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    Lohr

    Fischerhaus zu Klaviersalon gemacht

    Volle Konzentration: Marianne Drexler mit Klavierlehrerin Dongyan Qu beim Stück »Stürmische See«. Foto: Frank Zagel

    Dass auch das bei Veranstaltungen eher nüchtern wirkende Fischerhaus am Lohrer Kirchplatz eine Wohlfühlatmosphäre entwickeln kann, bewies die Lohrer Sing- und Musikschule bei ihrer Konzertpremiere unter dem Motto »Klaviersalon mit Sektempfang« am Mittwochabend.

    Knapp 70 Besucher kamen in die umgestaltete Fischerhaus- Lounge, um die Klavierlehrkräfte der Musikschule mit ihren Schülern beim Musizieren zu erleben. Kinder waren nur im Publikum zu erblicken, die Bühne gehörte 15 mutigen Erwachsenen, die laut Musikschulleiterin Petra Breitenbach immerhin etwa 20 Prozent aller Schüler ausmachen.

    Viel Applaus und ein Glas Eierlikör war den Klavierspielern nach den Auftritten gewiss. Ein paar falsch getroffene Töne wurden galant und lächelnd überspielt, denn die Freude überwog in jeder Hinsicht. Dazwischen gab es Gedichte und zahlreiche Witze über das geliebte Instrument mit seinen 88 Tasten.

    Barbara Djoharian aus Lohr begann vor vier Jahren mit dem Klavierspiel. Nur alle vier Wochen trifft sie sich zur Übungsstunde mit Lehrer Daniel Herzig, führt sie aus. »Einfach, weil ich Lust dazu hatte.« Herzig indes sieht den Abend als eine »kleine Feier mit etwas Musik.«

    Mit den vielen guten älteren Schülern in Lohr wollte er mit seinen Kolleginnen Susanne Nickel und Dongyan Qu unbedingt einmal gemeinsam in die Öffentlichkeit gehen. Dass sich diese beim Üben umständlicher anstellen als Kinder, verneint der Klavierlehrer, der seit 19 Jahren in Lohr unterrichtet. »Es macht einfach nur Spaß und die Hemmschwelle ist viel niedriger.«

    Erst vor zwei Jahren gestartet

    Das ist auch bei Frank Seufert aus Steinfeld zu spüren, der selbstbewusst Beethovens »Freude schöner Götterfunken« auf den Tasten intoniert. Erst vor zwei Jahren hat er mit dem Klavierspiel begonnen, erklärt der 45-Jährige. Zuvor habe er noch nie ein Musikinstrument gespielt. Auch Noten sind Neuland für den Familienvater, der sich durch seine Tochter begeistern ließ und jetzt ebenso wie sie Unterricht bei Birgit Genzel erhält. »Ich mache mich da nicht verrückt«, schmunzelt Seufert, »als Ausgleich macht das Spielen großen Spaß.«

    Mit Humor

    Seit 1993 unterrichtet Birgit Genzel am Klavier. »Ich finde toll, wie unsere Schüler sich präsentieren und wie sie selber über sich lachen können, wenn ein Ton daneben geht«, sagt die Sendelbacherin. Gerade dieser Humor, der durch Witze und Gedichte zwischen den teilweise sehr anspruchsvollen Stücken noch befeuert wurde, führte zu rundum gelungenen Auftritten aller Protagonisten.

    Auch wenn Klavierschülerin Marianne Drexler abschließend ihr Alter nicht verraten wollte, dürfte die Aussage der rüstigen Seniorin am Ende des Abends wohl jeder in der neuen Fischerhaus-Lounge unterstreichen können: »Ich habe mir meinen Traum erfüllt und lerne jetzt Klavier.«

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