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    Lohr

    Frauen pilgern zur Heilig-Blut-Kirche Iphofen

    Die Frauenwallfahrt führte nach Iphofen. Foto: Stephanie Haas

    Sicher ist Iphofen heute eher als Weinort denn als Wallfahrtsort bekannt. Doch die Wallfahrt zur Heilig-Blut-Kirche geht bereits auf das Jahr 1298 zurück. Im 18. Jahrhundert blühte die Wallfahrt auf und die Zahl der Pilger, die alljährlich in der Fronleichnamsoktav zum Gnadenbild des Fünfwunden-Heilands strömten, überstieg die Einwohnerzahl um ein Vielfaches.

    Heute finden nur noch wenige Wallfahrten zur Heilig-Blut-Kirche statt. Diese 2015 grundsanierte Kirche, deren Kreuzigungsgruppe der Riemenschneiderschule zugeschrieben wird, hatten die Organisatorinnen der Pfarrgemeinde Pflochsbach als Ziel der Frauenwallfahrt ausgesucht. 50 Frauen aus der Pfarreiengemeinschaft 12 Apostel am Tor zum Spessart machten sich unter dem Leitgedanken »Einheit - untereinander und mit Gott« gemeinsam auf den Weg.

    Die Hostienfrevellegende die sich in verschiedenen Versionen um die Heilig-Blut-Kirche rankt und wohl als Rechtfertigung für die Verfolgung der Juden während des Rintfleisch-Pogroms um 1298 in Franken diente, gab den Anstoß nachzudenken, wo auch heute Neid, Missgunst und Ungerechtigkeit herrschen. Aber auch die Zeichen der Hoffnung und Versöhnung nicht zu übersehen.

    Heftiger Regen und Sturmböen auf dem Fußweg zwangen die Pilgergruppe ihre Stationen mit Betrachtungen und Gebeten teilweise in die Wallfahrtskirche zu verlegen. Dort wurde auch der Wort-Gottesdienst gefeiert, in dem Pastoralassistentin Reichert noch einmal das Thema Einheit und Gemeinschaft im persönlichen Umfeld der Gemeinde aufgriff.

    Im Anschluss wurde bei der Mittagsrast die durchnässte Kleidung getrocknet, bevor am Nachmittag die Besichtigung der Kirche St. Veit mit der »Schönen Madonna von Iphofen« und »Johannes der Evangelist« von Tilmann Riemenschneider sowie das barocke Rathaus auf dem Programm stand.

    In geselliger Runde klang der Tag aus. Beim abschließenden Gebet und letzten gemeinsamen Lied waren sich die Wallfahrerinnen einig, dass es kein zu schlechtes Wetter zum Wallfahren geben kann.

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