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    Marktheidenfeld

    Fischers Fritz: Juliane Werdings Einfluss auf die Lokalpolitik

    Fischers Fritz spricht aus und über Marktheidenfeld Foto: Main-Post

    Es war eine turbulente Woche: Sabine Sitter will Landrätin werden, Soldaten marschieren auf dem Karlstadter Marktplatz auf und der Landtagsabgeordnete Thorsten Schwab wurde von Parteifreunden geohrfeigt. Eines der genannten Ereignisse ist nur ein sprachliches Bild. Aber immerhin. "Aus meiner Sicht war das eine Ohrfeige für Thorsten Schwab", sagte ein politisch interessierter Mensch am Mittwoch am Rande des Bundeswehr-Gelöbnisses am Marktplatz.

    Gemeint war, dass der Kreisvorsitzende der CSU bei seiner Wiederwahl am Montag in Urspringen nur 78 Prozent Zustimmung erfuhr und 34 Gegenstimmen (von insgesamt 158 Stimmen) zu verkraften hatte. 2015 aber hatte er 90,4 Prozent und 2017 gar 94 Prozent aller Stimmen auf sich vereinigt. So gesehen – von 94 auf 78 Prozent – das könnte man durchaus als Ohrfeige beschreiben. Besser wär's noch, wenn man wüsste, wofür Schwab abgewatscht worden war. Für etwas, das er als Landtagsabgeordneter zu verantworten hat? Für Beschlüsse des Kreistags Main-Spessart? Oder für lokale Themen, mit denen er als Bürgermeister von Hafenlohr befasst ist? Wer in vielen Gremien und Aufgaben hobelt, hinterlässt womöglich mehr Späne als andere.

    Überhaupt ist zurzeit Hochsaison für Spekulationen, wer vom Wähler für was abgestraft werden könnte. Die Freien Wähler gehen mit ziemlicher Sicherheit davon aus, dass alle anderen (sind das dann unfreie Wähler?) sie für die Schließung der Krankenhäuser in Karlstadt und Marktheidenfeld ohrfeigen wollen. Deshalb nehmen sie diejenigen, von denen sie denken, dass die Leute denken, sie seien schuld, aus der Schusslinie: Landrat Thomas Schiebel und Bürgermeister Paul Kruck.  Und andere, die auch für die Schließung gestimmt haben, denken auch, die Leute denken, die anderen seien schuld und wollen gern davon profitieren.

    Derart fortgeschrittene Gedankenleserei führt unweigerlich zu einem 70er-Jahre-Schlager. Allen Polit-Strategen sei die ausgeklügelte Logik von Juliane Werding in Erinnerung gerufen. "Wenn du denkst, du denkst, dann denkst du nur, du denkst, Du hast ein leichtes Spiel. Doch ich weiß, was ich will. Drum lach nur über mich, Denn am Ende lache ich über dich!" Wer das richtig zu deuten weiß, ist nicht nur ein Genie, sondern vermag jetzt schon vorherzusehen, wer die nächste Hädefelder Bürgermeisterin wird. Und der nächste Landrat.

    Wem das aber zu philosophisch ist, dem sei noch ein Hintergrundgespräch zweier CSU-Mitglieder nachgetragen, das zwei Herren in einem gekachelten Nebenraum der Urspringer Festhalle führten. Gehört wurde es von einem, der hinter einer Tür im selben Raum seinen Geschäften nachging. Zu Sabine Sitters Kandidatur für die Schiebel-Nachfolge sagte der eine: "Ich moch se ja gern. Aber ob se die Richtige is?" Und der andere sagte: "Des wäss mer net."

    Mer wäss ja fast nie was, a

    Euer Fischers Fritz

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