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    Lohr

    Freie Wähler: Regierung soll Blockade der Behörden lösen

    Die Diskussion um die Vergabe der letzten großen Freifläche im Industriegebiet Süd durch den Stadtrat reißt nicht ab. Nun melden sich die Lohrer Freien Wähler zu Wort. Sie sehen im Nachgang der Entscheidung einerseits Klärungsbedarf.

    Andererseits fordern sie baldige Fortschritte bei der Ausweisung neuer Gewerbeflächen im "Sandfeld" im Lohrer Süden. Hierbei sehen die Freien Wähler übergeordnete Behörden als Blockierer. Sie fordern, dass sich die große Politik des Falles annimmt.

    Der Lohrer Stadtrat hatte vor knapp drei Wochen entschieden, dem Lohrer Glasofenbauer Sorg den Zuschlag für die rund 1,8 Hektar große Gewerbefläche zu geben. Beworben hatten sich auch die Gebr. Mayer GbR als Partner von Gerresheimer Lohr und die Autohäuser Grampp.

    Im Nachgang der Entscheidung zeigte sich der Gerresheimer-Konzern enttäuscht, nicht zum Zug gekommen zu sein. Man werde deshalb eine für 2020 geplante viele Millionen schwere Investition am Lohrer Standort überdenken. Peter Grampp, Inhaber der Autohäuser, hatte sich unzufrieden mit der Kommunikation zwischen Bewerbern und Rathaus gezeigt und ein stärkeres Befassen des Stadtrates mit den Nutzungskonzepten gefordert. Auch die Lohrer CSU kritisierte die Kommunikation des Rathauses mit den Unternehmen. Das Rathaus indes wies die Vorwürfe zurück. Das Verfahren sei transparent, die Entscheidung eindeutig und die Kommunikation gut gewesen.

    Für Vorstellung der Konzepte

    Brigitte Riedmann, die Fraktionsvorsitzende der Freien Wähler im Stadtrat, schreibt nun in einer Stellungnahme, dass es durchaus "eine Überlegung wert gewesen" wäre, den Bewerbern die Gelegenheit zu geben, ihre Konzepte im Stadtrat vorzustellen.

    In der vom Stadtrat festgelegten Bewertungsmatrix habe die Firma Sorg die höchste Punktzahl erhalten. Die Punktevergabe gemäß der Matrix "wurde von der Verwaltung, sprich vom Bürgermeister vorgenommen", so Riedmann. "Die Freien Wähler gehen davon aus, dass dies absolut korrekt verlaufen ist." Das vom Stadtrat letztendlich beschlossene Ergebnis der Bewertung sei nachvollziehbar gewesen, so Riedmann.

    Über Kommunikation reden

    Ob die Kommunikation des Bürgermeisters mit den Bewerbern im Vorfeld und Nachgang "wirklich ausreichend war, können wir nicht abschließend beurteilen", schreibt sie weiter. Aus Sicht der Unternehmen sei dies anscheinend nicht so wahrgenommen worden. "Dies ist ein Punkt, der im Stadtrat intensiv diskutiert werden wird und muss", so Riedmann.

    Der Stadtrat habe dem Bürgermeister klare Vorgaben für die nun bevorstehende Verhandlung mit der Firma Sorg gemacht. Nur wenn Sorg diese Vorgaben akzeptiere, werde eine Stadtratsmehrheit dem endgültigen Verkauf zustimmen, so Riedmanns Einschätzung.

    Der ganze Fall zeige einmal mehr, wie sehr es in Lohr an Gewerbeflächen mangle. Seit Jahren ist die Stadt bemüht, im Sandfeld im Lohrer Süden neue Gewerbeflächen auszuweisen. Nach Ansicht der Freien sind es jedoch "bestimmten Behörden", die die dies blockieren. Dies sei "mit gesundem Menschenverstand nicht mehr erklärbar", so Riedmann.

    Bürgermeister Mario Paul müsse tätig werden und die Hilfe der Bayerischen Staatsregierung in Anspruch nehmen. Die Freien Wähler seien bereit, ihn dabei zu unterstützen und den Kontakt zu Wirtschaftsminister Aiwanger sowie Umweltminister Glauber zu nutzen.

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