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    BIRKENFELD

    Emotionale Debatte um Festhallen-Planung

    Emotional wurde es in der Sitzung des Gemeinderats in Birkenfeld, als es um die Erstellung eines Bebauungsplans „Am Berg“ in Billingshausen ging. Denn für die Festhalle, die sich dort befindet und der Heimat- und Kulturverein betreibt, liegt derzeit keine Baugenehmigung vor. Zurzeit ist die Halle nur mit erheblichen Einschränkungen nutzbar. Die Gemeinde ist nun bemüht, die Baugenehmigung zu erlangen. Für die Erstellung des erforderlichen Bebauungsplans hatte Bürgermeister Achim Müller auch Architekt Bernd Müller vom Architekturbüro bma eingeladen.

    Zunächst stellte der Architekt die Ausarbeitungen zum Bebauungsplan vor, dem das inzwischen vorliegende Schallgutachten vom Ingenieurbüro Tasch als Grundlage dient. Hier stellte Bernd Müller fest, dass auf Grund des Gutachtens die Stellplatzordnung geändert werden müsse, um den Schall in den Griff zu bekommen. Die Parkplätze würden nun auf der Freifläche der Halle entstehen, wofür ein neuer Zufahrtsweg gebaut werden muss. Der alte Schotterplatz, der bisher als Parkfläche genutzt wird, müsste abgesperrt werden, erklärte der Bürgermeister.

    Hier zeigte sich Gemeinderat Frieder Hüsam, der zugleich auch Vorsitzender des Heimat- und Kulturvereins ist, sehr kritisch. Er sieht Probleme mit den unteren Nachbarn auf sich zukommen, die dann vom Lärm der neuen Parkplätze belästigt würden. Die nächste Problematik, so Hüsam: Wenn die 25 bis 30 Parkplätze an der Halle belegt wären, müssten die anderen Fahrzeuge im Ort parken und sich die Besucher zu Fuß zur Halle begeben. Außerdem zeigte er sich zutiefst enttäuscht, dass dann kein Jugendzeltlager an der Halle mehr möglich wäre, wenn die Freifläche zu Parkplätzen gemacht würde.

    „So viele Ehrenamtsstunden stecken in der Halle drin, da war die ganze Arbeit umsonst“, zeigte sich Gemeinderatsmitglied Wolfgang Schlund frustriert. Claus Möschl machte darauf aufmerksam, dass für die Wiedererlangung der Baugenehmigung schon viele Kosten durch Gutachten für die Gemeinde entstanden seien. Er fragte, ob es denn überhaupt noch einen Sinn habe, den Bebauungsplan weiterzuverfolgen. Hier machte Bürgermeister Müller deutlich, dass es keine Alternative gebe und er für den Erhalt der Halle kämpfen werde, denn Billingshausen brauche eine Veranstaltungshalle. Deshalb müsse der Bebauungsplan auf den Weg gebracht werden, der vorsieht, das Gebiet „Am Berg“ als Mischgebiet auszuweisen, in dem kein Wohnungsbau zugelassen werde. Außerdem könnten Förderungen über das ELER-Programm in Höhe von 50 Prozent generiert werden, was jedoch noch geprüft werden soll.

    „Die Emotionen kochen zwar hoch, doch es ist unsere einzige Möglichkeit. Wir müssen das Beste daraus machen“, stellte Gemeinderat Thomas Heußlein am Ende der hitzigen Diskussion fest. Er plädierte dafür, die vorgestellte Planung weiterzuverfolgen, die der Gemeinderat mit einer Gegenstimme dann auch auf den Weg brachte.

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