• aktualisiert:

    Marktheidenfeld

    Feuerwehrneubau: Ein erster Rundgang zum Jahreswechsel

    Die Baustelle am Marktheidenfelder Nordring im Dezember 2019: Im vorderen Bereich ist das Hauptgebäude des zukünftigen Feuerwehrgerätehauses mit neun Stellplätzen zu sehen, links die zweite Fahrzeughalle mit weiteren fünf Stellplätzen. Im hinteren Bereich entsteht das Nebengebäude unter anderem mit Übungsturm, Salzsilo sowie Notstromversorgung. Foto: Benedict Rottmann

    Es ist ein echtes Mammutprojekt, das die Stadt Marktheidenfeld mit ihrer Kernstadtfeuerwehr 2019 in Angriff genommen hat: der Neubau des Feuerwehrgerätehauses am Marktheidenfelder Nordring.  Im Dezember 2018 waren die ersten schweren Baumaschinen auf den Hof des alten Feuerwehrhauses gerollt. Ende 2019 sind nun die Rohbauarbeiten am Hauptgebäude der Feuerwache abgeschlossen, heißt es in einer Pressemitteilung.  

    Bei einer Führung durch den nackten Beton- und Steinbau zeigen sich sowohl Marktheidenfelds Bürgermeisterin Helga Schmidt-Neder als auch der Chef der Marktheidenfelder Feuerwehr, Bernhard Nees, stolz auf das bislang Geleistete. Zwar haben sie und das Planungsteam der  Freiwilligen Feuerwehr sowie der Stadt Marktheidenfeld die Wände nicht selbst in die Höhe gezogen, jedoch trägt das Betonskelett eindeutig die Handschrift zahlloser Stunden ihrer Frei- und Arbeitszeit.

    Neubau soll Einsatzkräfte und Nachwuchs fördern

    Der wohl größten Besonderheit begegnet man direkt am Eingang vom Nordring aus: Hier ist bereits alles für den späteren behindertengerechten Eingangsbereich vorbereitet. Denn das Feuerwehrhaus soll auch eine externe Nutzung ermöglichen. Deshalb führt ins Obergeschoss mit Mehrzwecksaal und Besucher-Teeküche auch ein Aufzugsschacht.  Dieser dient gleichzeitig zum Materialtransport aus den Lager- und Arbeitsbereichen der drei Stockwerke.

    Hauptzweck des großen Saales im Obergeschoss werden jedoch die regelmäßigen Schulungen und Sitzungen der aktiven Einsatzkräfte sein. Neben der öffentlichen Feuerwehr sowie dem Feuerwehrverein wird die Jugendfeuerwehr Nutzer des Obergeschosses sein. Erstmals soll ein eigener Jugendraum dazu beitragen, den Feuerwehrnachwuchs zu binden und auszubilden.

    Im Erdgeschoss, und damit auf Höhe des Nordringes, warten Kleiderkammer, Kommandanten- und Vereinsbüro sowie der Lagerbereich der Fahrzeugwerkstatt auf ihren Innenausbau.  Neben der obligatorischen Waschhalle befinden sich im „Untergeschoss“, und damit auf Höhe des zukünftigen Feuerwehrhofes, die Atemschutzwerkstatt mit Kompressor- und Füllraum für Atemluftflaschen, die Schlauchpflege sowie ein Palettenlager für Einsatzmaterialien. Ein Schleusensystem soll nicht nur den Stadtteilfeuerwehren den unkomplizierten Austausch von Einsatz- und Schutzausrüstung ermöglichen, sondern auch mittels Schwarz-Weiß-Trennung die geltenden Hygienerichtlinien umsetzen.  

    Im Bereich des Spind- und Umkleideraumes freuen sich die Einsatzkräfte besonders auf die zukünftigen Sanitärräume mit Duschen für Männer und Frauen. Nach der Fertigstellung des Neubaus werden den Einsatzkräften auch erstmals die vorgeschriebenen getrennten Umkleideräume für männliche und weibliche Kräfte zur Verfügung stehen.  

    Den mit Abstand größten Teil des Neubaus nehmen jedoch die beiden Fahrzeughallen ein: In L-Form sind die von Stadt und Landkreis veranschlagten 14 Stellplätze angeordnet. Die Haupthalle hat neun Stellplätze und ist unterhalb des Straßenniveaus parallel zum Nordring angeordnet. Weitere fünf Stellplätze bieten, parallel zur Karbacher Straße, beispielsweise Platz für das Mehrzweckboot sowie die Abrollcontainer zur Abwehr von Ölunfällen auf Gewässern. Zwischen den Fahrzeughallen befindet sich ein Funkraum mit angebautem Bereitschaftsraum, der bei größeren Schadenslagen, wie beispielsweise Unwettern, als Lagezentrum genutzt wird.

    Feuerwehr auch im Krisenfall einsatzbereit

    Noch nicht abgeschlossen ist derzeit der Rohbau des Nebengebäudes. Neben dem charakteristischen Übungsturm wird auch ein Salzsilo für den städtischen Bauhof untergebracht sein. Eine Notstromanlage in Verbindung mit der geplanten Holzpelletheizung wird dafür sorgen, dass die Feuerwehren Marktheidenfeld zukünftig auch in Krisenfällen für ihre Bürger sowie das Umland einsatzfähig bleiben können.

    Ab dem für Februar geplanten Richtfest in der Karbacher Straße startet der Innenausbau. Nach dem bisherigen Verlauf der Abriss- und Rohbauarbeiten zeigten sich Bürgermeisterin und Feuerwehrführung optimistisch, dass der für Mitte 2021 geplante Umzug aus der Interimslösung gehalten werden kann.

    Kommandant Bernhard Nees bei der ersten offiziellen Führung durch den Feuerwehrneubau. Im Hintergrund ist der Übungsturm mit angebautem Salzsilo der Stadt Marktheidenfeld zu erkennen. Foto: Benedict Rottmann

    Bearbeitet von Michaela Moldenhauer

    Fotos

      Kommentare (0)

        Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!