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    Karlstadt

    Enttäuschter Bahnkunde: Ticket nach Bamberg ist nicht billiger

    Das Bahnfahren soll mit dem Jahreswechsel billiger werden. Ein Bahnkunde macht den Test und ist enttäuscht: Keine Preissenkung. Die Bahn bemüht sich um eine Erklärung.
    Ist das Bahnfahren im neuen Jahr wirklich billiger? Ein Bahnkunde beschwert sich, weil er für die Fahrt von Lohr nach Bamberg das gleiche wie im abgelaufenen Jahr bezahlen muss.  Foto: Bernd Thissen

    Ab 2020 gilt bei der Bahn ein verbilligter Mehrwertsteuersatz von sieben Prozent. Sind deshalb die Tickets günstiger geworden? Gerhard Rausch aus dem Landkreis Main-Spessart bezweifelt das in einer E-Mail an die Redaktion der Main-Post. Er hat einen Test durchgeführt. Demnach hat er am Neujahrstag online ein Regio-Ticket von Lohr nach Bamberg gebucht und dafür 31 Euro gezahlt. Das gleiche Ticket hatte aber am 30. Dezember genauso viel gekostet. Keine Preissenkung also.

    "Ich habe für den Neujahrstag einen günstigeren Preis erwartet", schreibt er und vermutet, dass die Deutsche Bahn zumindest in diesem Fall die Mehrwertsteuersenkung nicht weitergibt und "sich ein Plus von zwölf Prozent einstreicht". 

    Wir haben nachgefragt und folgende Auskunft der Deutschen Bahn erhalten: Es sei sehr wohl so, dass seit 1. Januar 2020 der ermäßigte Steuersatz von sieben Prozent bei der Bahn gilt und dass die Deutsche Bahn dies voll an die Kunden weitergibt, betont ein Bahnsprecher. Allerdings - und jetzt folgt die Einschränkung - gelte dies nur für den nicht subventionierten Fernverkehr mit der Nutzung von ICE, IC oder EC. Dort sei die Bahn alleiniger Anbieter und könne so die Senkung wie versprochen durchsetzen.

    Andere Regeln im Regionalverkehr

    Im Regionalverkehr würden andere Regeln gelten, denn, so der Bahnsprecher, dort ist die Bahn nicht alleine für den Zugverkehr zuständig. Es gibt neben der Bahntochter DB Regio auch private Mitbewerber. Diese bilden zusammen eine Arbeitsgemeinschaft (Tarifverband der Bundeseigenen und Nichtbundeseigenen Eisenbahnen, kurz TBNE),  die gemeinsam die Preisstruktur festlegt. Das bedeute, dass die Bahn nicht alleine entscheiden könne, sondern auf die Zustimmung der Mitbewerber angewiesen ist, die im TBNE organisiert sind. Derzeit würde es Verhandlungen geben, sagt der Bahnsprecher, in welcher Form die Senkung des Mehrwertsteuersatzes an die Kunden weitergegeben wird. Diese Verhandlungen seien aber noch nicht abgeschlossen.

    Gerhard Rausch, der von Lohr nach Bamberg mit dem Zug gefahren ist und diese Diskussion angestoßen hat, hat allerdings nur die Züge der Bahntochter DB Regio genutzt. Das spiele keine Rolle, meint der Bahnsprecher. Die neue Preisstruktur könne im Regionalverkehr nur in Zusammenarbeit mit den TBNE-Partnern erarbeitet werden. Das gelte auch für die Verbindungen, in denen die DB Regio alleine verantwortlich ist.

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