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    ALTENGRONAU

    Geldautomat gesprengt

    In der Nacht auf Mittwoch gab es einen Überfall auf die Sparkasse in Altengronau. Die Täter sorgten für eine Explosion im Raum des Geldautomaten.

    Fensterscheiben wurden durch die Druckwelle aus den Rahmen katapultiert. Die Glasscherben flogen auf die Straße und etliche Meter weit über den an das Gebäude grenzenden Parkplatz. Auch die Eingangstür wurde durch die Explosion zerstört. Sie hing schief mit geborstenem Rahmen und von Sprüngen durchzogener Scheibe an der Wand.

    Im Eingang lagen Lampen, die von der Decke gefallen waren. Im Raum der Geldautomaten hingen Decken- und Wandverkleidungen herab. Absperrbänder der Polizei sicherten den Bereich vor dem Gebäude am Mittwochmorgen, um Laternenmasten gewickelt sowie um eine hölzerne Klappleiter. Mehrere Polizisten verschafften sich einen ersten Überblick am Tatort.

    Bislang unbekannte Täter hatten ersten Ermittlungen zufolge ein Gasgemisch in den Geldautomaten der Kreissparkasse eingeleitet und gegen 3.25 Uhr entzündet. Die Wucht der Detonation war so erheblich, dass das komplette Foyer, in dem sich Geldautomat und Kontoauszugsdrucker befanden, zerstört wurde. Es habe sich angehört, als sei jemand gegen eine Mauer gefahren, hieß es im Bericht eines Anwohners.

    Feuerwehrkräfte konnten ein kleines Feuer im Detonationsbereich zügig löschen. Die obere Etage des zweigeschossigen Gebäudes, in der sich kommunale Verwaltungsräume befinden, wurde nicht in Mitleidenschaft gezogen.

    Ob es den Tätern gelang, Geld aus dem Automaten zu entwenden, ist derzeit nicht bekannt. Der entstandene Schaden kann augenblicklich nicht abschließend beziffert werden, könnte aber im „unteren sechsstelligen Bereich“ liegen, meldet das zuständige Polizeipräsidium Südosthessen in Offenbach. Die Niederlassung in Altengronau ist eine der sechs Filialen der Kreissparkasse Schlüchtern.

    Zeugenangaben zufolge soll sich eine dunkel gekleidete Person auf einem nicht näher konkretisierten Zweirad vom Tatort entfernt haben. Die Polizei nimmt Zeugenhinweise entgegen unter Tel. (0 61 81) 10 01 23, oder bei jeder anderen Polizeidienststelle.

    In jüngster Zeit wurden in Deutschland wieder häufiger Automaten gesprengt. Das geht aus Zahlen des Bundeskriminalamts hervor. In der ersten Jahreshälfte wurden 187 Fälle registriert, im Vorjahr waren es im gleichen Zeitraum nur 140 gewesen.

    Die Täter leiten dabei meist Gas oder ein Gasgemisch in die Automaten und bringen es anschießend zur Explosion. Der dabei entstehende Schaden ist oft beträchtlich größer als die Beute.

    Im Jahr 2013 war ein Mann aus Zeitlofs, dem Nachbarort von Altengronau, bei einer Automatensprengung so schwer verletzt worden, dass er später starb. Die drei Täter hatte damals einen Fahrkartenautomaten der Bahn in Wittighausen (Main-Tauber-Kreis in Baden-Württemberg) gesprengt. Die beiden Komplizen hatten ihren schwer verletzten Mittäter auf der Flucht in Salmünster (Main-Kinzig-Kreis in Hessen) am Bahnhof abgelegt und anonym den Notruf gewählt. Sie waren deswegen wegen versuchten Mordes zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt worden.

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