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    Marktheidenfeld

    Ferienworkshops: Handwerk und jugendliches Spiel

    Kreative Bücher – Pop-Ups wurden im Workshop mit Valentina Harth (hinten, Mitte) erarbeitet. Foto: Martin Harth

    Es war eine ziemlich schräge "Umwelt und Politik"-Komödie, die von den jungen Teilnehmern des Marktheidenfelder Theaterworkshops "talentCAMPus" in den Osterferien auf der Bühne ihren Gästen präsentiert wurde. Zu Abschlussveranstaltung hatten am Samstagnachmittag die drei Kooperationspartner Volkshochschule, Stadtbibliothek und städtische Jugendarbeit in das Jugendzentrum "MainHaus" eingeladen.

    Dort freuten sich Monika Oetzel (VHS), Jugendpflegerin Stephanie Namyslo, Bibliotheksleiterin Susanne Wunderlich und Jugendzentrumsleiter Oliver Guggenberger darüber, dass eine stattliche Anzahl von Eltern, Großeltern, Geschwistern und Freunden der 16 beteiligten Kinder und Jugendlichen über zehn Jahren gekommen waren, um sich anzusehen, was seit Dienstag in den drei Workshops entstanden ist.

    Vom ersten Block berichtete Monika Oetzel. In der Volkshochschule hatten sich die jugendlichen Teilnehmer zunächst mit der erziehungsorientierten, visuellen Programmiersprache "Scratch" auseinandergesetzt. Kursleiterin Sieglinde Langer hatte das Motto "Als die Bilder laufen lernten" gewählt, um den Kindern und Jugendlichen einen einfachen Einstieg in das selbstständige Programmieren eigener Spiele und Multimedia-Anwendungen anzubieten.

    Schneiden, Falten und Kleben

    Ganz analog ging es dagegen an den beiden Tagen mit Valentina Harth zu. Mit dem Thema "Pop Up" rückte sie eine uralte Form der Papierkunst und des Buchbinderhandwerks in den Blickpunkt. Die Gäste staunten über die entstandenen, individuellen Bücher aus ausgemusterten Beständen der Stadtbibliothek. Öffnete man die Seiten, so klappten dreidimensionale Bilder auf, die die Teilnehmer durch kunstvolles Schneiden, Falten und Kleben geschaffen hatten.

    Da waren  Tiere und Natur, Blumen, Lutscher, ein Herz auf einer Hand oder auch ein ganzes Fußballstadion zu bewundern. Klappbare Schriftzüge könnten auch für persönlich gestaltete Glückwunschkarten genutzt werden. Beherrscht man einige, wenige handwerkliche Grundtechniken, dann sind der eigenen Fantasie eigentlich kaum mehr Grenzen gesetzt – zur Freude der Kinder. 

    An allen vier Tagen hatte sich eine kleinere Gruppe unter Leitung der Theaterpädagogin Anna Sey ein eigenes Theaterstück und eine Inszenierung einfallen lassen. Klar, dass bei einem solchen Vorgehen am Ende etwas herauskam, das jugendlichem Erleben entspricht.

    So galt es in dem mit bescheidenen Mitteln einfallsreich gestalteten Bühnenbild einem Geschehen um Umwelt und Politik sowie Handy, Selfie, Influencer und die eigene Persönlichkeit zu folgen. Neben der Erarbeitung und dem Einstudieren der Texte lag ein Schwerpunkt auf Maske und Kostüm. Das Spiel der beiden fiktiven "Trump-Töchter" Cheyenne-Chantal und Mandy-Michelle und der weiteren Figuren in fernen Tagen mit dem Öko-Schrat Joshua um Plastikmüll, künstliche Intelligenz und Umweltkatastrophe amüsierte und wurde mit Applaus belohnt.

    Das Smartphone war die Welt der beiden "Trump"-Töchter" Cheyenne-Chantal und Mandy-Michelle. Foto: Martin Harth

    Wie es mit dem "talentCAMPus Ferien" im nächsten Jahr weitergehen kann, müssen die drei Marktheidenfelder Kooperationspartner noch klären. Jugendzentrumsleiter Oliver Guggenberger könnte sich aber vorstellen, dass einzelne Ideen im "MainHaus" fortgeführt werden. Er will jedenfalls über eine Theater-AG oder einen weiterem Workshop nachdenken.

    Zum dritten Mal veranstalteten die Volkshochschule, die städtische Jugendarbeit und die Stadtbibliothek einen "talentCAMPus Ferien". Dieses vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderte Projekt möchte mit kulturellen Bildungsangeboten Kinder und Jugendliche erreichen, um durch aktive Beschäftigung eine persönliche Wertschätzung von Kunst und Kultur zu fördern. Marktheidenfeld zählt zu etwa 220 Städten und Gemeinden, die sich mit einem eigenen Bündnis an dieser Initiative aktive beteiligen.

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