• aktualisiert:

    LANGENPROZELTEN.

    Es ist nicht alles so, wie man es sich einst erträumt hat

    Eine "zeitlose Komödie" mit durchaus tragischen Momenten nannte Regisseurin Karin Bares die neue Produktion in der Spessartgrotte: Ephraim Kishons "Der Trauschein", ein Stück aus den 70er Jahren, das am Freitag in der Spessartgrotte Premiere hat.

    Der Inhalt beschreibt, wie ein verloren gegangenes Papier, eben besagter Trauschein, vor 25 Jahren nur eine Formalität, jetzt zum familiären Politikum wird. Zeitlos auch schon deshalb, da ein Ehepaar, dass nach 25 Jahren gemeinsamen Lebens diese Zeit Revue passieren lässt und feststellt, dass nicht alles so wurde, wie man es sich damals vorgestellt hatte. Dass es Träume gab, die dem anderen überaupt nicht bewusst wurden, und deshalb verkümmerten. Vorhandene Einsamkeit trotz Zweisamkeit und des brisanten Überlegens ob man diese Ehe noch einmal eingehen würde.

    Das Ehepaar Brzowsky (dargestellt von Hella Elges und Theo Gündling) sind ein biederes Handwerker-Ehepaar in einem Dorf, wo jeder jeden kennt und moralische Aspekte eine große Rolle spielen. Sie seien "schwierige Eltern" sagte Tochter Vicky, alias Christine Hartmann. Sie studiert und ist sich dieser Außergewöhnlichkeit in ihrem Milieu sehr bewusst und provoziert namentlich den Vater mit ihrem neuen Wissen. Sie will heiraten, sucht Geborgenheit und Sicherheit. Der Auserwähte ist ein Angestellter im statistischem Amt, bei dem und besonders bei dessen Mutter (die nie auftritt aber stets präsent ist) alles seine Ordnung haben muss.

    Seelen-Einblicke

    Bei dem Rückblick ihrer Eltern auf die vergangenen 25  Jahre wird der Tochter vor Augen geführt, dass es da auch Unterdrückung gibt, die eigenen Bedürfnisse oft zu kurz kommen.

    Konstantin Monahow ist das "Muttersöhnchen", dass vom Boten Bunky (Alexander Rudolph) ausgestochen wird. Die Witwe Hooper, eine neugierige Nachbarin, die immer da ist, wenn es was zu klatschen gibt, spielt Sigrid Kuhn.

    Regisseurin Bares legte in ihrem Regiekonzept großen Wert darauf, dass alles möglichst realistisch und authentisch wird, keine "große Kunst" wie im Profi-Theater, sondern für den Zuschauer nachvollziehbar.

    Spaß bei den Proben

    Den sechs Hobbyschauspielern machte die Probenarbeit nach eigenen Worten Spaß. Gündling nannte die vielschichtige Rolle sogar eine Herausforderung.

    Bares, den Besuchern der Spessartgrotte bekannt durch ihre erfolgreiche Inszenierung "Das Narrenschiff" im vergangenen Jahr, suchte sich den "Trauschein" nicht aus, sie erfüllte der Theaterleiterin Helga Hartmann damit einen lang gehegten Wunsch.

    Ob dieser Trauschein wiedergefunden wird und ob geheiratet wird, diese Fragen werden in der Spessartgrotte in Langenprozelten ab Freitag 6.  Oktober, um 20  Uhr (Premiere) und danach noch mindestens 20  Mal bis Anfang Dezember beantwortet. zz

    Fotos

      Kommentare (0)


      Sie sind noch kein Mitglied auf mainpost.de?
      Dann jetzt gleich hier registrieren.