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    Marktheidenfeld

    Fischers Fritz: Von Älteren kann man noch was lernen

    Fischers Fritz spricht aus und über Marktheidenfeld. Foto: Main-Post

    Eigentlich wollte der Fritz diese Woche etwas schreiben über die neuen Buslinien und wo sie hinfahren sollen, wenn in Hädefeld überall Baustellen sind. Dann bekam der Fritz aber Besuch.

    Eine ältere Dame, fast 88 Jahre alt, kam vorbei und erzählte, wie es am Montag im Restaurant, über dem sie lebt, gebrannt hatte. Sie sei vorm Fernseher gesessen, sagte sie, als es plötzlich an ihrer Türe klopfte hätte und jemand "Feuer" rief und dass sie hier raus müsse. "Ich dachte erst, es wäre der Film im Fernseher."

    Zum Fritz kam die Dame, weil sie sich bedanken möchte, stellvertretend für alle Hausbewohner der Mitteltorstraße 16. Wer ihr da geholfen habe, daran konnte sie sich nicht mehr genau erinnern. Aber: "Alle Einsatzkräfte haben uns so gut betreut und dank der Feuerwehr ist nichts schlimmeres passiert", erzählt sie. "Ich fühle mich verpflichtet, mich für die tolle Arbeit zu bedanken." Auch bei allen Nachbarn möchte sie sich bedanken, weil diese sich so rührend um sie gekümmert hätten.

    Was man aus dem Küchenbrand lernen kann

    Sich zum Dank verpflichtet fühlen – das beobachtet der Fritz nur noch selten. Eigentlich ist der Mensch ja ein Herdentier, gegenseitige Hilfe liegt in unseren Genen. Selbstverständlich ist sie jedoch nicht. 

    Nun sind wir Hädefelder da eine etwas eigene Herde. Sogar unserer Bürgermeisterin sagte vor Kurzem: "Bei uns ist nicht geschimpft gelobt genug." Von der Dame aus der Mitteltorstraße können wir aber lernen. Ein "Danke" hat noch niemandem geschadet. Im Gegenteil: Mit jedem "Danke" rücken wir Hädefelder, und alle, die Hädefelder werden wollen, näher zusammen – und das in Zeiten, in denen Rechtsextremisten versuchen, Bevölkerungen auf der ganzen Welt zu spalten. 

    Welche Lehren geben uns unsere älteren Mitbürger mit?

    Dass das mit dem Zusammenhalt auch in schwierigen Zeiten funktioniert, kann man vom Ehepaar Brandl lernen. Beide feierten diese Woche diamantene Hochzeit. 60 Jahre sind sie jetzt verheiratet. Wie haben sie es geschafft, sich über so eine lange Zeit zu lieben, hat sie ein Reporter der Mainpost gefragt. Sie haben geantwortet: "Man muss sich einfach immer wieder zamraufen."

    Es sind einfache Lehren, die uns unsere älteren Mitbürger da mit auf dem Weg geben. An ihrem Beispiel sieht man aber, was passiert, wenn man sie nur konsequent umsetzen würde. Vielleicht ist das die wirkliche Lebensweisheit, fragt sich Euer Fischers Fritz

    Bearbeitet von Martin Hogger

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