, die EGH über eine kurze Durststrecke zu bringen, bis die bereits vor einiger Zeit umgesetzten Maßnahmen greifen. Die Eisenguss Hasloch Smart Foundry GmbH existiert seit mehr als 165 Jahren und bietet ein Leistungsspektrum von der Werkstoffauswahl und Beratung bis hin zum fertig bearbeiteten Guss an.











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