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    Marktheidenfeld

    Fischers Fritz: Von Werten und fehlender Moral

    Viel wurde in den vergangenen Wochen auch hier veröffentlicht über die Jugend unserer Heimat, über zunehmende Gewaltbereitschaft und Alkoholmissbrauch. Das war in den Faschingstagen besonders auffällig, scheint aber nichts zu sein, was sich auf diesen Zeitraum beschränkt. Dem Fritz geschrieben hat deswegen auch der Robert Köhler, Schullehrer mit 41 Berufsjahren aus Altfeld und Mitarbeiter der Main-Post. Und weil ihn dem Robert sein Brief nachdenklich stimmt und der Veröffentlichung wert, gibt es heute mal einen etwas anderen "Fritz". Hier ist der Brief:

    "Werden die Nachrichten über Brutalität und gewaltsame Übergriffe auf Mitbürger, Rettungskräfte und die Polizei schon Alltag? Mich berührt die Gleichgültigkeit, mit der unsere Gesellschaft, auch Politiker, dies hinnehmen. Bis es vielleicht jemanden persönlich betrifft. Da wird der Ruf nach Schutz in einem Rechtsstaat laut. Wer macht sich wirklich noch Gedanken bei der Suche nach den Ursachen für diesen Werteverlust in unserer Gesellschaft? Existiert noch der Begriff Moral? Nachgefragt bei Schülern kann kaum noch einer den Begriff definieren.

    Präventive Veranstaltungen zur Aufklärung über die Gefahren von Alkohol- und Drogengenuss werden seit vielen Jahren an den Schulen durchgeführt. So könnte jeder Schulabgänger sich darüber im Klaren sein, welchen Risiken er sich beim Genuss von Alkohol und Drogen aussetzt.  Warum erzielen diese Maßnahmen oft nicht den gewünschten Erfolg? Warum wird nicht auf ein Problem eingegangen, dass kaum wirksame Ordnungsmaßnahmen auferlegt werden können?

    Der fehlende Respekt von jungen Schülern vor Lehrern ist teilweise nicht mehr zu akzeptieren, Eltern wären in der Pflicht. ,Problemschüler' haben auch geringere Chancen, auf Dauer eine Ausbildungsstelle zu Ende zu führen. Lösung: Kompensation durch Gesetzesverstöße. Es wäre an der Zeit, dass die Gerichte klare Worte sprechen. ,Verminderte Schuldfähigkeit aufgrund von Alkoholgenuss', ,schwierige familäre Situation' etc. verleiteten die Rechtsprechung häufig zu nicht nachvollziehbaren Urteilen.

    Nach 41 Dienstjahren an einer Mittelschule, meistens in den Abschlussklassen, stellte ich fest, dass Jugendliche eine klare Richtung für ihre Zukunft benötigen. Disziplin als neu entdeckte Erfahrung an Stelle von ,habe verschlafen', ,hatte keine Zeit für Hausaufgaben' kommt übrigens nach meiner Erfahrung sehr gut an."

    Hat er Recht, der Robert? Oder seht Ihr das ganz anders? Wer sich dazu äußern will, der schreibt einfach an die Redaktion in Hädefeld oder direkt an den Fischers Fritz

    Bearbeitet von Joachim Spies

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