• aktualisiert:

    Lohr

    Externe Hilfe für Lohrs Citymanagement

    Um die Arbeit der seit einigen Wochen in Lohr mit einer Halbtagsstelle agierende Citymanagerin Simone Neubauer zu ergänzen, hat die Stadt Lohr die Dienste eines externen Fachbüros hinzugebucht. Den Zuschlag erhielt die Firma Imakomm Akademie GmbH mit Sitz in Aalen/Württemberg.

    Der Vertrag umfasst 15 Wochenstunden und läuft über drei Jahre. Details zu den Kosten nennt die Stadt nicht, da es sich um eine vertragliche Regelung handle. Die Summe bewege sich jedoch im Rahmen der im Wirtschaftsentwicklungsgutachten bezifferten Summe von rund 60000 Euro pro Jahr, so Pressesprecherin Franziska Lampert auf Anfrage der Redaktion. Die Stadt hoffte auf staatliche Zuschüsse von bis zu 60 Prozent der Kosten.

    Zwei Büros im Rennen

    Ziel des von der Stadt nun angestoßenen Citymanagements soll es unter anderem sein, Lohr und seine Innenstadt als Ort für Handel und Veranstaltungen zu stärken. Mit Neubauer, die zuvor stellvertretende Stadthallenmanagerin in Lohr war, setzt das Rathaus einerseits auf die Kenntnisse einer Einheimischen. Daneben hatte sie die Unterstützung von außen ausgeschrieben. In der jüngsten Stadtratssitzung hatten sich zwei Büros vorstellen dürfen.

    Dass der Zuschlag auf die Imakomm Agentur entfiel, dürfte nicht zuletzt an der Mitarbeiterin gelegen haben, die diese für die Lohrer Aufgabe vorstellte: eine ehemalige und langjährige Citymanagerin. Das Konkurrenzbüro aus Dortmund hatte hingegen eine Neu- und Seiteneinsteigerin für die Aufgabe in Lohr vorgesehen.

    Erfahrung in 400 Orten

    Womöglich spielte auch die Tatsache eine Rolle, dass Imakomm vor allem im süddeutschen Raum Referenzen vorweisen kann. Man habe bereits rund 400 Kommunen betreut, sagte Geschäftsführer Peter Markert, wobei man auf kleinere Städte bis 30000 Einwohner spezialisiert sei.

    Die Stadt hatte den beiden Büros mit 15 Minuten einen recht engen Zeitrahmen für die Vorstellung gesteckt. In dieser Frist sollten sie nicht nur sich selbst vorstellen, sondern auch noch zwei zuvor gestellte »Hausaufgaben« lösen. Zum einen wünschte sich die Stadt Aussagen dazu, wie die Büros Leerstände wieder in Nutzung bringen würden. Daneben waren Vorschläge dazu gefragt, wie neue Feste in der Altstadt etabliert oder frühere wiederbelebt werden könnten.

    Allzu konkret wurden die von den Vertretern der beiden Büros präsentierten Ideen naturgemäß nicht. So sagte Imakomm-Chef Markert, dass sich das Leerstandsproblem andernorts lösen lasse, weswegen man auch in Lohr eine Lösung finden könne. Dort, wo bislang Einzelhandel angesiedelt gewesen sei, müsse oder könne nicht zwingend wieder Einzelhandel angesiedelt werden. Für die Nachnutzung des in rund einem Jahr frei werdenden dm-Marktes in der Hauptstraße regte Markert beispielsweise eine Gin-Bar oder ein »Wiener-Schmäh-Café« an.

    Man müsse auch gezielt Geschäftsinhaber in benachbarten Orten oder Städten ansprechen und fragen, ob sie sich Lohr als Standort vorstellen könnten – auch wenn dies »kommunalpolitisch nicht ganz unheikel« sei, so Markert.

    Gegenleistung für Vereine

    Zur Frage, wie sich die Fest-Szene in Lohr beleben lässt, sagte Heike Büttner, die von Imakomm für die Aufgabe in Lohr vorgestellte Mitarbeiterin, dass man Vereinen als Gegenleistung für das Engagement bei Festen Gebühren für die Nutzung von Sporthallen nachlassen könne. Eine Idee, die für einiges Gemurmel unter den Räten sorgte.

    Imakomm-Chef Markert kündigte an, dass die für Lohr zuständige Mitarbeiterin ein möglichst gut wahrnehmbares Büro in der Innenstadt beziehen wolle. Sie werde wöchentlich, mindestens aber 40 Tage im Jahr in Lohr anwesend sein. Ziel von Stadt und Imakomm ist es, dass das Büro schnellstmöglich seinen Dienst in Lohr aufnimmt.

    Weitere Artikel
    Fotos

      Kommentare (0)

        Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!