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    Esselbach

    Esselbach: Autobahnnähe sorgt für mehr Einwohner und Gewerbe

    Schon der kirchliche Segen bei der Einweihung der neuen Freizeitanlage im Juli 2018 an der Weed in Esselbach machte allen Beteiligten sichtlich Spaß. Foto: Richard Krebs

    Bürgermeister Richard Roos hatte in der Bürgerversammlung in Esselbach fast nur Gutes zu berichten. Die Gemeinde wächst, zum Stichtag 1. Januar 2019 hatten 2219 Bürger dort ihren Hauptwohnsitz – neun mehr als im Vorjahr. "Mühsam ernährt sich das Eichhörchen", kommentierte Roos den langsamen Anstieg der Einwohnerzahl, der aber stetig stattfindet "entgegen aller früherer Prognosen".  15 Geburten gab es im Jahr 2018, 100 Wegzügen stehen in dem Zeitraum 112 Zuzüge gegenüber. "Wir sind ja staugeplagt", erklärt der Bürgermeister im Hinblick auf den Autobahnausbau, "aber dass viele Leute zu uns ziehen, liegt bestimmt auch an der Nähe zur A 3." Auch das entstehende Baugebiet am Schülersgut sei sehr gefragt.

    Alle Flächen im Industriegebiet bereits verkauft

    Bürgermeister Richard Roos gab bei der Bürgerversammlung im Jahnuar 2019 einen Rückblick auf das vergangene Jahr in Esselbach. Foto: Ralf Thees

    Ebenfalls von der Autobahnnähe profitiert das Industriegebiet Bärnroth. Zu dem 2017 dorthin gebauten Standort der Waldaschaff Automotive GmbH gesellen sich bald weitere Betriebe und Unternehmen. Beispielsweise wird dort ein Kfz-Betrieb entstehen, so Roos, ein Café mit Außengastronomie, ein Apothekenversand aus Faulbach werde seine Zentrale dorthin verlegen, ein Esselbacher Holzhandel wird dort bauen, ebenso wie ein Caravan-Händler aus Altfeld, dazu werde eine weitere große Automotive-Halle im Sommer in Betrieb genommen. "Die ganzen 18 Hektar sind verkauft", sagte Roos. Die Gemeinde habe sich um die Vermarktung selbst gekümmert, "wir konnten uns im Gemeinderat aussuchen, wen wir nehmen." Bevorzugt worden seien einheimische Betriebe und Unternehmen, die Arbeitsplätze nach Esselbach bringen.

    Im Rückblick auf das vergangene Jahr hob Roos unter anderem den Abbau der oberirdischen Stromleitungen und die Umstellung auf Erdverkabelung hervor, im Ortsteil Kredenbach werden die Masten in diesem Jahr entfernt. Im Zuge eines Förderprogramms wurden fast alle Waldwege in Esselbach und Steinmark saniert und "im Nichts endende" Wege miteinander verbunden wurden. 

    Kosten im Rathaus in Steinmark im Rahmen geblieben

    Erstrahlt seit vergangenem Jahr innen wie außen in neuem Glanz: die 1904 errichtete Volksschule Steinmark nach der energetischen Sanierung. Jetzt dient das Gebäude als Rathaus, Gemeindearchiv, Vereinstreffpunkt und Wohnung Foto: Richard Krebs

    Beim alten Rathaus in Steinmark hätte man denken können, "dass die Kosten davon gerannt wären", wenn man nur die im Amtsblatt veröffentlichten Nachträge sah. "Was dort aber nicht auftauchte, waren die Einsparungen an anderer Stelle", so der Bürgermeister. Trotz einiger Überraschungen seien die Kosten im Rahmen geblieben. Die Frage eines Bürgers, ob der markante Glockenturm wiederhergestellt werden, musste Roos verneinen. Dafür war das Dach in zu schlechtem Zustand und der nötige Aufwand zu hoch. Die Freizeitanlage an der Weed als weiteres Großprojekt sei gleich im ersten Jahr "bei dem Jahrtausendsommer" sehr gut angenommen worden. Die Finanzlage sei gut, die Pro-Kopf-Verschuldung weiter gesunken auf 187,31 Euro.

    Dorfgemeinschaftshaus als nächstes Großprojekt

    Als Ausblick auf das aktuelle Jahr stellte Roos neben kleineren Projekte den Baubeginn des Dorfgemeinschaftshauses in Aussicht, das mit knapp 900 000 Euro bezuschusst wird. Fertig werde es aber wohl erst 2021. Dazu werde mit der Generalsanierung der Alten Schule in Kredenbach begonnen als auch mit dem Anbau an das Feuerwehrhaus. 

    Fragen stellen die rund 50 anwesenden Esselbacher  nur wenige. Auf den Wunsch eines Bürgers nach einer Pflegeeinrichtung, sagte Roos. "Eine Kurzzeitpflege ist im Plan", sagte Roos, ein Schritt sei bereits die Erschließung eines Gebiets der Gemeinde an der Weed.

    Dass Anwohner mit an der Hauptstraße parkenden Autos für "eine eigene Verkehrsberuhigung" sorgen, halte Roos für eine Gratwanderung. Allerdings sei der Antrag, die Tempo-30-Zone zu verlängern, vom Landratsamt abgelehnt worden, da dort kein Unfallgeschehen festzustellen sei.

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