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    Erlenbach

    Erlenbacher Geschäfte bleiben am Martinimarkt geschlossen

    15 Stände wie diesen, der 2018 auf dem Martini-Markt in Marktheidenfeld stand, hätte es in Erlenbach gebraucht, damit die Geschäfte dort öffnen können.  Foto: Susanne Feistle

    Wer eine neue Waschmaschine oder Werkzeug braucht, der sollte keinen Einkaufsbummel am kommenden Sonntag bei Gebrüder Liebler Erlenbach planen. Auch der Netto-Markt und Claudia Freisingers Kräuterladen "Ringelblümchen" in den Gewerbegebieten bleiben am Tag des Marktheidenfelder Martinimarkts geschlossen.

    In den vergangenen Jahren war es gängige Praxis, dass an den Messesonntagen der Nachbarstadt auch Händler in Erlenbach ihre Türe zum Verkauf öffneten. Doch genau genommen durften sie das nie. Helmut Fuchs, Geschäftsführer der Verwaltungsgemeinschaft Marktheidenfeld (VG), erklärte auf Anfrage, dass das Landratsamts Main-Spessart zu Beginn des Jahrtausends genehmigt hätte, dass an Marktsonntagen die Geschäfte in Erlenbach öffnen dürften.

    Entscheidend ist das Ladenschlussgesetz 

    Mittlerweile entscheidet die Gemeinde darüber, wann verkaufsoffene Sonntage stattfinden. Die vormals erteilte Genehmigung sei unnötig, so Fuchs. Was zählt, ist das Ladenschlussgesetz. Darin steht geschrieben: Geschäfte dürfen anlässlich von Märkten, Messen oder ähnlichen Veranstaltungen an vier Sonn- und Feiertagen jährlich geöffnet sein.

    "Es haben nie Märkte stattgefunden", so VG-Leiter Fuchs. Im Frühjahr habe die Verwaltung auf die geltende Rechtslage hingewiesen. Ludwig Franz, Geschäftsführer bei Gebrüder Liebler, weiß: "Wir erfüllen die Genehmigung des Landratsamtes nicht. Für einen Markt müssten wir 15 Stände haben." Deshalb habe er – ebenso wie Claudia Freisinger und der Netto-Markt – bereits zum Maimarkt eine Abmahnung von der Verwaltungsgemeinschaft erhalten, sagte er.

    Er schätzt, dass ein kundiger Bürger, vermutlich ein Konkurrent, Gebrüder Liebler bei der Gemeindeverwaltung angezeigt habe. "Wir müssen dem nachgehen", sagte Erlenbachs Bürgermeister Georg Neubauer. Trotzdem findet er es schade, dass in seinem Ort der verkaufsoffene Sonntag so nicht mehr stattfinden kann.

    Freisinger findet es schade, Netto freut sich

    Claudia Freisingers "Ringelblümchen" hatte im Frühling zum ersten Mal aus Anlass des siebenjährigen Bestehens an einem Sonntag geöffnet. "Schade, dass wir das nicht dürfen", sagte Freisinger. Für sie sei es einfacher, die Tür ihres Ladens zu öffnen, anstatt einen Verkaufsstand auf einem Markt zu bestücken. Denn ihre Ware ist empfindlich gegenüber Nässe. Und es sei sehr aufwendig, die Tee- und Kräutertüten einzupacken und zu transportieren. Um ihre Kunden trotzdem zu versorgen, wird sie an den Adventssamstagen in diesem Jahr von morgens bis abends öffnen.

    Bürgermeister Neubauer hatte auch mit den Filialleitern von Netto und dem neu eröffneten "WM Küchen + Ideen" gesprochen. Beim Discounter freue man sich, dass man keine Angestellten für den verkaufsoffenen Sonntag zur Arbeit holen muss, so Neubauer. Das Küchenstudio hatte auch am bisherigen Standort in Marktheidenfeld an Marktsonntagen nicht geöffnet, sondern Schautage veranstaltet.

    Ähnlich sei es beim Autohaus Partes, weiß der Bürgermeister. Dort richte man seine Termine für die Ausstellungen nach den Herstellern. Erst im September wurden neue Modelle präsentiert, allerdings ohne Beratung und Verkauf.

    Kurz habe Ludwig Franz überlegt, einen Markt mit fliegenden Händlern zu organisieren, um sein Geschäft auch in Zukunft an Marktsonntagen öffnen zu können, sagte er. Doch dafür fehle ihm die Zeit. Auch Neubauer sagte, dass die Verwaltung der Gemeinde keine Kapazität für die Organisation eines Marktes habe. "Ich unterstütze aber jeden gerne, der einen Markt oder eine Messe in Erlenbach auf die Beine stellen möchte."

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