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    Frammersbach

    Frammersbach: Mit der Urnenanlage Erfahrungen sammeln

    Das Urnenfeld am Frammersbacher Endfriedhof ist am Freitag offiziell seiner Bestimmung übergeben worden. Foto: Monika Büdel

    Mit der neuen Urnenanlage am Frammersbacher Endfriedhof bietet die Gemeinde vom Gemeinschaftsgrab bis zu individuell gestaltbaren Gräbern verschiedene Bestattungsmöglichkeiten an. Der am Freitagnachmittag offiziell seiner Bestimmung übergebene Bereich ist der erste Schritt zu einer Umgestaltung des Friedhofs.

    Die Gemeinde reagiert mit der Urnengrabablage auf verschiedene Entwicklungen: gestiegene Nachfrage nach Urnenbestattungen, nach pflegeleichten Ruhestätten, auf immer mehr Lücken im klassischen Teil des Friedhofs mit großen Gräbern für Bestattungen im Sarg, den teuren Unterhalt der Stützmauern und Treppen am Steilhang und den Wunsch nach Barrierefreiheit. All diese Problempunkte nannte Bürgermeister Christian Holzemer bei seiner Ansprache am Freitagnachmittag auf dem Endfriedhof.

    Um einen Flickenteppich zu vermeiden, habe sich der Gemeinderat entschlossen in den nächsten Jahren den Bereich zwischen der neuen Urnenanlage und der Aussegnungshalle umzugestalten. Ziel sind weniger Treppen, kürzere Wege günstiger Unterhalt. Die Friedhofsfläche soll langfristig reduziert werden und mehr Grünfläche entstehen.

    Versuch mit Vielfalt

    Bei der neuen Urnenanlage habe die Gemeinde auf Vielfalt gesetzt. Sie soll ein Versuchsfeld sein, um zu erfahren, was bei den Bürgern am besten ankommt. Sie haben die Wahl zwischen acht Urnengrabfächern in einer Urnenwand, 30 Urnengräbern in einem ovalen Beet mit liegenden quadratischen Steinen für Inschriften, 15 Urnenwahlgräber zur individuellen Gestaltung, jedoch mit vorgegebenen Grabsteinen und 15 Urnengräber, ebenfalls mit quadratischen, liegenden Steinen in einer Reihe.

    Außerdem gibt es ein Gemeinschaftsgrab mit einer Sandsteinstele, auf der die Namen derer, die dort bestattet sein werden, aufgeführt werden können. Die Ruhefrist beträgt dort sechs Jahre, sonst zwölf Jahre. Selbst zu pflegen sind nur die Urnenwahlgräber, alle anderen Grabflächen werden von der Gemeinde gepflegt und können nur in Kombination mit einem Pflegevertrag genutzt werden.

    Gabionenwände begrünen

    Landschaftsarchitekt Thomas Struchholz (Veitshöchheim) nannte den Friedhof Ort des Zwiegesprächs, des Gebets und des Meditierens. Die Trauer reduziere sich nicht durch die kleineren Grabflächen, meinte Struchholz. Überhaupt einen Ort für die Trauer zu haben, sei das Entscheidende. Eine naturnahe Gestaltung stehe dem nicht im Weg.

    Bislang dominieren die Gabionenwände mit ihren Steinen hinter Gittern. Struchholz darauf angesprochen, antwortete, dass bereits Winterjasmin gepflanzt sei, der die Käfige überwuchern soll. In die Hohlräume könne beispielsweise Steinwurz gepflanzt werden. Hier sei die Fantasie der Gemeinde gefragt. Es brauche etwas Geduld, bis die Pflanzen wachsen. Gefüllt sind die Gitterkörbe mit Buntsandsteinen. Bei den Grabsteinen ist der heimische Stein bislang nur bei der Stele im Gemeinschaftsgrab vertreten.

    "Auferstehen entzieht sich dem Verstehen, aber ist erfahrbar im Glauben. Glauben ist der Schlüssel der Auferstehung", sagte Frammersbachs Pfarrer Bernhard Albert, als er die Urnenanlage segnete.

    Bearbeitet von Monika Büdel Bearbeitet von Monika Büdel

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