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    Lohr

    Freie Wähler in Lohr peilen fünften Stadtrats-Sessel an

    Die Lohrer Stadtratskandidaten der Freien Wähler. Foto: Henrietta Hartl

    Einen Bürgermeisterkandidaten haben die Freien Wähler Lohr nicht, aber eine gut gefüllte Stadtratsliste mit 24 Kandidaten. Die bisherigen Stadträte kandidieren wieder, dazu kommen Kandidaten, die es "nochmal probieren wollen", wie einige sich ausdrückten.

    Auch eine ganze Reihe neue Gesichter sind dabei. "Familiennachwuchs" gab es mit den beiden jüngsten Kandidierenden: Sophie Nätscher (20) und Kevin Müller (23) stehen ebenso auf der Liste wie ihre Väter.

    Verjüngte Liste

    So freute sich Selina Walter vom Vorstand des Ortsverbands Lohr, eine "verjüngte Kandidatenliste" präsentieren zu können. Es gebe auch eine gute Mischung von Kandidaten aus allen Stadtteilen. Sie ließ durchblicken, dass es bei der Verteilung der Listenplätze hier und da Unzufriedenheit gegeben habe, da habe man etwas herumknobeln müssen. Doch mit dem Ergebnis konnten offenbar alle leben: Die Liste wurde einstimmig angenommen in der Versammlung.

    Nach der Entlastung des Vorstands gab es Berichte aus der Arbeit der Freien Wähler im letzten Jahr. Brigitte Riedmann berichtete aus dem Kreistag, bei dem die Themen Klinikum, ÖPNV und Schulsanierungen im Mittelpunkt standen.

    Sowohl in Marktheidenfeld als auch in Gemünden stehen Sanierungen beziehungsweise Neubau von Realschule und Gymnasium an, da kämen noch große Kostenbelastungen auf den Kreis zu. Das Klinikum solle nach derzeitigem Planungsstand 2024 fertig werden. Riedmann nannte als Summe, die momentan für die Kosten im Raum stehe, 130 Millionen Euro. Aus ihrer jahrzehntelangen kommunalpolitischen Erfahrung heraus schränkte sie aber ein, "da kann sicher noch vieles anders kommen." Positiv äußerte sich Riedmann über ihren Eindruck vom neuen Klinikreferenten René Bostelaar. Sie warb auch darum, trotz Problemen dem nach langen Befragungen und Beratungen ausgetüftelten neuen ÖPNV-Plan eine Chance zu geben.

    Mehr mit Betroffenen reden

    Aus der Stadtratsarbeit berichtete Uli Heck, Geschäftsführer des Nägelseezentrums. Der Ruppertshüttener Kandidat steht auf Platz 1 der Liste. Auch bei ihm war der ÖPNV Thema, inklusive "Wolkenkuckucksheim Stadtbahnhof", so Heck. Er sprach die vielen weiteren "Baustellen" in Lohr an: Brauereiareal samt Parksituation, Stadthallendefizit, Muschelgassenproteste, die Diskussionen um altes und neues Klinikareal, und die B26n.

    Er vermisse oft, so Heck, dass man mit Betroffenen über ihre Belange rede und sie anhöre. Er meint auch, es sei nicht gut, "wenn hier ständig eine neue Sau durch die Stadt getrieben wird". Es gebe zu viele Themen, man verzettele sich da leicht und solle lieber vorhandene Punkte gründlich abarbeiten, bevor man sich schon wieder die nächsten Sachen vornehme.

    Die einzelnen Kandidaten stellten sich zum Schluss jeweils kurz vor, und viele von ihnen betonten: Es wäre gut, wenn die Freien Wähler zu ihren bisherigen vier Stadtrats-Sesseln mindestens noch einen weiteren hinzugewinnen könnten. Mit diesem Ziel gehen die Freien Wählern nun ins Rennen um die Wählergunst.

    Wie Riedmann ankündigt, wird es am 19. Januar in der Alten Turnhalle als Auftakt zum Wahljahr einen Jazzfrühschoppen der Freien Wähler geben, bei dem sich Landtags-, Kreistags- und Stadtratskandidaten vorstellen.

    Die Kandidatenliste
    Uli Heck, Brigitte Riedmann, Petra Gryglewski, Thomas Müller, Rainer Nätscher, Matthias Seidel, Selina Walter, Bettina David-Müller, Thomas Schwab, Jürgen Steigerwald, Stefan Schwab, Margaret Brinker, Stefan Büttner, Lisa Holzmeister, Christoph Back, Yvonne Freund, Gerhard Schreier, Sophie Nätscher, Rolf Schäfer, Harald Hein, Stefan Brinker, Susan Ruf, Kevin Müller und Wolfgang Riedmann. Ersatzkandidaten: Gabriele Riedmann und Martin Horn.

    Bearbeitet von Henrietta Hartl

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