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    Gemünden

    Gemünden bleibt weiterhin fair

    Die Mitglieder der Steuerungsgruppe (von links) Dr. Martin Geßner, Belinda Köhler, Karin Hartmann-Neudek, Wolfgang Fella, Elke Herkert-Mai, Dieter Konradt und Doris Betz freuen sich über die Urkunde, die Bürgermeister Jürgen Lippert für die Stadt erhielt. Foto: Rosemarie Knechtel

    "Fairtrade-Weihrauch verwenden nun auch die Pfarreien in Wernfeld und Adelsberg, den fairen Kaffee sowieso", berichtete Karin Hartmann-Neudek gleich zu Beginn im Sitzungssaal des Rathauses. Am Dienstagabend traf sich dort die Steuerungsgruppe, die alle Aktivitäten rund um den fairen Handel koordiniert, mit Bürgermeister Jürgen Lippert.

    Grund für die Feierstunde war die Rezertifizierung der Stadt Gemünden, die nun für weitere zwei Jahre den Titel Fairtrade-Stadt tragen darf. Vor zwei Jahren erhielt Gemünden vom gemeinnützigen Verein TransFair erstmals die Auszeichnung für das Engagement zum fairen Handel, für den nachweislich fünf Kriterien erfüllt werden mussten.

    Bei der Verlängerung des Zertifikats kam es darauf an, dass Geschäfte und gastronomische Betriebe weiterhin Produkte aus fairem Handel anbieten und dass örtliche und überörtliche Print-Medien über Fairtrade-Maßnahmen berichten. Wichtig waren Veranstaltungen und Vorträge an Schulen und in der Volkshochschule und dass die Stadt auf ihrer Homepage auf den Titel Fairtrade-Stadt hinweist. Flyer gaben schon in den ersten beiden Jahren Auskunft, wer aktiv teilnimmt, oder als Förderer auftritt.

    Neue Flyer sind in Arbeit

    Dr. Martin Geßner wies auf den Imagefilm vom Stadtmarketing Gemünden hin, in dem das Fairtrade-Ortsschild auf dem Marktplatz besonders gut in Szene gesetzt ist. "Dort befindet sich ebenfalls eine Flyer-Box, die jeweils nach drei Tagen wieder leer ist", fügte Doris Betz an, und Wolfgang Fella ergänzte, dass bereits neue Flyer in Arbeit seien, weil sich ständig alles im Fluss befindet und neue Verkaufsstellen dazugekommen sind.

    "Regional, saisonal, bio und wenn fairtrade noch dabei ist, dann ist es gut", zitierte Geßner den Fairtrade-Ehrenbotschafter Manfred Holz und fügte an, "die Wertschöpfungskette sollte so sein, dass nicht der Letzte verdient, sondern auch der Produzent einen nicht unerheblichen Anteil daran hat." Fella führte weiter aus, dass in der ernstgemeinten Fairhandels-Bewegung mittlerweile dazu übergegangen wird, die Verarbeitung und Herstellung der Produkte in den Ländern selbst zu machen und Arbeitsplätze zu schaffen. "Die ganze Zeit wurden hauptsächlich Rohstoffe eingeführt, jetzt röstet man den Kaffee beispielsweise selbst. Dieser wird jedoch bei der Einfuhr höher besteuert als Rohkaffee."

    Produkte mit 90 Prozent Fairtrade-Anteil

    Belinda Köhler wies darauf hin, dass beim Antrag für die Rezertifizierung auch anzugeben war, was für die Zukunft geplant ist in Bezug auf Schulen und Kinder-Tagesstätten. "Wir wollen noch mehr für den Gedanken des fairen Handels begeistern und sind dankbar um jeden, der sich beteiligt." Wie wichtig es ist, auf das einzig richtige, also auf das offizielle Fairtrade-Siegel zu achten, erläuterte Fella: "UTZ und Rainforest Alliance sind zwar besser als nichts, bieten vielleicht bei manchen Produkten einen Fairtrade-Anteil von 30 Prozent. Wir achten jedoch im Weltladen darauf, Produkte mit einem Anteil von rund 90 Prozent anzubieten."

    In Gemünden sind inzwischen fast alle Schulen zu Fairtrade-Schulen geworden und Fella äußerte sich zuversichtlich, dass sich bald alle Schulen und Kindergärten beteiligen. Einen zusätzlichen Anreiz soll ein Wettbewerb bilden, bei dem es um Schokolade gehen wird. Dieser süßen Verführung wird bestimmt niemand widerstehen, zumindest keines der Schulkinder.

    Bearbeitet von Rosemarie Knechtel

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