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    Weyersfeld

    Gemeindedeponien: Bürger für Erhalt mit verantwortlich

    Auch die Karsbacher Erdaushub- und Bauschuttdeponie in Weyersfeld ist ein Service der Gemeinde an ihre Bürger. Um diese noch möglichst lange nutzen zu können, bat Bürgermeister Martion Göbel die Einwohner bei der Anlieferung Fremdstoffe zu vermeiden. Besonders sprach er hier die Gipsanteile im Bauschutt an. Foto: Helmut Hussong

    Die Gemeinde Karsbach ist eine der ganz wenigen Kommunen im Landkreis, die noch eine eigene Erdaushub- und Bauschuttdeponie besitzt. Daraus ergibt sich ein gewisser Standort- und Kostenvorteil für Bauwerber sowohl bei Renovierungen als auch bei Neubauten. Diesen kostengünstigen Service mit kurzen Anfahrtswegen für die eigenen Bürger möchte die Gemeinde noch möglichst lange erhalten. Deshalb wies Bürgermeister Martin Göbel in der jüngsten Bürgerversammlung auf die korrekte Anlieferung ohne Fremdstoffe hin. Besonders sei auf einen "niedrigen bis gar keinen Gipsanteil" zu achten.

    Mit einer Einnahme- und Ausgabestatistik der vergangenen fünf Jahre zeigte Martin Göbel auf, dass die Kommune mit der Erdaushub- und Bauschuttdeponie im Ortsteil Weyersfeld keine Gewinne macht. Nach seiner Rechnung kam in diesem Zeitraum eine Summe von rund 7330 Euro und damit jährlich knapp 1500 Euro zusammen. Mit dem Kosten für die Gemeindearbeiter, die hier noch nicht enthalten sind, ergebe sich dann eine Nullsummenrechnung, so der Bürgermeister.

    Mindestens vier Beprobungen im Jahr

    Der Hauptaufwand entsteht durch die mindestens viermal jährlich erforderlich Beprobung der Deponie. Enthalte eine Probe einen zu hohen Gipsanteil, müsse meist nochmals doppelt oder gar dreifach nachbeprobt werden. Göbel sieht die Bauschuttdeponie als Service für die Gemeindebürger, die dadurch auch günstig bei älteren Gebäuden Renovierungen oder Neubauten durchführen können. Er bat die Bürger deshalb, vor der Anlieferung den Bauschutt sorgsam auf Fremdanteile zu prüfen. Ansonsten müssten die "Lieferanten" auf der Deponie diese Anteile wieder auslesen und mit nach Hause nehmen. Auch Rigipsplatten oder Teile davon seien nicht erlaubt.

    Auf den Grüngutlagerplätzen im Weyersfelder Steinbruch (Foto) und an den sieben Wegen in Karsbach finden die Beschäftigten immer wieder Fremdstoffe wie Eisenteile, Bauschutt oder Plastik. Mittlerweile weist ein Schild auf die Videoüberwachung des Weyersfelder Platzes hin. Foto: Helmut Hussong

    Ein weiterer kostenloser Service für die Bewohner sind die beiden Grüngutplätze im Weyersfelder Steinbruch und in Karsbach an den "Sieben Wegen", sowie der Grüngutcontainer gegenüber den Karsbacher Sportplatz. Den finanziellen Aufwand für Häckseln und Entsorgung bezifferte Göbel in den vergangenen fünf Jahre auf knapp 42 000 Euro, also durchschnittlich knapp 8400 Euro jährlich. Auch dieser Service werde von den Bürger sehr gut angenommen. Hier gebe es aber immer wieder Fälle, dass Unrat in dem Grünabfall enthalten sei.

    Fremdstoffe im Grüngut enthalten

    Der Bürgermeister nannte Eisenteile, Bauschutt, Plastik und Styropor als negative Beispiele. Deshalb weise er auf allen Bürgerversammlungen der Karsbacher Ortsteile auf dieses Problem und die finanziellen Aufwände der Kommune hin. Göbel bat die Anwesenden dies auch nach Außen weiter zu tragen: "Wenn's nicht funktioniert, müssen wir entweder ganz aufhören oder die Grüngutplätze einzäunen und nur einmal die Woche für wenige Stunden für die überwachte Anlieferung öffnen."

    Aktuelle Meßwerte zur Nitratbelastung des Höllricher Trinkwasserbrunnens und des Weyersfelder Trinkwassernetzes lieferte der Bürgermeister ebenfalls in der Bürgerversammlung. Dieser Brunnen wird in der Regel nur noch zur Trinkwasserversorgung von Weyersfeld genutzt und ist als mögliche Notfallversorgung die übrigen Ortsteile gedacht. Da der Höllricher Trinkwasserbrunnen eine höhere Nitratbelastung als die Karsbacher Brunnen aufweist, kann zur Senkung der Nitratwerte im Weyersfelder Hochbehälter bis zu 30 Prozent Karsbacher Brunnenwasser zugemischt werden. "Mehr geht leider auf Grund der Wasserzusammensetzung und der entsprechenden Behördenauflagen nicht", sagte Göbel. Damit könne der Nitratwert im Trinkwassernetz unter dem Grenzwert von 50 Milligramm je Liter gehalten werden. Der gemessenen Wert liege zwischen 40 und 46 Milligramm je Liter.

    Nitratwert im Höllricher Brunnen senken

    Im Höllricher Brunnen selbst sind in den zurückliegenden Jahren die Nitratwerte angestiegen. Göbel führt dies auf die geringere Entnahme aus dem Brunnen zurück. Da für durchgeführte Baumaßnahmen immer wieder Ausgleichsflächen und -maßnahmen erforderlich sind, will die Gemeinde unweit des Brunnens auf einer Fläche von 1,3 Hektar ein Ausgleichsbiotop erstellen. Dabei soll auch ein Wasserrückhaltebechen entstehen, das regelmäßig auch mit Brunnenwasser gefüllt wird. Mit der zusätzlichen Entnahme hofft man den Nitratwert im Brunnen zu senken.

    Bei der Diskussion monierten Bürger den schlechten Zustand von Straßenbelag und Gehsteig in der Weinbergstraße. "Wir wollen alljährlich bestimmte Verbesserungsmaßnahmen in den Ortsteilen angehen", sagte Göbel dazu. Aktuell sind in Karsbach, Heßdorf und Höllrich Verbesserungen vorgesehen. Der Zustand in der Weinbergstraße sei bekannt. Auch "Am Mäuerlein" und eventuell in der Bergstraße bestehe Handlungsbedarf. Diese Themen wolle der Gemeinderat in zwei bis drei Jahren angehen.

    Auch die unbefriedigende Situation an der Bushaltestelle an der Kirche sprachen einige Bürger an. An der Kirche selbst könne man keine Bushaltebucht realisieren, sagte Göbel dazu. Hier seien noch verschiedene Überlegungen anzustellen. Eventuell könnte man die Haltestelle auf die rückwärtige Seite beim Feuerwehrhaus verlegen. Dann wäre aber wiederum der Festplatz beeinträchtigt, stellte ein Bürger dazu fest.

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