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    Lengfurt

    Fastenaktion will jungen Menschen eine Zukunft bieten

    Ein Fastenessen fand im Pfarrheim Lengfurt statt. Foto: Jochen Scheer

    „Mach was draus: Sei Zukunft!“ lautet das Motto der diesjährigen Fastenaktion von Misereor. Dabei richtet sich der Blick besonders auf junge Menschen in El Salvador, die ohne Hilfe kaum Chancen auf eine gesicherte Zukunft haben, heißt es in einer Pressemitteilung. Am Fastenessen im Pfarrheim Lengfurt nahmen dieses Jahr 70 Gläubige teil.

    El Salvador ist eines der gewalttätigsten Länder der Welt. Ganze Regionen werden von brutalen Jugendbanden kontrolliert, die Schutzgeld erpressen und mit Drogen und Waffen handeln. Vor allem junge Menschen sind schutzlos. Angst und Armut treiben viele Zehntausende ins Exil oder dazu, sich einer Bande anzuschließen. Die Misereor-Projektpartner bieten ihnen Alternativen für eine bessere Zukunft.

    „Was ist dein Lebensplan?“ Diese Frage stellt der Misereor-Projektpartner, die Caritas San Salvador, den Mädchen und Jungen. Sie bieten Kurse an wie „Mein Lebensplan“: Dort lernen Jugendliche ihre Fähigkeiten für eine bessere Zukunft einzusetzen. Viele haben die Hoffnung verloren, hier werden sie stark gemacht, damit sie ihren Weg finden. Jorge Castro, ein junger Landwirt war erst skeptisch und die Kurse erschienen ihm wie ein Spiel. Aber dann hatte er plötzlich so viele Ideen und war voller Kraft, sie auch umzusetzen. Inzwischen hilft er bei den Kursen als Ehrenamtlicher und möchte, dass viele junge Menschen eine Chance bekommen.

    Margarita Hernandez hat vier Kinder und die Einnahmen ihres Mannes als Feldarbeiter reichten kaum zum Überleben. Sie nahm am Programm für Kleinunternehmerinnen teil und lernte Buchführung. Nach dem erfolgreichen Abschluss erhielt sie umgerechnet 130 Euro Startkapital. Damit fuhr sie in die Hauptstadt und kaufte Schuhe für ihren eigenen Schuhverkauf zu Hause. Mit dem Gewinn können sie als Familie besser leben.

    Rosa Ramirez geht an Krücken und dachte immer, mit dieser Behinderung finde ich keine Arbeit. Sie nahm am Programm „Mein Lebensplan“ teil und bekam ein Startkapital. Damit baute sie sich eine kleine Hühnerzucht auf und vom Gewinn unterstützt sie ihre Mutter und ihr Schwestern.

    Seit dem Start vom Kurs „Mein Lebensplan“ 2014 haben: 450 Jugendliche teilgenommen, 89 Schule oder Ausbildung begonnen oder fortgesetzt, 124 eine Arbeit gefunden, 48 Jugendliche den Schritt in die Selbständigkeit geschafft. Das Fastenessen will einen kleinen Beitrag dazu leisten. Mit unserer Spende sichern wir das Startkapital, mit dem Jugendliche ihre Geschäftsidee umsetzen und ihren Lebensunterhalt verdienen können.

    Nach einem gemeinsamen Tischgebet genossen die Teilnehmer ihr Essen mit einem Bananendrink, der Hauptspeise war Locro, einem südamerikanischer Gemüsetopf, und als Nachspeise gab es elsalvadorianischer Maispudding als Nocken mit roter Fruchtsoße.

    Organisiert war die Veranstaltung vom Fastenessen-Team: Inge Scheller, Erna Popp aus Lengfurt, Irmgart Rüb aus Rettersheim, Maria Baumann, Agnes Weigand, Inge Scheer aus Homburg sowie dem Deko- und Begrüßungsteam: Katrin Schweigert aus Homburg, Christine Löffelmann und Erika Haro aus Lengfurt sowie der Aufbauhelferin Sonja Deubert.

    Bearbeitet von Peter Kallenbach

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