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    Gräfendorf

    "Ermutigen, die Verbundenheit in der Kirche stärken"

    Dekan Roth predigt in der evang. Michaelskirche in Gräfendorf zum Abschluss der Visitation.  Foto: Carolin Esgen

    Wie nimmt ein Dekan seine kirchenleitende Verantwortung wahr? Ein Instrument dazu ist eine Visitation, wie sie jüngst im Evang.-Luth. Dekanat Lohr in der Kirchengemeinde Gräfendorf zu Ende ging. Pfarrer Thomas Schweizer begrüßte in Gräfendorf zum Gemeindeabend. "Schön, dass über zehn Prozent der 141 Gemeindeglieder gekommen sind, auch junge Menschen", freute sich Dekan Till Roth lau Pressemitteilung.

    "Eine Visitation ist ein Besuch, bei dem wir voneinander lernen, uns ermutigen, die Verbundenheit in der Kirche stärken", erläuterte Dekan Roth zu Beginn. Die Gemeindewirklichkeit stehe im Mittelpunkt, sie wahrzunehmen und auch in andere Gremien einzubringen sei Anliegen der Visitation. Im Impulsreferat "Kirche – wohin?" skizzierte Roth gesellschaftliche Entwicklungen wie Individualisierung, Wohlstand und Stress, zeigte deren mögliche Gefahren für Gemeinsinn und Spiritualität auf und setzte diesen die Aufforderung, Kirche theologisch zu denken, entgegen. Er sehe die Herausforderungen für Kirche in der Weitergabe des Glaubens an die nächste Generation, in der Fähigkeit des Einzelnen, den Glauben zu vertreten, in der Übernahme geistlicher Verantwortung durch Ehrenamtliche und in der Stärkung des Vertrauens in die Bibel.

    In der sich anschließenden von Pfarrer Schweizer moderierten Diskussion um Prioritäten, Hoffnungen und Befürchtungen für die Gemeinde Gräfendorf wurden eher hoffnungsvolle Stimmen laut. Gemeinsam mit der katholischen Gemeinde auf dem Weg zu sein bei Angeboten für Kinder schien allen Beteiligten ein sinnvolles Bestreben. Der Erhalt des evang. Kirchengebäudes – ein für Till Roth nachvollziehbarer Wunsch, den er soweit möglich unterstütze. Doch auch hier helfe der Blick in die Bibel, um zu realisieren, dass Kirche vor allem das gemeinsame Hören auf das Evangelium und das Feiern des Abendmahls sei: Gottesdienst.

    Mit einem Gottesdienst in der Michaelskirche in Gräfendorf und anschließendem Kirchkaffee mit geladenen Gästen wie der stellvertretenden Landrätin Sabine Sitter und dem Pastoralreferenten Thorsten Kapperer als Vertreter der katholischen Pfarreiengemeinschaft ging die Visitation zu Ende.

    Passend zu anstehenden Veränderungen und zukunftsträchtigem Aufbruch wandte sich Dekan Roth mit der Predigt anlässlich des Reformationsfests an die Gemeinde, die Beziehung zu Gott in den Mittelpunkt stellend und gleichzeitig eine der skizzierten Herausforderungen aufgreifend, offen zum Evangelium zu stehen. Die Visitation der evangelischen Pfarrei Gemünden wird Ende November mit dem Besuch der Kirchengemeinde Gemünden fortgesetzt.

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