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    Remlingen

    Erlebnistag auf dem Bio-Bauernhof

    Bei einer Betriebsbesichtigung gab Biolandwirt Thomas Schwab nicht nur Einblicke in seinen Betrieb, sondern machte vor allem auf Probleme wie Arbeitskräftemangel aufmerksam. Foto: Elfriede Streitenberger

    Der "Tag der Öko-Modellregion Waldsassengau" auf dem Biohof Schwab in Remlingen sollte ein größeres Bewusstsein für den ökologischen Landbau und die regionale Identität in Bayern schaffen. Mit 27 Öko-Modellregionen engagieren sich Kommunen und Landwirte in Bayern im Ökologischen Landbau.

    Die Mitglieder der Modellregion im Würzburger Westen stellten sich mit ihren Bioprodukten und Projekten auf dem Bioland-Betrieb der Familie Schwab in Remlingen vor. Bei strahlendem Herbstwetter erlebten zahlreiche Besucher einen Familien-Erlebnistag. Die Besucher konnten sich über die Entwicklung des ökologischen Landbaus in Vorträgen, Verkostungen und bei Mitmachaktionen informieren.

    Modellregion seit 2017

    Die Allianz Waldsassengau ist seit 2015 eine von 27 staatlich anerkannten Öko-Modellregionen in Bayern. 13 Kommunen arbeiten dabei zusammen und bewirken eine sehr starke Vertretung, wie der Vorsitzende der Allianz und Bürgermeister von Waldbrunn, Hans Fiederling betonte. Mit vielen Einzelaktionen wie einer Wanderung mit Biolandwirt Thomas Hoffmann aus Uettingen mit Kartoffelverkostung, einer Fahrradtour mit dem Zweitem Bürgermeister Volker Amon aus Hettstadt oder einem Waldspaziergang mit Förster Timo Renz durch den Remlinger Forst, zeigten die engagierten Mitglieder Schwerpunkte und Erfolge in der Entwicklung von Land und Forstwirtschaft.

    Mit dem Spruch "Vom Feld zum Teller zu fairen Preisen", warb Landrat Eberhard Nuß (CSU), unterstützt vom Landtagsabgeordneten Volkmar Halbleib (SPD), für einen fairen Umgang mit den Landwirten.

    "Die Produktion biologisch einwandfreier Lebensmittel und der Naturschutz in der Kulturlandschaft sind ohne unsere Bauern schlicht nicht möglich. Und gegen sie schon gar nicht", warb Nuß für mehr Dialog und ein grundsätzliches Umdenken. Kritische Worte kamen von Biolandwirt Thomas Schwab. Für sein Empfinden tue die Politik zu wenig für den Umweltschutz. Obwohl die Möglichkeiten bereits geschaffen und die Verbraucher zum Trennen von Müll verpflichtet seien, landeten immer noch zu viele Verpackungsmaterialien in den Weltmeeren.

    Kühlung verbraucht sehr viel Energie

    Bei der Vorstellung seines Betriebes ging Schwab auf die Tröpfchen-Bewässerung im Gemüseanbau, aber auch auf den Energieverbrauch durch die nötige Kühlung der Lagerware ein. Der Biohof deckt seinen Energiebedarf weitgehend aus der eigenen Photovoltaik-Anlage und den Wasserbedarf durch seine große Zisterne. Er erläuterte aber auch, dass die Bewässerung seiner Felder enorme Energie koste. Immer wieder erlebe er, dass mit Argussaugen auf den Wasserverbrauch bei der Herstellung von Lebensmittel geschaut würde, aber sich sehr wenige Menschen Gedanken über den Energieverbrauch durch das Handy machen.

    Bei einer Betriebsbesichtigung sprach Biolandwirt Thomas Schwab unter anderem über den enormen Energiebedarf durch Lagerung und Bewässerung. Foto: Elfriede Streitenberger

    Moderiert und organisiert wurde die Veranstaltung vom Projektmanager der Öko-Modellregion Waldsassengau, Jochen Diener, in Zusammenarbeit mit Thomas Schwab und Ines Herold-Schwab sowie der Allianzmanagerin Julia Gerstberger. Die Kinder konnten mit Naturmaterialien basteln und sich im Streichelzoo vergnügen. Der zeitgleich stattfindende Saatmarkt rund um den Marktplatz mit einem großen Traktortreffen rundete den Erlebnistag ab. Viele Bürgermeister der Mitgliedsgemeinden schlossen sich dem Appell von Erhard Nuß an, sich mit einem klaren Bekenntnis für den Erhalt der bäuerlichen Landwirtschaft einzusetzen.

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