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    Gemünden

    "Esperanza" fördert ökologische Landwirtschaft in den Anden

    Der Verein 'Esperanza' fördert ökologische Landwirtschaft in den Anden.
    Der Verein "Esperanza" fördert ökologische Landwirtschaft in den Anden. Foto: Franz Gerhard

    Mit insgesamt 4500 Euro unterstützte der Eine-Welt-Verein "Esperanza" in diesem Jahr drei Selbsthilfeprojekte in Asien, Afrika und Lateinamerika. Das Geld wurde im Weltladen an der Obertorstraße in Gemünden durch den ehrenamtlichen Verkauf fair gehandelter Produkte sowie durch Mitgliedsbeiträge und Spenden erwirtschaftet, geht aus einer Pressemitteilung hervor. Was diese Hilfe konkret bewirkt, schildert der Esperanza-Verein beispielhaft am Projekt "Ökologische Landwirtschaft in den Anden", heißt es in einer Pressemitteilung.

    Seit die Kirche in Lateinamerika - nach Jahrhunderten des Wegsehens – begann, die Massenarmut und deren Ursachen in den Blick zu nehmen, entstanden auch in den ländlichen Regionen Organisationen, die der benachteiligten kleinbäuerlichen Bevölkerung zu besseren Lebensbedingungen verhelfen wollten. Dabei setzten sie auf eine Rekonstruktion alter, von den Kolonialherren verdrängter Inka-Methoden, kombiniert mit Erkenntnissen der modernen ökologischen Landwirtschaft.

    Im Rahmen der von Misereor geförderten Projekte lernen die Kleinbauern, eigenes Saatgut und natürlichen Dünger zu produzieren. Sie legen Terrassen, Regenauffangbecken und Kanäle an, so dass es auch in der Trockenzeit genug Wasser für die Felder und die selbst gebauten Gewächshäuser gibt. Ernte und Viehfutter lagern sicher in Silos. Vom Verkauf der Überschüsse können die beteiligten Familien ein kleines Einkommen erwirtschaften. Von ihnen denkt niemand mehr daran wegzuziehen.

    Pionierarbeit leistete hier seit den 1980er Jahren der aus Karlstadt stammende Pfarrer Axel Gerling. Zusammen mit seinem Schwager Ricardo, einem Agraringenieur, hat er in der Pfarrei  Cristo de Ramadas, Bezirk Cochabamba (Bolivien), über Jahre hinweg ausprobiert, ob sich den Böden im Hochland nicht doch mehr abringen lässt, als es den Indiobauern bis dahin gelungen ist. Inzwischen hat sich der Kartoffelertrag vervielfacht, und es wächst Gemüse und Obst auf den Feldern, das es vorher in dieser Höhe nicht gegeben hat. Die Natur-schonenden und kostengünstigen Landwirtschaftsprojekte, die Gerling angestoßen hat, fanden auch international Beachtung. Weit über 1000 Familien haben sich von diesem Konzept überzeugen lassen, weitere sollen hinzukommen, heißt es in der Mitteilung weiter.

    Das Wissen um eine klimaangepasste und ertragreiche Landwirtschaft wird in Bolivien von der Organisation K’anchay vermittelt, in Peru von REDES und dem Centro de Formación Campesina (C.F.C.). Gleichzeitig erfährt die Bevölkerung auch Unterstützung im Widerstand gegen Großkonzerne, die ihre Lebensgrundlage bedrohen. Zehn Nutzholzsetzlinge zur Verhinderung von Bodenerosion kosten vier Euro, ein Zuschuss zur Teilnahme an einem Kurz zur nachhaltigen Landnutzung beträgt sieben Euro; die Baukosten eines Regensammelbeckens belaufen sich auf 1500 Euro.

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    Bearbeitet von Michaela Moldenhauer

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