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    Marktheidenfeld

    Fischers Fritz: Grunzen und sexuelle Triebe

    Foto: Valentina Harth

    Eigentlich wären jetzt die Tage, seiner Zuneigung zur Laurenzi-Messe hier liebevoll freien Lauf zu lassen, doch da kommt schon wieder etwas dazwischen. Sind wir nicht alle erschrocken über die Nachricht, dass sich im Hafenlohrtal Wildschweinbanden zusammenfinden, um friedliche Wanderer in die Enge und letztlich auf einen Holzstoß zu treiben? Eine gute Stunde musste das Touristenpärchen ausharren, bevor es von mutigen Polizeibeamten aus seiner misslichen Lage befreit wurde. Da kann es einem schon anders werden, wenn ringsherum zorniges Grunzen ertönt und strenges Schwarzkittelaroma aufsteigt.

    Dass Wildschweine, versehentlich aufgescheucht oder in die Enge getrieben, auf Krawall gebürstet sind und keinen Spaß verstehen, das ist bekannt. Nicht selten, dass es beim Angriff Verletzte gibt. Glücklicherweise ging es hier gut aus. Verwunderlich nur, dass der Vorfall bisher in keinem Sozialen Netzwerk filmisch dokumentiert ist. Immerhin war dafür lange genug Zeit. Normalerweise  kommt sowas doch immer gleich in der Rubrik "Mein schönstes Urlaubserlebnis". Denn gefilmt wird inzwischen ja alles, sogar das Sexualleben vom Fischers Fritz.

    Längst habe ich mich daran gewöhnt, in Gewinnspielen an denen ich nie teilnahm, exorbitante Summen gewonnen zu haben, die gegen die Zahlung geringer Gebühr umgehend auf mein Konto transferiert werden sollen. Ich stehe da sicher nicht allein, denn solche Mails gehen gerne an ältere Herrschaften. Neu allerdings ist für den Fritz, dass ihn ein Informatiker und Mitglied der Anonymus-Gruppe (Mailadresse 4LbTr4uM) wegen seiner angeblichen sexuellen Leidenschaften ins Visier genommen hat. Der Typ ist ein Top-Spion: "Ich weiß, wo du wohnst und arbeitest. Ich kenne Ihre sexuellen Vorlieben und Ihr Interesse an jungen Körpern."

    Au weia, da wird die Luft für den Fritz aber dünn! Wenn das seine Frau erfährt! Und gefilmt wurde er bei seinen Recherchen im Internet auch noch, womit dann für "4LbTr4uM" klar ist "dass Sie ein Pädophiler sind". Weil der Top-Spion aber auch weiß, dass ich ein reicher Mensch bin und mir mein Ruf am Herzen liegt, habe ich noch eine Chance: Wenn ich innerhalb von einer Woche Bitcoin im Wert von 5000 Euro beischaffe, dann ist alles vergessen. "5000 Euro sind ein fairer Preis für mein Schweigen, finden Sie nicht?"

    Das ist schon günstig, finde ich. Andererseits könnte ich das Geld, wenn ich es denn hätte, auch gleich verbrennen. Käme so ziemlich aufs gleiche raus. Kann man mit Bitcoin eigentlich auf der Laurenzi-Messe bezahlen? Vielleicht versuche ich das mal, wenn ich nun das letzte Festwochenende genieße. Mein Tipp für uns Ältere: der Gautrachten-Festzug heute Mittag und die anschließenden Vorführungen im Zelt. Die Bilder davon gibt's dann ganz ohne Erpressung und ohne Zusatzkosten bei mainpost.de und hier in der Zeitung verspricht Euer Fischers Fritz    

    Bearbeitet von Joachim Spies

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