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    Marktheidenfeld

    Fischers Fritz: Auch mal Abschied nehmen können

    Fischers Fritz spricht aus und über Marktheidenfeld Foto: Main-Post

    Manchmal muss man sich auch von etwas verabschieden. Zum Beispiel von der Vorstellung, dass ab Juni der Schalter umgelegt wird und es bis August einen regenloser Sommer bei 30 Grad  gibt. Weil jetzt schon jammern einige Hädefelder, dass es immerzu manchmal regnet in den vergangenen Wochen, das hat es früher letztes Jahr nie gegeben, wie soll das nur Laurenzi werden.

    Manch einer will schon den 70er-Jahre-Schlagerhit des Showmasters Rudi Carrell "Wann wird's mal wieder richtig Sommer?" trällern. Bis sich derjenige erinnert, dass er sich von der Liedzeile "... und schuld daran ist nur die SPD" auch verabschieden kann. Denn mit Prozentpunkten, die unter der Hädefelder Außentemperatur in der Nacht liegen, sind die Sozialdemokraten so ziemlich an gar nichts mehr schuld.

    Verabschieden kann man sich auch von dem Wunsch, dass in der Mitteltorstraße in Sachen Verkehr mal Ruhe einkehrt. Es kursiert das Gerücht durch die Innenstadt, dass die Poller vor gut einer Woche in der Abenddämmerung gesichtet wurde, in freier Wildbahn, ihre rotleuchtenden Köpfchen stolz gen Himmel reckend. Aber vermutlich ist ein unsensibler Beobachter dieses Naturschauspiels in lauten Applaus ausgebrochen und hat die scheuen Poller in ihre Erdhöhlen vertrieben, aus denen sie sich seit dem nicht wieder herausgetraut haben.

    Man mag sich ja über die Pillepoller lustig machen, wie man mag. Das traurigste an der Geschichte ist, dass man sie überhaupt braucht. Denn verabschieden kann man sich auch davon, dass der pauschalisierte Hädefelder – oder den Kennzeichen nach besser: Main-Spessarter – mal Schilder beachtet. Denn die Sperrzeiten für die Mitteltorstraße gelten auch, wenn die Poller nicht funktionieren. Aber nur Stahlrohre schaffen es so einigermaßen, Autos nachts und am Sonntag aus der Straße zu verbannen. Von Einhalten der korrekten Fahrtrichtung in der Einbahnstraße will ich mal gar nicht reden.

    Ja, es gibt einiges zu verabschieden. Aber wenigstens wird verabschiedet, und nicht grußlos gegangen. Denn ob das, was danach kommt, besser oder schlechter ist – man verabschiedet sich von etwas, das man ein wenig lieb gewonnen hat. (Ja, allem Anschein nach haben es tatsächlich manche Autofahrer lieb gewonnen, verkehrtherum durch die Einbahnstraße zu fahren) Zum Abschied kann man ja auch "Auf Wiedersehen" sagen. So verabschiedet sich nun auch ein kleiner Teil von 

    euerm Fischers Fritz

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