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    Mittelsinn

    Gemeinderat: Unebene Gehsteige müssen akzeptiert werden

    Die Gemeinde Mittelsinn beteiligt sich auch am Projekt DenkOrt Aumühle, zu welchem alle Gemeinden und Städte Unterfrankens mit jüdischen Wurzeln aufgerufen sind. Der aus Eichenbalken gefertigte Holzkoffer ist fertig und jetzt werde der Inhalt der Gedenktafel kreiert. Das Hinweisschild und das imaginäre Gepäckstück, der Fluchtkoffer, werden vor der vormaligen Sparkassenfiliale platziert, Dieser Ort liegt genau gegenüber der ehemaligen jüdischen Synagoge in der Fellenbergstraße 12, stellte Bürgermeister Peter Paul fest. 1871 sei die Synagoge eingeweiht worden und um die Jahrhundertwende lebten 152 jüdische Ortsbürger in Mittelsinn. So bildete die Sinngrundgemeinde damals eine der größten jüdischen Gemeinden der Region. 1933 reduzierte sich diese Zahl auf 105 Personen, während bis 1939 alle Juden Mittelsinn verlassen hatten.

    Vor der Sitzung trafen sich Bürgermeister und Gemeinderat zur einer Ortseinsicht wegen der Problematik abgesackter Asphaltschichten auf dem Gehweg in der Siedlungsstraße beim Anwesen Ernst Henning. Der Anwohner führt nicht eine Stolpergefahr, sondern auch einen schwierig durchzuführenden Winterdienst ins Feld. Bürgermeister Paul erklärte dazu, dass solche Zustände durch zahlreiche Bauarbeiten im Bereich des Gehwegs an mehreren Straßen und Hofeinfahrten im Dorf bekannt sind. Die "geflickten" Asphaltstrecken sind die Folgen solcher Maßnahmen. Keinesfalls sei die Gemeinde finanziell in der Lage, alle diese Fehlstellen zu beheben. Er schlug den Antragstellern vor, die Gemeinde übernehme die Materialkosten, während die Sanierungsarbeiten der Hausbesitzer selbst vornimmt. Dazu merkten Gemeinderäte an, dass aus Gleichheitsgründen allen Hausbesitzern diese Sanierungschance eingeräumt werden müsse.

    Im Sitzungssaal zurückgekehrt, zitierte der Bürgermeister ein Musterurteil des Oberlandesgerichts Saarbrücken, nachdem Fußgänger Unebenheiten und Absätze sowie Niveauunterschiede bis zu fünf Zentimetern auf Gehwegen durchaus hinnehmen müssen. "Die Fußgänger müssen Sorgfalt und Vorsicht walten lassen." Stellvertretender Bürgermeister Dirk Schiefer beurteilte den Gesamtzustand der Mittelsinner Gehsteige als insgesamt schlecht. Interessierte Ortsbürger möchten einen Antrag an die Gemeinde auf Übernahme der Materialkosten und Entsorgung des Aufbruchs stellen. Die Verlegung des Pflasters nimmt der Hauseigentümer selbst vor. Dieser Vorschlag fand einmütige Zustimmung des Gremiums.

    Weiter hatte Ernst Henning in der Bürgerversammlung eine tiefe Absenkung im Gehweg des Friedhofs moniert. Peter Paul versprach die Erneuerung der Pflasterung an der Schadstelle in Kürze. Abschließend gab der Bürgermeister die neusten Einwohnerzahlen bekannt. So reduzierte sich dieser Wert im Bereich der gesamten Verwaltungsgemeinschaft auf 5956 Bürger. Die Gemeinde Mittelsinn rangiert derzeit bei 802 Bürgern mit weiter fallender Tendenz.

    Bearbeitet von Jürgen Gabel

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